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PC-Ware: Betriebsrat gefordert - fristlos gekündigt
Der Aufruf eines Mitarbeiters von PC-Ware zur Wahl eines Betriebsrates und die Beschreibung der Zustände in dem Unternehmen bleiben nicht ohne Folgen: Der Mitarbeiter wurde nur wenigen Stunden nach seinem Aufruf fristlos gekündigt. Derweil meldet sich PC-Ware-Chef Klaus Elsbacher zu Wort.
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PC-Ware reagiert hart auf die Forderungen eines Mitarbeiters
PC-Ware zieht nun Konsequenzen aus dem Schreiben eines Mitarbeiters, in dem er zur Wahl eines Betriebrates aufruft. Nur wenige Stunden nachdem der 58-jährige ehemalige Cash Manager des Unternehmens die Mail versendet hat, wurde er fristlos gekündigt. Die Beschreibung der derzeitigen Situation in dem Systemhaus, habe beleidigende Äußerungen enthalten, so die Begründung der Kündigung. Wie Computer Reseller News von den Mitarbeitern erfahren hat, gab es zum Teil Standing Ovations als der Gekündigte sich von seinen Kollegen verabschiedet hat. Offensichtlich hat er den meisten aus der Seele gesprochen.
Die harte Reaktion des PC-Ware-Vorstandes zeigt wenig Verständnis für die Verunsicherung der Mitarbeiter. Denn der Verfasser des Aufrufes hatte in seinem Schreiben angeprangert, niemand dürfe mehr Kritik am eingeschlagenen Kurs üben. Er sagt aber auch ganz deutlich, dass er sich nicht gegen die Veränderungen per se stellt, diese aber nicht ohne die Mitarbeiter herbeigeführt werden können. Nach einer ersten Entlassungswelle und weiteren vereinzelten Kündigungen, herrscht in der Belegschaft Angst und Vertrauensverlust, wie der Gekündigte beschreibt: »Bei allen Veränderungen der letzten neun Monate darf man sich inzwischen noch ernsthafter die Frage stellen, was wird aus PC-Ware? Sind alle Aktionen des Vorstandes nur darauf angelegt, die Comparex auf Kosten der PC-Ware zu stärken? Bleibt die Firmenzentrale in Leipzig erhalten oder wandern die Arbeitsplätze nach Wien?« - so die Fragen, die in dem Brief aufgeworfen werden.
Keine weitere Kündigungswelle
PC-Ware-Chef Klaus Elsbacher versucht zu beschwichtigen
Die Reaktion von PC-Ware auf dieses Schreiben, dürfte die Ängste der Angestellten nur noch weiter schüren. Fast zynisch klingt in diesem Zusammenhang das Statement von PC-Ware-Chef Klaus Elsbacher »Wir lehnen prinzipiell einen Betriebsrat nicht ab. Sollten sich an der Entwicklung des Unternehmens interessierte Mitarbeiter zur Wahl stellen, steht dem natürlich nichts entgegen«. Der Aufruf machte nicht den Eindruck, der Mitarbeiter sei nicht an der Entwicklung des Unternehmens interessiert gewesen – im Gegenteil.
Trotzdem will Elsbacher seine Mitarbeiter auch beruhigen. Von einer weiteren Entlassungswelle könne nicht gesprochen werden. »PC-Ware Deutschland durchläuft wie alle Länder der PC-Ware Group seit dem Sommer einen Umstrukturierungsprozess. In diesem prüfen wir, welche Bereiche gestärkt und welche verschlankt werden müssen, um langfristig ein profitables und stabiles Unternehmen zu garantieren. Wir stellen also neue Mitarbeiter ein, müssen uns aber auch von Mitarbeitern trennen. Insgesamt arbeiten bei PC-Ware so heute 50 Mitarbeiter mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Von einer Kündigungswelle kann hier keine Rede sein«, erklärt Elsbacher.
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