Netzwerküberwachung:
Test: Vier Networkmonitoring-Produkte auf dem Prüfstand

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de), Dirk Jarzyna

17.11.2009

Remote-Control-Monitoring-Software erlaubt es, Fehler und Störungen im LAN und auf Netzwerkgeräten zu erkennen, bevor es zu Ausfällen oder größeren Problemen kommt. Network Computing hat vier Netzwerk-Monitoring-Produkte getestet.

Seit dem letzten Test von Netzwerk-Monitoring-Software hat sich einiges getan. Network Computing sah gründlich überarbeitete Benutzerschnittstellen, viele neue Funktionen und Features, neue Preise und so weiter.


Unter dem Strich lässt sich festhalten: Die Produkte sind ingesamt gesehen besser geworden, einige haben allerdings auch Schwächen offenbart.

In dieser Runde hat Network Computing folgende Netzwerk-Monitoring-Produkte unter die Lupe genommen:

  • Whatsup Gold 14.0 von Ipswitch,
  • Op-Manager 8.0 von Manage Engine,
  • PRTG Network Monitor 7.2 von Paessler und
  • Orion Network Performance Monitor 9.5 von Solarwinds.

Paessler PRTG Network Monitor 7.2

»Netzwerküberwachung – einfach und intuitiv«. Im Fall von Paesslers [1] PRTG-Network-Monitor ist diese Werbeaussage kein leeres Gerede. Network Computing konnte sich davon überzeugen, dass das Produkt hält, was der Hersteller verspricht.

PRTG-Network-Monitor liefert Live-Daten über den aktuellen Zustand des Netzwerks und von dort vorhandenen Geräten, aber auch langfristige Auslastungstrends. Tiefgründige Analysen helfen Netzwerkprofis, Datenleitungen, Router, Server und andere Netzwerkkomponenten optimal auszulegen.

PRTG-Network-Monitor überwacht komplexe, verteilte Netzwerke mit nur einem PRTG-Core-Server. Eine Installation des Produkts unterstützt bis zu 30.000 Sensoren.

Das Produkt eignet sich hervorragend zur Überwachung der Bandbreite, der Geräteverfügbarkeit und der Auslastung von Netzwerkressourcen. Dabei beschränkt sich das Monitoring nicht auf lokale Netzwerke oder Netzwerksegmente, sondern – und dies ist ein besonderes Feature der Software – es erstreckt sich über das komplette Enterprise-Netzwerk, selbst wenn dieses aus mehreren räumlich getrennten Segmenten besteht.

Remote-Probes als Allzweck-Waffe

Ermöglicht wird das durch Remote-Probes, die wiederum nicht nur der Überwachung räumlich verteilter Netzwerke dienen. Sinnvoll einsetzen lassen sie sich beispielsweise auch zur Lastverteilung bei CPU-intensiven Prozessen wie Packet-Sniffing oder Netflow-Überwachung.

Remote-Probes erschließen dem PRTG-Anwender vielfältige Einsatzgebiete. Denkbar ist ein Einsatz der Software zur Überwachung der Netzwerke von Kunden, zum Monitoring aller Niederlassungen einer Organisation oder zur Überwachung getrennter Netzwerke eines Unternehmens.

Auch wenn diese Netzwerke komplex aufgebaut sind, macht das den Einsatz des PRTG-Network-Monitors nicht kompliziert. Denn für alle Monitoring-Aufgaben ist nur ein einziger PRTG-Core-Server erforderlich.

Bis zu 30.000 Sensoren

Das Produkt skaliert hinauf bis zu 30.000 Sensoren pro Installation. Das ist eine gute Nachricht für Administratoren, die es leid sind, für unterschiedliche Aufgaben immer wieder neue Server, Gateways und andere Geräte konfigurieren zu müssen – keine Rede davon, was das alles kostet.

Da sich PRTG-Network-Monitor auf wenige Komponenten beschränkt, ist auch die Installation und Konfiguration eine Kleinigkeit. Die »schwierigste« Entscheidung, die der Administrator im Laufe der Installation treffen muss, ist die Auswahl der Sprache (Deutsch oder Englisch).

Ein Setup-Assistent führt anschließend durch den Konfigurationsprozess. Er dauert im Test »gefühlte« zwei Minuten (wir haben die Zeit nicht gemessen). Danach startet ein Willkommen-Assistent, mit dessen Hilfe der Administrator die Registrierung/Lizenzierung erledigt und einen Web-Server auswählt.

Die Software bietet zwei grafische Schnittstellen: ein Web- und ein Windows-GUI. Den Schnittstellen, besonders der Web-Schnittstelle, früherer Versionen von PRTG-Network-Monitor konnte Network Computing in Tests nicht bescheinigen, so elegant und einfach bedienbar zu sein, wie der Hersteller behauptete.

Aufgeräumte und intuitive Oberfläche

Das hat sich spätestens mit der Version 7.2, die als Beta-Software getestet wurde, geändert. Beide Oberflächen wirken deutlich aufgeräumter, sind nun wirklich leicht zu benutzen, kurzum – sie sind elegant gestaltet. Vor allem die Web-Schnittstelle sieht inzwischen wirklich klasse aus und, was viel wichtiger ist, sie macht es nun offensichtlich, dass es eine Auto-Discovery für Netzwerke und Netzwerkgeräte gibt.

Ein früherer Kritikpunkt war ja, dass einige Administratoren diese Funktion erst dann fanden, wenn sie einen großen Teil der Arbeit bereits erledigt hatten. Nun Auto-Discovery einen prominenten Platz auf der ersten Seite der Web-Anwendung ein. Klar, dass wir sofort darauf klickten, und erneut angenehm überrascht waren: Die Discovery im lokalen Netz über einen IP-Adressbereich von 0 bis 255 ging blitzschnell und lief fehlerfrei.

Zwei Komponenten

PRTG-Network-Monitor umfasst zwei Komponenten: den PRTG-Server zur Datenspeicherung und als Web-Server sowie Sonden beziehungsweise Probes (eine oder mehrere). Die Sonden führen die eigentliche Überwachung durch. Sie verbinden sich automatisch mit dem Server, laden die für sie bestimmte Sensorenkonfiguration herunter und beginnen mit der Überwachung. Daten senden sie unter Verwendung von SSL an den Server.

Es sind die Sonden, welche die Verbindung initiieren. Selbst bei Ausfall des Servers oder der Verbindung zum Server fahren sie mit der Überwachung fort. Während der Installation erzeugt das Programm automatisch die erste »lokale« Sonde, die auf demselben Rechner läuft wie der PRTG-Server und alle Sensoren dieses Systems überwacht.

Diese einzelne Sonde genügt bereits für die LAN-Überwachung und wenn sich die Überwachung auf einen Ort beschränkt. Einige Konstellationen verlangen jedoch mehrfache oder externe Sonden:

  • Überwachung mehr als einer Örtlichkeit,
  • Unterteilung des Netzwerks durch Firewalls in mehrere LANs (wenn die lokale Sonde spezielle Dienste nicht über diese Firewalls hinweg überwachen kann),
  • Überwachung von Systemen in VPNs über öffentliche Verbindungen,
  • Packet-Sniffing auf einem anderen Computer,
  • Überwachung von Netflow-Daten von einem anderen Computer aus,
  • Ausführung CPU-intensiver Sensoren und damit verbundene Leistungseinschränkungen.

Das ist kein Problem, denn externe Sonden zu erzeugen geht mit dem »Sondenadministrator« schnell und einfach. Zuvor ist allerdings der PRTG-Server so vorzubereiten, dass er externen Sonden die Verbindung gestattet, denn in der Voreinstellung erlaubt er dies aus Sicherheitsgründen nur über den Local-Host. Aber auch diese Vorbereitung ist im Handumdrehen erledigt.

Sonden, Gerätegruppen und Geräte strukturiert PRTG-Network-Monitor hierarchisch. Das macht es dem Administrator leichter, sich zurechtzufinden und vereinfacht die Konfiguration. So muss er beispielsweise Anmeldeinformationen nicht pro Gerät konfigurieren, sondern kann sie einfach von übergeordneten Objekten wie Gruppen oder dem Root-Objekt übernehmen.

Was nutzt aber ein Monitoring-Produkt, wenn niemand mitbekommt, wenn es was zu melden hat? Nun, PRTG-Network-Monitor gibt deutliche akustische und optische Hinweise auf neue Warnungen und sonstige Nachrichten. Wer diese Hinweise nicht bemerkt, muss taub und blind sein.

Beim Einstieg in eine Meldung beziehungsweise die Auswahl des die Nachricht erzeugenden Sensors liefert das Programm sehr gute Erklärungen, worum es eigentlich geht und was die einzelnen Werte und einstellbaren Parameter bedeuten. Hier bescheinigen wir dem Produkt Vorbildcharakter.

Insgesamt hat Paessler in die Version 7.2 mehr als 500 Verbesserungen und Modifikationen eingearbeitet. Viele dieser Verbesserungen betreffen die Benutzerschnittstellen. Zu den GUI-Features zählen unter anderem:

  • Einsatz auf mehrfachen Rechnern erlaubt,
  • Verbindung zum PRTG-Core-Server via HTTP/HTTPS,
  • Anzeige eines Device-Trees, einer Alarmliste, von Maps und Berichten,
  • Vergleich von Live-Daten, Grafiken und historischen Datentabellen von zwei und mehr Sensoren.

Die neue Windows-GUI ist beim Management der Sensoren schneller und komfortabler zu bedienen, was sich besonders in großen Installationen (500 Sensoren und mehr) bemerkbar macht.

Das Produkt enthält auch mehr Sensortypen als zuvor.

Neu hinzu gekommen sind QoS-, IP-SLA-, Amazon-Cloudwatch-, Radius-Server-, Syslog-, SNMP-Trap-, MS-Exchange-2007-Sensoren, Sensoren für Server, die MS-Hyper-V ausführen, Unterstützung für SFlow und Netflow 9 sowie detailliertes Monitoring von Exchange-2003.

Fazit

»Netzwerküberwachung – einfach und intuitiv« - ja, Paesslers PRTG-Network-Monitor 7.2 erfüllt diesen Administratorwunsch. Das Produkt bietet einen umfassenden Funktionsumfang, ist kinderleicht zu installieren, flexibel einzusetzen, mitteilungs- und erklärungsfreudig sowie budgetfreundlich. Während des Tests leistete es sich zudem nicht einen einzigen Schnitzer.

Ipswitch Whatsup Gold 14.0

Whatsup-Gold [2] ist ein weit verbreitetes Monitoring-Produkt für Windows- und TCP/IP-Netzwerke. Die Software führt eine Netzwerk-Discovery durch, überwacht Netzwerkgeräte in Echtzeit, führt automatisch Aktionen aus, wenn sich der Zustand eines beobachteten Geräts ändert oder ein Schwellenwert überschritten wird, generiert Berichte und alarmiert Administratoren.

Das Produkt ist hoch skalierbar und bietet eine enorme Funktionalität. Allerdings muss sich der Kunde, bevor er das Produkt kauft, gut überlegen, welche Funktionen er benötigt und welche Geräte oder Netzwerke er eigentlich überwachen möchte, denn Whatsup-Gold ist in vier Editions erhältlich.

Diese Editionen unterscheiden sich in Bezug auf die Leistungsfähigkeit, den Funktionsumfang und natürlich den Preis. Das macht die Auswahl nicht einfach. Wer ein Produkt sucht, das beispielsweise dem PRTG-Network-Monitor ebenbürtig ist, kann mit dem Einstiegsprodukt Whatsup-Gold-Premium nicht viel anfangen. Denn dieses unterstützt unter anderem kein verteiltes Monitoring. Wer diese Funktionalität benötigt, muss zur Whatsup-Gold-MSP- oder -Distributed-Edition greifen – und dafür natürlich mehr Geld auf den Tisch legen.

Größerer Planungsaufwand

Bleiben wir einen Augenblick beim direkten Vergleich mit PRTG – schließlich ist dies ein Vergleichstest. Das Setup von Whatsup-Gold erfordert deutlich mehr Zeit und Planung. Das liegt erstens daran, dass erst ein Microsoft-SQL-Server zu installieren ist, falls noch keiner vorhanden sein sollte. Immerhin installiert die Whatsup-Setup-Routine auf Wunsch Microsoft-SQL-Server-2005-Express-Edition, wenn sie keinen anderen SQL-Server findet.

Die Top-Ten-Ansicht von Whatsup bietet dem Administrator eine gute Übersicht über den Zustand des Netzwerks und der Netzwerkgeräte.

Zweitens installiert das Setup-Programm zunächst nur Whatsup-Gold-Central-Site-Edition und den Dashboard-Screen-Manager. Um das Produkt vollständig nutzen zu können, ist auf Computern in entfernten Standorten noch die Whatsup-Gold-Remote-Site-Edition zu installieren. Das ist alles sehr unangenehm, dabei könnte es so einfach sein – Paessler zeigt, wie es geht.

Sobald die Software läuft, geht es an die Entdeckung der Geräte im Netzwerk. Die Netzwerk-Discovery gab schon in früheren Versionen keinen Grund zur Klage. Für die Version 14 wurde sie trotzdem noch einmal verbessert.

Netzwerkgeräte schnell identifiziert

Das Produkt kommt mit neuer Discovery-Console und Discovery-Web-Schnittstelle sowie einer verbesserten Discovery-Engine, die Netzwerkgeräte noch zutreffender identifiziert. Der Hersteller sagt, die neue Discovery-Engine sei bis zu vier Mal schneller als die alte Version. Das ließ sich nicht testen – schnell war sie in jedem Fall.

Administratoren können übrigens Geräterollen vordefinieren. Damit gelangt man schneller zum Start des Monitorings. Das Programm bietet mehrere Discovery-Optionen, darunter IP-Address-Range-Scan, SNMP-Smart-Scan, Host-Datei-Import und Scan einzelner Geräte.

Die im Test genutzten IP-Range- und SNMP-Scans funktionierten zuverlässig. Das Programm nutzt bereits während der Discovery aktive Monitore, um unter anderem DNS-, NNTP- und TCP-Echo-Server sowie Applikationen zu entdecken, die beispielsweise über HTTP, HTTPS oder POP3 kommunizieren. Der Administrator kann zudem sofort Performance-Monitore selektieren, die das Programm beim Scan-Prozess und später nutzt.

Die Monitore verknüpft der Administrator mit Richtlinien. Diese beschreiben eine Reihe von Aktionen, die auszuführen sind, sobald es bei einem Gerät zu einem Fehler kommt. Whatsup-Gold sendet bei einem erkannten Fehler beispielsweise eine E-Mail-Nachricht, spielt einen Sound ab oder öffnet aus einem ausgewählten Computer eine Pop-up-Nachricht.

Alert-Center als Alarmzentrale

Whatsup-Gold pollt Geräte im Netzwerk aktiv, um Statusänderungen zu erkennen. Dazu nutzt das Programm die erwähnten vorkonfigurierten oder vom Administrator erzeugten Monitore. Performance-Monitore beobachten die Ressourcen eines Geräts, beispielsweise Platten, Schnittstellen und Speicher.

Abhängig von den beim Pollen erhaltenen Antworten führt Whatsup-Gold Aktionen aus, beispielsweise benachrichtigt es den Administrator oder startet einen Dienst neu. Prima ist das neue Alert-Center, das Alarme konsolidiert anzeigt und das Management der Benachrichtigungsrichtlinien vereinfacht.

Administratoren sind damit immer darüber unterrichtet, was in ihrem Netzwerk vor sich geht. Allerdings liefert das Alert-Center nicht so gründliche Erklärungen wie das vergleichbare Feature des PRTG-Network-Monitors.

Plug-ins für VoIP- und Brandbreitenüberwachung

Ipswitch hat seinem Produkt mehrere neue aktive Monitor hinzugefügt, unter anderem für die Überwachung von APC-UPSs, Exchange-2007 und -2010 (Beta1), für Lüfter und Netzteile, Temperatur, FTP und HTTP-Inhalte.

Whatsup-Gold unterstützt nun Cisco- und Juniper-Netscreen-CPU- sowie Memory-Performance-Monitore, Microsoft-SQL-Server-2008, Vmware-ESXi 3.0 und höher, Microsoft-Hyper-V-Server 2008 Sflow und J-Flow.

Außerdem wurden viele Fixes eingearbeitet. Zusätzliche Funktionen, beispielsweise ein Monitoring der Bandbreitennutzung, VoIP-Monitoring oder Layer-2/3-Mapping, sind nach wie vor in Form optionaler Plug-ins erhältlich.

Manage Engine Op-Manager 8.0

Manage Engine [3], der Firmenname lässt es ahnen, ist ein Spezialist für Managementapplikationen. Op-Manager, die Netzwerk-Monitoring-Software aus dem Hause, ist laut Hersteller die erste Wahl von mehr als 700.000 Netzwerkadministratoren in 93 Ländern.

Nun, unsere erste Wahl ist es leider nicht. Das Produkt ist zwar insgesamt sehr leistungsfähig und durchaus in der Lage, Netzwerke, Netzwerkgeräte und Services zu überwachen, Performance-Engpässe aufzuspüren, Administratoren zu alarmieren und Berichte zu generieren. Aber es ist sehr mühsam, die Software so einzurichten, dass sie leistet, was sich ein Administrator wünscht. Da gibt es andere Produkte, die es dem Anwender viel leichter machen.

Schwierig ist bereits, sich für eine der vorhandenen Op-Manager-Editions zu entscheiden und unter den vielen Add-on und Plug-ins die richtigen auszuwählen. Bei Manage Engine ist es nicht leicht, zu bestimmen, welche Editions bereits welche Erweiterungen enthalten. Damit ist es kaum möglich, einen endgültigen Preis zu berechnen.

Unübersichtliche Add-on-Politik

Natürlich geht es sehr günstig los – die einfachste Edition ist für das Monitoring von bis zu zehn Knoten kostenlos (aber bei maximal zehn Knoten vermutlich auch überflüssig). Mit reichlichen Features und für uneingeschränkten Einsatz im WAN beziehungsweise zur Durchführung eines Distributed-Monitorings sind hingegen mindestens 6495 Dollar auf den Tisch zu legen. Dieser Preis gilt für die Überwachung von bis zu 250 Knoten.

Die Web-Schnittstelle von Op-Manager nutzt Widgets und ist hoch anpassbar, arbeitet aber nicht mit jedem Browser einwandfrei zusammen. Am besten klappte es mit Mozilla-Firefox.

Nach wie vor nicht ganz klar ist dabei, welche Add-ons und Plug-ins diese Enterprise-Edition bereits enthält und welche gegebenenfalls zusätzlich zu kaufen sind.

Damit klar ist, wovon die Rede ist: Zu den Add-ons und Plug-ins gehören unter anderem ein Cisco-IPSCA-Monitor, ein WAN-Monitor (der sich auf den Cisco-IPSCA-Agenten stützt), ein Netflow-Analyzer- und NCM-Plug-in, ein Vmware-Monitor, ein Exchange-200/2003/2007-, ein Active-Directory- und ein MS-SQL-Monitor.

Einfaches Setup

Das Setup des Programms dauerte im Test rund fünf Minuten und verlangte nur einige wenige, einfache Eingaben vom Administrator. Als Datenbank nutzt Op-Manager einen Microsoft-SQL-Server oder MySQL. Letzteres liefert Manage Engine gleich mit, was gut ist.

Nach dem ersten Start des Web-Clients möchte das Programm eine Auto-Discovery durchführen. Op-Manager unterstützt die automatische Discovery und Smart-Classifications mit Geräte- und Schnittstellenvorlagen, Massenimporte und Prozess-Templates.

Für die erste Discovery ist ein wenig Handarbeit gefragt: Der Administrator muss beispielsweise die zu entdeckenden Services, darunter DNS, Web, SQL, HTTP und POP, auswählen und anschließend eine IP-Range spezifizieren. Die anschließende Discovery war sehr zeitraubend, und das bereits in einem einzelnen Subnetz über einen Adressbereich von 0 bis 255.

Beim ersten Versuch hängte sich die Discovery aus unbekanntem Grunde auf. Im zweiten Anlauf schaffte es die Routine zwar bis ans Ende, entdeckte einige Geräte aber gar nicht und klassifizierte andere Geräte falsch. So fand die Software beispielsweise einen WLAN-Access-Point nicht, klassifizierte einen Router irrtümlich als Server und einen Switch als Desktop. Diese Fehler ließen sich beheben, aber andere Testkandidaten zeigten, dass es zu solchen Fehlern gar nicht erst kommen muss.

Probleme mit Widgets

Die an sich angenehm anzuschauende und leicht zu benutzende Client-Web-Applikation nutzt standardmäßig Internet-Explorer (auf der Testmaschine Version 8). In Verbindung mit diesem Browser funktionierte sie nicht gerade schnell.

Das war aber das geringste Problem. Die Applikation macht reichlich Gebrauch von Widgets, was an und für sich okay ist und dem Administrator unter anderem erlaubt, sich die Schnittstelle so zu gestalten, wie er sie gern hätte. Dumm ist nur, dass nach Klicken auf ein solches Widget, um beispielsweise die Ansicht des Infrastruktur-Snapshots zu öffnen, diese Ansicht gerade einmal ein bis zwei Sekunden lang geöffnet blieb, bis sie sich wieder schloss. Wie soll man da arbeiten?

Ein Versuch mit Google-Chrome schien zunächst Erfolg versprechender, bis etwas später festzustellen war, dass sich einige Fenster am Rand des Browsers öffneten. Der vollständige Inhalt der Fenster war so nicht zu sehen. Bei manchen Fenstern war dadurch die Schaltfläche zum Schließen des Fensters nicht mehr erreichbar. Da ein Verschieben der Fenster oder ein Scrollen darin nicht funktionierte, schied auch Google-Chrome aus. Zufrieden stellende Resultate ließen sich lediglich mit Mozilla Firefox erzielen.

Akzeptables Alarmsystem

Ohne Administratoreingriff überwacht Op-Manager erst einmal so gut wie nichts. Nahezu alle Monitore sind vorab zu konfigurieren und Geräten zuzuweisen. Zum Glück vereinfachen Templates diesen Prozess.

Wer die Mühe auf sich nimmt, erhält schließlich ein System mit gutem Fault-Management, Performance- und Geräte-Monitoring. Das Programm erzeugt ansehnliche Echtzeit-Grafiken, historische Berichte über Verfügbarkeit, Auslastung des Netzes und von Geräten, Antwortzeiten und Inventar.

Das WAN-Monitoring beschränkt sich auf die Überwachung der Verfügbarkeit von WAN-Links, Berichte über Performance-Analysen und Kapazitätsplanung. Eine vollständige Funktionalität erhält der Administrator nur mit dem optionalen WAN-Monitor-Add-on.

Das Alarmsystem ist akzeptabel, wenn auch etwas träge. Allerdings liefert das Programm kaum Erklärungen zu Alarmen, einstellbaren Parametern et cetera. Administratoren müssen sich schon sehr gut auskennen, um großen Nutzen aus dem Produkt zu ziehen.

Beim Setup wurde die Sprache Deutsch gewählt. Das Resultat war ein Mischmasch aus deutschen und englischen Begriffen in der Benutzerschnittstelle.

Solarwinds Orion Network Performance Monitor 9.5

Orion-Network-Performance-Monitor, kurz Orion-NPM, von Solarwinds [4]ist ein mächtiges Paket, für das ein mächtiger Preis zu zahlen ist. Das ist nicht ausschließlich monetär gemeint, sondern bezieht sich ebenso auf die Komplexität des Produkts und die Geduld, die bereits beim Setup nötig ist.

Wie schon die Produktbezeichnung vermuten lässt, konzentriert sich Orion-NPM auf die Überwachung der Netzwerkperformance. Möchte ein Administrator außerdem die Performance seiner Netzwerkapplikationen im Auge behalten oder die Netzwerkkonfiguration verwalten, muss er auf separate Produkte beziehungsweise Module zurückgreifen, die natürlich auch separat zu bezahlen sind.

Orion-NPM ist ein teures Produkt, dessen voller Funktionsumfang sich dem Administrator erst durch den Zukauf von Zusatzprodukten und Optionen erschließt.

Nur mit optionalen Erweiterungen ist darüber hinaus eine Netflow-Traffic-Analyse, ein IP-Address-Management und ein IP-SLA-Management möglich.

Hohe Skalierbarkeit

Eine Standardinstallation reicht aus, um bis zu rund 1000 Knoten zu überwachen. Grundsätzlich skaliert das Produkt sehr hoch darüber hinaus. Das heißt, es wächst gemeinsam mit dem Netzwerk.

Allerdings ist auch für diese Skalierbarkeit ein Preis zu zahlen, in diesem Fall in Form von zusätzlich zu installierenden Standby-Engines, mehrfachen Polling-Engines und/oder zusätzlichen Web-Servern. Für verteilte Netzwerke mit mehrfachen Instanzen von Orion-NPM stellt die Orion-Enterprise-Operations-Console (EOC) ein zentrales Befehlszentrum dar.

Wie kaum anders zu erwarten, ist die EOC eine optionale Komponente, die für rund 4000 Euro ihren Weg zum Administrator findet. Eine sogenannte Scalability-Engine, die Orion das Wachsen mit dem Netzwerk erlaubt, ist dagegen mit rund 400 Euro vergleichsweise billig.

Aufwändiger Setup-Prozess

Das Setup der Software dauerte im Test extrem lange. Der Hersteller sagt, sein Produkt sei in weniger als einer Stunde »up and running«. Gut, eine Stunde hat es nicht gedauert, aber selbst das zunächst als träge empfundene Whatsup verhielt sich im Vergleich mit Orion-NPM wie ein Sportwagen.

Wie Whatsup-Gold erfordert auch Orion-NPM einen Microsoft-SQL-Server und installiert gegebenenfalls Microsoft-SQL-Server-2005-Express-Edition. Außerdem erwartet Orion funktionierende Internet-Information-Services. Installationsvoraussetzungen zu überprüfen und zusätzlich notwendige Software zu installieren, ist nichts Neues und meistens auch kein Problem, aber PRTG-Network-Monitor und Op-Manager zeigten im Test eindrucksvoll, dass es auch anders geht. Und bei keinem dieser beiden Produkte mussten wir bis zum ersten Start der Applikation länger als fünf Minuten warten.

Orion-NPM offeriert zwei Benutzerschnittstellen, eine Windows-GUI und eine Web-Konsole. Die meisten Administratoren werden wohl zur Web-Konsole greifen, die ansprechend gestaltet, zügig zu bedienen und damit auch leicht zu beherrschen ist. Allerdings ist diese Schnittstelle nicht ganz so flexibel anpassbar wie beispielsweise die von Manage Engine, die dafür aber andere Probleme offenbarte.

Flexibles und zuverlässiges Alert-System

Neben den beiden Benutzerschnittstellen tauchen nach der Installation im Windows-Startmenü noch zahlreiche andere Applikationen auf, die beispielsweise zur Anpassung der Orion-NPM-Installation oder Pflege der Datenbank dienen.

Das Alert-System ist flexibel, funktionierte im Test einwandfrei und ist relativ leicht zu nutzen. Wie die anderen Produkte generiert Orion-NPM Alerts, wenn ein Ereignis eintritt oder ein Schwellenwert überschritten wird.

Für die Reaktion auf Alerts bietet das Programm viele Optionen, darunter die üblichen Benachrichtigungsoptionen, eine automatische Script- oder Programmausführung und eine Eskalationssequenz.

WLAN-Geräte mit überwacht

Netzwerk-Alerts zu konfigurieren ist nicht weiter schwer. Das Produkt erlaubt dem Administrator, Geräteabhängigkeiten zu definieren und Alerts für zusammenhängende Ereignisse und/oder für über eine bestimmte Zeit andauernde Zustände zu konfigurieren.

Damit lässt sich das System beispielsweise so einstellen, dass es nicht sofort einen Alert erzeugt, wenn vielleicht die CPU-Auslastung 90 Prozent überschreitet, sondern nur dann, wenn diese Phase fünf Minuten lang anhält.

Version 9.5 von Orion-NPM enthält (kostenlos, wie der Hersteller betont) einen Wireless-Poller zur Überwachung autonomer Access-Points und deren Clients. So unterstützt das Produkt Wireless-Geräte im Alert-System, in Berichten und in Top-10-Listen. Außerdem unterstützt das Produkt Cisco-Energywise-Monitoring.

Um zum Energy-Management zu gelangen, muss der Administrator aber ein paar zusätzliche Schritte ausführen: einen Readiness-Report ausführen, möglicherweise das IOS einiger Geräte aktualisieren und Energy-Richtlinien-Einstellungen selektieren.

Zusammenfassung

Ein für Enterprise-Netzwerke taugliches Monitoring muss weder extrem teuer noch kompliziert sein. Paessler bietet mit dem PRTG-Network-Monitor 7.2 ein vollständiges, hoch skalierendes und benutzerfreundliches Produkt zu einem Preis, der eher an Entry-Level-Software denken lässt.

Doch unser Test hat gezeigt, dass dieser Schein trügt. Tatsächlich war PRTG-Network-Monitor 7.2 unter den getesteten Produkten das am besten ausgestattete und am einfachsten zu benutzende Monitoring-Paket. Ein einfaches, klares Preisschema lässt nichts im Verborgenen und erleichtert die Produktauswahl.

Ja, auch mit den anderen drei Produkten lässt sich die von PRTG gebotene Funktionalität erreichen, doch nur mithilfe separater Produkte, Add-ons oder Plug-ins. Das macht bestenfalls vielleicht nur die Installation, Konfiguration und Bedienung komplizierter.

Schlimmer ist es, wenn nach der groß angelegten Produkteinführung festgestellt wird, dass die ausgewählte Edition eine kritische Aufgabe gar nicht erledigen kann. »Kein Problem«, mag da mancher Hersteller sagen. »Dafür gibt es ja unser Das-kann-ich-auch-Plug-in.« Was die Funktion betrifft, ist das vielleicht in der Tat kein Problem. Aber solche Plug-ins kosten fast immer Geld. Und nachträglich eine mehr oder weniger große zusätzliche Ausgabe rechtfertigen zu müssen, ist für viele IT-Fachleute ganz sicher schon problematisch.

Vor dem Hintergrund all dieser Gesichtspunkten können wir jedem, der auf der Suche nach einem guten Monitoring-Produkt ist, nur empfehlen, PRTG-Network-Monitor ganz oben auf die Liste der zu untersuchenden Produkte zu setzen. Für Network Computing ist es nach wie vor die »Referenz«.

Bis auf Op-Manager liefen alle vier getesteten Produkte rund, nachdem sie erst einmal installiert und konfiguriert waren. Das Browser-Problem von Op-Manager lässt sich lösen, und ob ein gelegentlich falsch klassifiziertes Gerät ein schwerwiegender Fehler ist, muss jeder Administrator für sich entscheiden.

Whatsup-Gold ist mit Optionen und Add-ons dem PRTG-Network-Monitor ebenbürtig, ihm in der letzten Ausbaustufe wahrscheinlich sogar überlegen. Dann wird das Produkt aber sehr komplex und teuer. Im direkten Vergleich mit PRTG stimmt also das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Das trifft auch für Solarwinds' Orion zu. Für den Preis, den Solarwinds aufruft, hätten wir einiges mehr erwartet.

[1] http://www.de.paessler.com/
[2] http://de.whatsupgold.com/
[3] http://www.manageengine.com/
[4] http://www.solarwinds.com/

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