Daten auf Workstations stiefmütterlich behandelt:
Tanz auf dem Vulkan: Systemwiederherstellung dauert zu lange

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

30.03.2010

In einer Mittelstands-Umfrage von Acronis geht ein Fünftel davon aus, das es eine Woche braucht, die Systeme wieder online zu bringen. Bei einigen Unternehmen geht dann sogar das Licht aus. Ein Test des Recovery ist daher essenziell.

Mittlerweile sind die IT-Systeme zentraler Bestandteil der Geschäftsprozesse. Deren Ausfall führt in der Regel zu Rückgang des Umsatzes oder der Kundenzahlen. Angesichts dessen gleicht das Leben mancher Mittelständler einem Tanz auf dem Vulkan. In einer Umfrage von Acronis [1] erwarten 20 Prozent der befragten Mittelstandsunternehmen, dass sie eine Woche brauchen, um mit ihren Systemen nach einem Ausfall wieder online zu gehen. Der Produktivitätsausfall ist entsprechend hoch. Noch ernüchternder ist allerdings, dass 2 Prozent danach nicht mehr weiterarbeiten können, was das Ende des Betriebs bedeuten könnte. Dabei wiegen sich viele in der falschen Sicherheit, dass es ja ein Backup gibt. Die böse Überraschung kommt dann, wenn dieses nicht funktioniert. Acronis empfiehlt den Unternehmen daher unbedingt, den Restore-Prozess regelmäßig zu überprüfen.

Es ist gefährlich: In einer Umfrage von Acronis können zwei Prozent der Unternehmen ihre Daten überhaupt nicht mehr wiederherstellen.

Umgekehrt sind gerade mal 10 Prozent der Unternehmen so fit, dass sie für den Restore-Prozess gerade mal eine Stunde brauchen. 28 Prozent schaffen es immerhin an einem Morgen. Sehr viele (40 Prozent) brauchen schon einen ganzen Tag. Hier wird Produktivitätsausfall vermutlich schon schmerzhaft sein.

Es zeichnet sich in der Umfrag aber noch ein zweites Problem ab: Mit 87 Prozent sichern immerhin sehr viele ihre Server automatisch ab. Bei den Workstations sieht es nicht so gut aus. Dabei lagern nach Acronis bis zu 60 Prozent der Unternehmensdaten genau dort. Rund ein Fünftel (19 Prozent) führt hier überhaupt kein Backup durch und ein Viertel führt die Sicherung manuell durch.

Tipps zur Datensicherung

Acronis empfiehlt den Unternehmen daher nicht nur ihre Server, sondern auch ihre sonstigen Systeme regelmäßig zu sichern. Dabei gilt es neben dem Backup auch das Recovery regelmäßig zu überprüfen. Auch wenn es bisher funktioniert hat, können sich Umstände ändern, so dass dann doch Schwierigkeiten auftreten.

Außerdem sollten Unternehmen auch ihre Backup-Strategie beleuchten: Welche Daten müssen wie oft gesichert werden? Reicht etwa eine nächtliche Sicherung aus oder ist es kritisch, wenn die Daten des letzten Tages verloren gehen? Dabei gilt es zu unterscheiden, zwischen der Systemsicherung, Applikationsdaten und anderen Datendateien.

Für virtuelle Maschinen sind Snapshots ein gutes Instrument. Allerdings garantieren diese nicht, dass sich die Applikationsdaten genau zu diesem Zeitpunkt konsistent sind. Diese müssen also extra geschützt werden.

Für die Zahlen hat Vanson Bourne im Auftrag von Acronis 200 Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien im Oktober 2009 befragt. Dabei ging es um kleine und mittelständische Unternehmen mit 250 bis 1000 Mitarbeitern.

[1] http://www.acronis.de/

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