Datenschutz als Hindernis:
Cloud-Computing wird zuerst für Datenablage genutzt
Bei der Nutzung von Storage-Diensten liegt Deutschland bei Cloud-Computing weit vorne, hat eine Studie von Avanade herausgefunden. Im internationalen Vergleich stehen die Deutschen dem Cloud-Computing jedoch insgesamt kritisch gegenüber.
Cloud-Computing ist sehr attraktiv, wenn es etwa darum geht zusätzliche Services rasch für das eigene Data-Center bereitzustellen. Wie sieht aber mit der tatsächlichen Nutzung aus und für welche Applikationen wird Cloud-Computing vor allem genutzt? Diesen Fragen ist der Anbieter von Technology-Business-Services Avanade [1] nachgegangen. Deutschlang gibt dabei ein etwas zwiespältiges Bild ab. Auf der einen Seite liegt das Land bei Nutzung von Cloud-Computing für Storage-Zwecke mit 63 Prozent fast an der Spitze. Die USA liegen hier nur bei 56 Prozent. Auf der anderen Seite stehen deutsche Unternehmen dem Thema Cloud-Computing mit 80 Prozent zu großen Teilen kritisch gegenüber. Für die Umfrage wurden 500 Manager und IT-Verantwortliche interviewt.
Storage-Services sind bei Cloud-Computing in Deutschland nach einer Umfrage von Avanada am Beliebtesten. (Quelle: Pixelio, Ulderico)
An zweiter Stelle nutzen die deutschen Firmen die Cloud für Personaldienstleistungen (Human-Research, HR). Gleichauf liegen Collaboration-Applikationen. Dazu gehören etwa Online-Kommunikations-Services oder IT-Lösungen zum Datenaustausch. Interessanterweise führen attraktive HR-Cloud-Angebote dazu, dass deutsche Unternehmen ihre Sicherheitsbedenken beiseite legen. Auch bei Collaboration spielen diese keine so große Rolle. Hier stehen Einsparungen im Vordergrund.
Dagegen ist die Zurückhaltung bei E-Mail und CRM viel größer: Nur ein Drittel baut auf Cloud-Computing. Gründe dafür sind einmal gesetzliche Regelungen zum Datenschutz in Europa. Zum anderen ist in Deutschlang hier individuell zugeschnittene Software wichtig. Standardlösungen sind nicht so beliebt. Andere Länder wie Australien, USA, Singapur oder die Niederlande liegen dagegen bei bis zu 80 Prozent. Für Heiko Leicht, Director Data-Center-Technology & Operations bei Avanade liegt der Grund für die allgemeine große Skepsis in Deutschland darin, dass intransparente und derzeit noch unausgereifte Angebote vor einer Auslagerung in die Wolke abschreckten.
[1] http://www.avanade.com/de/index.aspx
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