Stark wachsende Datenmengen:
Datenverluste bei Virtualisierung nehmen zu

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

18.03.2010

Größeren Andrang bei der Datenrettung für virtualisierte Systeme bemerkt der Dienstleister Kroll Ontrack. Meist sind Anwendungsfehler die Ursache. Inzwischen gibt es auch bei Cloud-Computing Bedarf für die Rettung von Daten.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Mittlerweile hat sich Virtualisierung bei Unternehmen etabliert. Dies zeigt sich auch an den Erfahrungen des Dienstleisters Kroll Ontrack [1]. Er stellt fest, dass immer mehr Unternehmen hier um Hilfe bei der Datenrettung nachsuchen. Nachdenklich macht dabei die Erfahrung, dass die meisten Probleme durch Anwender entstehen. Außerdem hat sich ein neuer Aufgabenbereich bei Kroll etabliert: Cloud-Computing. Hier gibt es mittlerweile Bedarf bei den Unternehmen. Es ist aber auch so, dass das Datenvolumen insgesamt zunimmt, das Ontrack-Techniker retten sollen. Als Ursache dafür hat das Unternehmen vor allem kleine Unternehmen und Home-Offices ausgemacht.

Mittlerweile bekommt Kroll Ontrack immer mehr Anfragen, Daten von virtualisierten Systemen zu retten.

Zwei Zahlen sprechen für die Probleme mit Daten bei der Virtualisierung: Zum einen haben hier bei Ontrack die Anfragen zur Datenrettung in 2009 um 58 Prozent gegenüber 2008 zugenommen. Zum anderen führt das Unternehmen 87 Prozent der Datenverluste auf Fehler durch den Anwender zurück.

Bei Cloud-Computing sind es vor allem Online-Daten-Dienste, die mittlerweile vermehrt von Unternehmen genutzt werden. Auch wenn die Daten irgendwo im Internet stehen, sie sind immer auf physikalischen Maschinen gespeichert. Und diese Hardware kann kaputt gehen.

Datenverluste entstehen auch, wenn die Verbindung unbeabsichtigt beendet wird, während Anwender mit Daten auf Cloud-Systemen arbeiten. In einem realen Fall war die Folge, dass der Windows-Host die betroffene Storage-Einheit nicht mehr akzeptierte und sie als »nicht zugewiesen« bezeichnete. Folglich konnten die Nutzer nicht mehr auf das dort befindliche Dateisystem zugreifen.

Ursachen für Datenverluste bei Vmware

Zu den häufigsten Fehlern bei der Virtualisierung gehören einmal Probleme bei VMFS, dem Vmware-Dateisystem:

  • Beschädigte VMFS-Dateien auf ESX-Servern,
  • auf VMFS oder in einer virtuellen Maschine (VM) gelöschte Dateien oder
  • Volumes, die formatiert oder neu installiert werden.

Weiter gibt es Schäden bei den Daten:

  • Dies können VMDK-Dateien (Virtual-Machine-Disk-Format) sein, speziell auch bei SQL, Exchange oder Oracle.
  • Auch gelöschte Dateien innerhalb einer VM kommen vor.

Andere Fehler sind:

  • Probleme bei Raid, Drive oder iSCSI oder
  • ein Raid-Array wird unbeabsichtigt formatiert.

Kroll Ontrack rettet Daten von verschiedenen Vmware-Systemen [2]. Dazu gehören »ESX«-Server, »Server« (GSX), »Workstation« und »Infrastructure 2« sowie »3« mit ESX-Server und »VMFS«.

Vermischung von privaten und geschäftlichen Daten

Als einen Grund für die drastische Zunahmen bei kleinen Unternehmen und Home-Offices sieht Ontrack: Diese wählen deutlich weniger als größere Firmen aus, was archiviert beziehungsweise gelöscht werden soll. Sie vermischen auch häufig private und geschäftliche Daten. Dadurch können die Datenvolumen durch Bilder, Audio- und Video-Dateien stark wachsen.

Bei der Entscheidung über die archivierenden Daten nennt Ontrack verschiedene Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt: verfügbarer Speicherplatz, Effizienz, Kosten, juristische Gefahren und gesetzliche Vorgaben.

[1] http://www.ontrack.de/
[2] http://www.ontrack.de/VMware-datenrettung/