Gut für Aufgaben, die automatisieren lassen:
Client Lifecycle Management im Zeichen der Virtualisierung

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Alexander Deindl, Werner Veith

31.08.2009

Einfache Administration, flexible Geschäftsprozesse, niedrige Betriebs- und Wartungskosten – das Thema Virtualisierung bestimmt die Schlagzeilen der Fachpresse. Unterschätzt wird dabei häufig das Client Lifecycle Management: Doch auch in virtualisierten Systemumgebungen funktioniert nichts wie von Geisterhand.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Citrix, Microsoft, Sun, VMware – im Marktsegment der Virtualisierungstechnologien herrscht rege Betriebsamkeit. Egal, ob Hardware-, Betriebssystem- oder Softwarevirtualisierung: Die Motive für die Einführung einer virtualisierten Systemumgebung sind vielfältig und reichen von Geschäftsprozessoptimierung über Green IT bis hin zum verbesserten Platzmanagement im Rechenzentrum. In der Euphorie über die neuen Möglichkeiten fällt ein Aspekt allerdings häufig unter den Tisch: das Client Lifecycle Management.

Das Infrastruktur-Management-Portfolio von Frontrange Solutions

Denn auch in virtualisierten IT-Strukturen stehen IT-Administratoren in der Pflicht, wiederkehrende Aufgaben wie Installation, Lizenzmanagement und Support zu standardisieren und zu automatisieren: »Manch ein Hersteller erweckt den Eindruck, mit Virtualisierung lösten sich die Herausforderungen an das Systemmanagement in Luft auf. Diese Vorstellung ist falsch«, relativiert Stefan Dobe, Produktmanager bei der Frontrange Solutions [1] und Experte für IT-Infrastrukturmanagement aus Filderstadt. Schnell folge die Ernüchterung, wenn es nach der Implementierung von Virtualisierungstechnologien schließlich um die individuellen Anforderungen des Unternehmens gehe.

Homogene Hardware als seltener Idealfall

Dobe geht ins Detail: Solange IT-Verantwortliche immer auf dieselbe Hardware setzten, ließe sich »wunderbar und einfach mit Images virtualisieren«. Anders sehe die Situation allerdings aus, wenn sich die Umgebung durch neue Treiber, Hardware-Komponenten oder aber regelmäßige Updates verändere. »Dann leistet Client Lifecycle Management im Zusammenhang mit Virtualisierung wertvolle Dienste.« Ebenso sollte im Vorfeld einer Virtualisierung geklärt werden, wie das Management unterschiedlicher Systeme bewerkstelligt werden könne. »Unternehmen besitzen in der Regel unterschiedliche Systeme für die diversen IT-Anforderungen. Dazu gehören SQL-, Exchange- oder Webserver, die entsprechend unterschiedlich verwaltet werden müssen.«

Gleiches gelte für das Management virtualisierter Desktops. »Im Grunde genommen ist es egal, ob der Client virtuell oder physikalisch existiert, und ob es sich um Citrix XenServer, VM ESX oder Microsoft Hyper V handelt – Client Lifecycle Management ist immer dann interessant, wenn man wiederkehrende IT-Aufgaben sinnvoll automatisieren kann. Und das ist in virtualisierten Strukturen der Fall.«

Dynamische Erstellung von Benutzerprofilen

Auch in virtuellen Umgebungen gehört es Dobe zufolge zu den klassischen Aufgaben von IT-Administratoren, Betriebssystem, Anwendungen und maschinenspezifische Konfigurationen automatisiert übertragen zu können. Eine flexible Zuweisung der unterschiedlichen Desktops für individuelle Anwenderbedürfnisse setzt allerdings die dynamische Erstellung von Benutzerprofilen voraus. Die Verwendung von Benutzerprofilen in solchen dynamischen Umfeldern stellt jedoch eine besondere Herausforderung dar. Der Grund: Häufig unterscheidet sich bereits die Nutzung der Profile zwischen den verschiedenen Windows-Versionen teils eklatant.

Alexander Deindl, freier Redakteur aus München

Das typische Problem bei der Virtualisierung: Benutzerprofile müssen eine Verteilung auf verschiedene virtuelle Server ermöglichen, weil auch die Anmeldung des Anwenders an einem Pool virtueller Maschinen erfolgt. Hinzu kommt, dass auch in zentralistischen IT-Topologien personalisierte Einstellungen für jeden Benutzer innerhalb des Betriebssystems, spezifische Anwendungen oder exotische Einstellungen vorgenommen werden müssen.

Tools für CLM erleichtern den Einsatz von Virtualisierung

Ebenso wie in klassischen Client Server-Umgebungen lassen sich Client Lifecycle Management Tools auch für virtuelle Systemumgebungen nutzen. Moderne Werkzeuge verwenden ein spezielles Policy-basiertes Management auf Anwender-Ebene. Das Prinzip: IT-Administratoren definieren einmal den gewünschten Zustand und die Inhalte sowie Konfigurationseinstellungen der Images. Systemmanagement-Werkzeuge sorgen schließlich für die Umsetzung und kontrollieren fortlaufend die Einhaltung der vom Systemadministrator festgelegten Vorgaben. Dies funktioniert selbst beim laufenden Betrieb virtueller Server.

Die Policy-Unterstützung der Werkzeuge erfüllt grundsätzlich zwei Funktionen: Einerseits lassen sich Images für unterschiedliche Servertypen anhand festgelegter Regeln definieren und automatisch aktualisieren. Dazu gehören Verteilmechanismen und Definitionen, welcher Benutzer nach der Anmeldung am Server mit welchen Applikationen arbeiten darf. Ebenso wichtig ist jedoch die Protokollfunktion eines Policy-basierten Managements. Damit ist es möglich, sämtliche Informationen des Systemmanagements zur Installation und Konfiguration des Images zu dokumentieren und auszuwerten.

Wildwuchs der Systeme im Griff behalten

Ferner helfen Client Lifecycle Management Tools, den Überblick über die im Unternehmen verwendeten virtuellen Server zu behalten. Ähnlich wie bei physikalischen Serverstrukturen existiert auch in virtuellen Umgebungen ein gewisser Wildwuchs der Systeme. Auch hier müssen klare Aufgabenverteilungen für die jeweiligen Server definiert werden. Ein Rollen- und Berichtigungsmodell innerhalb des Systemmanagements sorgt dafür, dass IT-Administratoren jederzeit die Kontrolle über die Erstellung und die Verwendung virtueller Server behalten. Wichtigste Eigenschaft: IT-Verantwortliche definieren, welcher Mitarbeiter welchen Servertyp generieren darf.

Darüber hinaus muss die Frage geklärt werden, auf welchem physikalischen System sich ein virtueller Server befindet. Über ein Policy-basiertes Systemmanagement kann ein IT-Administrator erkennen, wenn ein Anwender einen neuen Desktop erhält. »Trotz aller Anfangseuphorie werden auch in Zukunft sowohl virtualisierte als auch physikalische IT-Strukturen in Unternehmen Verwendung finden. Am grundsätzlichen Bedürfnis nach Systemmanagement wird sich deshalb nichts ändern«, so das Fazit von FrontRange-Manager Dobe.

Alexander Deindl ist freier Redakteur in München.

Mit freundlicher Genehmigung von InformationWeek [2]

[1] http://www.frontrange.com/
[2] http://www.informationweek.de/

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