iPad-Verkaufsstart auf Ende Mai verschoben:
Top Secret: Insiderinfos zum iPad-Vertrieb in Deutschland

von Dr. Joachim Gartz (joachim.gartz@crn.de)

12.04.2010

Die Firma Apple liebt es, Geheimnisse über ihre Produkte bis zur letzten Minute mit größter Strenge zu hüten. Der Fachhandel weiß deshalb kurz vor dem deutschen Verkaufsstart bisher nicht, ob das iPad in ausreichender Stückzahl vorhanden sein wird. Ein Insider aus dem Channel hat uns jedoch schon eine ganze Menge über Apples Pläne verraten.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Apple-Sprecher Georg Albrecht: »Über den iPad-Vertrieb hat Apple noch nichts kommuniziert«

Die Firma Apple ist bekannt dafür, dass sie ihren Produktions- und Distributions-Partnern besonders strenge Geheimhaltungspflichten auferlegt. Dies zeigt sich aktuell auch bei der für den Fachhandel äußerst wichtigen Frage der Verfügbarkeit des iPad: Die drei hiesigen Apple-Distributoren sind Ingram Micro, Tech Data und Comline. Aber bei Comline will man sich zum Thema der Verfügbarkeit des Geräts zum deutschen Verkaufsstart der Ende April erfolgen wird, nicht offiziell äußern. Laut Vorgabe von Apple dürfe man zu diesem Thema nichts sagen. Auch bei Ingram Micro ist nichts über die Verfügbarkeit des vielgehypten Tablet-PCs von Apple zu erfahren: »Wir können hierzu leider keine Aussage machen«, so Ingram Micro-Sprecherin Alexandra Perry gegenüber Computer Reseller News und auch bei Tech Data hüllt man sich zu dieser Frage in vornehmes Schweigen. Apple-Sprecher George Albecht will es ebenfalls lieber spannend machen und erklärt, dass man zum Vertrieb des Geräts bisher noch nichts kommuniziert habe. Wann es konkrete Informationen geben soll, lässt Albrecht vorläufig offen.

iPad beschert zumindest Apple traumhafte Marge

Fest steht dagegen schon jetzt, dass das iPad zum Verkaufsstart in den USA weg ging, wie warme Semmeln: Während Experten zum Start mit rund 400.000 iPads gerechnet hatten, sollen zum ersten Verkaufswochenende in den USA zwischen 600.000 und 700.000 Geräte bei Apple und Best Buy verkauft worden sein. Ebenfalls schon jetzt fest steht, dass Apple mit dem iPad traumhafte Margen einfährt. Laut den Analysten von iSuppli kostet das Gerät in der Herstellung nur 159 Euro (219 Dollar). Der Monitor schlägt mit rund 80 Dollar zu Buche, während die CPU nur rund 18 Dollar kosten soll. Bei dem Prozessor handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Apple mit ein GHz Taktfrequenz. In Deutschland wird das Einstiegsmodell mit 16 GByte voraussichtlich rund 500 Euro kosten.

In Hinblick auf die Erfahrungen, die der Apple-Channel zum iPhone-Verkaufsstart gemacht hat, erwartet der freie Apple-Partner Reinhard Weidinger, Geschäftsführer von In Time in München, dass Apple das Geschäft mit dem iPad zunächst alleine machen wird. »Wenn das Feld dann geebnet ist, sprich die erste große Welle befriedigt wird, dann könnte es sein, das der Handel ein iPad mit fünf Prozent Marge verkaufen darf«, so Weidinger. Spannend sei zudem die Frage, ob Apple bei T-Online als einzigem Provider bleibt, oder ob die Gerüchteküche mit O2 als zusätzlichem Provider möglicherweise richtig liegt. Zudem stelle sich die Frage, ob die Apple-Händler tatsächlich in Zukunft auf breiter Front ins Handy-Vertragsgeschäft einsteigen wollen, um so auch die Marge für den zugehörigen Mobilfunkvertrag realisieren zu können. »Bleibt es bei den von mir erwarteten fünf Prozent Marge, kann sich ja jeder Händler selbst überlegen, ob sich das Geschäft für ihn lohnt«, so das Fazit des langjährigen freien Apple-Partners Weidinger.

Update: Neue Insiderinfos zum iPhone Vertrieb

CRN hat neue Infos zum iPhone-Vertrieb ans Licht gebracht. Eine vertrauliche Quelle aus dem Channel hat uns die folgenden Details zu Apples Vertriebs-Strategie enthüllt:

  1. Fest steht derzeit, dass das iPad über die Apple Premium Reseller verkauft wird. Die APR's mußten dafür Ihre Läden entsprechender Vorgaben umgestalten. Dies mußte mit Photos dokumentiert werden. Die Freigabe über die Teilnahme am ipad Vertrieb erfolgt dann über London. Die Schulungen zum iPad Vertrieb der APR sind am 22.4. abgeschlossen.

  1. Der Starttermin ist weiter unbekannt. Man könnte durch den Abschluss der Schulungen auf den 24.4. schließen

  1. Mengen sind komplett unbekannt. Es gibt verschiedene Aussagen von 20-30 bis zu mehreren 100 pro Outlet.

  1. Es gibt keinerlei Bindung zu einem Provider. Wir gehen von Spezialangeboten verschiedener Provider aus.

  1. Nach unserer Kenntnis erfolgt kein Vertrieb über T-Mobile.

  1. Apple selbst wird das Gerät ebenfalls vertreiben. Es gibt Spekulationen, dass Gravis und die Shop-in-Shops beim Mediamarkt ebenfalls das iPad vertreiben dürfen.

  1. Normale Apple Reseller und der ganze Rest der Welt bleiben vorerst außen vor.

  1. Preise sind noch nicht bekannt.

  1. Das Gerät wird nicht wie das iphone über T-Mobile an Händler verkauft. Entweder liefert Apple das Gerät direkt an die direkt autorisierten APR oder es geht über die drei von Ihnen genannten Distributoren für indirekte APR.

  1. Es gibt noch keine Aussagen zur Serviceabwicklung. Wir gehen im Gegensatz zum iphone über eine normale Serviceabwicklung über autorisierte Servicepartner (AASP) aus.

Update: iPad-Verkaufsstart auf Ende Mai verschoben

Das iPad sollte eigentlich Ende April in Europa auf den Markt kommen. Nun hat Apple den Verkaufsstart außerhalb der USA jedoch um einen Monat verschoben, auf Ende Mai.

»Obwohl wir mehr als 500.000 iPads in der ersten Woche ausgeliefert haben, ist die Nachfrage deutlich stärker, als wir erwartet haben und wird voraussichtlich weiterhin unsere bereitgestellten Mengen in den nächsten Wochen übertreffen«, so das Unternehmen in einer Erklärung.

»Wir sind uns bewusst, dass viele Kunden auf der Welt, die auf den Kauf eines iPad warten, über diese Nachricht enttäuscht sein werden. Aaber wir hoffen, dass sie zumindest über den Grund erfreut sind - das iPad ist bislang in den USA ein überwältigender Erfolg«, versucht Apple Schadensbegrenzung zu betreiben. Für die vielen »Apple-Jünger«, die auf den Tablet-Rechner warten, dürfte das nur ein schwacher Trost sein.

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