Mobile Computing: iPad:
Sicherheitsfunktion des iPad bereits geknackt
Es dauerte gerade einmal einen Tag, bis der erste »Jailbreak« für Apples iPad auf der Bildfläche erschien. Ein Hacker mit dem Pseudonym Musclenerd hat auf Youtube ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie man den Tablet-Rechner knackt.
Apple [1] legt bekanntlich Wert darauf, seine Systeme hermetisch abzuschotten – gegen nicht zertifizierte Software und »bösen« Content. Das war bereits beim iPod und iPhone so und gilt auch für das iPad.
Allerdings wurden bereits mehrere so genannte Jailbreaks angekündigt, sprich Hacks, mit denen sich die Sicherheitsmechanismen des mobilen Rechners aushebeln lassen. Eine dieser »Fachleute« bedient sich des Pseudonyms Musclenerd.
Dass sich ein iPad für Fremdanwendungen öffnen lässt, zeigt Musclenerd in einem Video, das er auf dem Portal Youtube veröffentlicht hat (hier der Link dazu [2]). Allerdings handelt es sich nach Angaben des Hackers um Arbeiten, die sich in einem »sehr frühen Stadium« befinden. Das Projekt läuft unter dem Namen »Spirit jailbreak by @comex«.
In einem Video zeigt ein Hacker namens Musclenerd, dass das Jailbreaking des iPad funktioniert.
Allzu viel ist auf dem Video allerdings nicht zu sehen. Der Hacker lädt offenkundig von einem Linux-System aus die Jailbreak-Software auf das iPad hoch. Angeblich soll es der Hack unter anderem erlauben, auch Anwendungen auf dem Apple-Mobilrechner zu nutzen, die für Palm OS geschrieben wurden, also das Betriebssystem von Palm-Handheldrechnern und entsprechenden Smartphones.
Verkauf des iPad unter den Erwartungen
Apple hat am ersten Verkaufstag des iPad am vergangenen Samstag nach eigenen Angaben rund 300.000 Exemplare des Rechners verkauft. Etlichen Analysten waren von dieser Zahl enttäuscht: Einige hatten mit 400.000 bis 500.000 verkauften Systemen gerechnet, andere gar mit bis zu 700.000.
Rechner mit Touchscreen, wie das iPad und andere, werden an Bedeutung gewinnen, allerdings vor allem im Privatbereich.
Die Marktforschungsfirma iSuppli [3] geht davon aus, dass im laufenden Jahr bis zu 7,1 Millionen iPads einen Abnehmer finden werden. Die Beratungsfirma Gartner [4] sieht als Haupteinsatzgebiet von Touchscreen-Rechnern wie dem iPad vor allen den Privatsektor. »Knowledge Worker«, so Gartner, würden weiterhin auf konventionelle Bedienkonzepte setzen, also Tastatur und Maus.
Ein Grund dafür ist, dass Büroangestellte für die Texteingabe auf Tastaturen angewiesen sind. Touchscreens erfordern zudem das ständige »Umschalten« zwischen der Bedienung mittels Tastatur und berührungsempfindlichem Bildschirm (Maus-Ersatz).
Business-Anwendungen sind noch rar
Schwerer wiegt, dass es kaum Business-Anwendungen gibt, die für Touchscreen-Rechner ausgelegt sind. Zwar ist laut Gartner davon auszugehen, dass die Zahl solcher Applikationen steigen wird, allerdings erst mittelfristig.
Für eine wachsende Akzeptanz von iPads und ähnlichen Rechnern spricht allerdings, dass dieser Systemtyp vor allem an Schulen an Boden gewinnt. In den USA beispielsweise setzen immer mehr Bildungseinrichtungen Touchscreen-Rechner im Unterricht ein. Anwender unter 15 Jahre wachsen daher mit dieser Technik auf.
Dies kann dazu führen, dass Anwendungsentwickler und auch Arbeitsgeber künftig stärker auf die »Generation iPad« Rücksicht nehmen müssen.
[1] http://www.apple.de/
[2] http://www.youtube.com/watch?v=dgHNayVtHkQ
[3] http://www.isuppli.com/
[4] http://www.gartner.com/
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