eTicketing auf dem Vormarsch:
Flughäfen investieren in elektronischen Service

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

12.03.2010

Das Aus für die klassischen Ticketschalter an Flughäfen rückt immer näher: 80 Prozent der Airport-Betreibergesellschaften wollen künftig den Großteil ihrer Passagiere über elektronische Self-Service-Terminals abfertigen. Auch in anderen Gebieten soll mehr Technik den Flughafenbetrieb in den nächsten Jahren wesentlich vereinfachen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

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(Grafik: SITA)

Mobilität ist einer der wichtigsten Trends, der derzeit die IT und auch die Gesellschaft nachhaltig verändert. Das verlangt auch an großen Mobilitätsknotenpunkten wie Flughäfen einige Veränderungen - nicht nur unsichtbar im Hintergrund (z.B. Gepäckverfolgung). Immer mehr Fluggäste erwarten heutzutage beispielsweise selbstverständlich Services wie drahtlose Internetzugänge in den Terminals und auch Flugzeugen.

Die größten Veränderungen bringen die neuen Technologien und Möglichkeiten jedoch für die Passagierabfertigung. Durch die zunehmende Digitalisierung der Tickets und Abläufe, werden seit Jahrzehnten bekannte Flughafeneinrichtungen, wie etwa die ewigen Reihen an Check-in Schaltern, verschwinden, oder zumindest völlig neu definiert:

So planen laut einer aktuellen Umfrage des IT-Anbieters für die Luftfahrt, SITA, 80 Prozent der Flughafenbetreibergesellschaften möglichst bald den Großteil ihrer Passagiere über digitale Terminals und Kioske einchecken zu lassen. Neben den bisher eingesetzten Technologien rund um elektronische Boardingpässe soll dafür insbesondere die Handy-Bordkarte noch weiter vorangetrieben werden. Mit dieser Möglichkeit, Barcode-basierte Boarding-Pässe (BCBP) direkt an Mobiltelefone zu senden, rückt das Ziel »papierloses Reisen« ein gutes Stückchen näher.

Derzeit wird die automatische Abfertigung an Gates von fünf Prozent der befragten Flughäfen eingesetzt, weitere sechs Prozent wollen sie noch 2010 einführen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will dann ein Drittel der Flughäfen nach ihren derzeitigen Plänen entsprechend ausgestattet sein.

Schnell und sicher: Automatische Zugangskontrollen

(Grafik: SITA)

Ein weiteres Feld, auf dem die Flughafenbetreiber künftig noch stärker von einem ausgeweiteten Technikeinsatz profitieren wollen, ist die Sicherheit der Airports. Gerade durch Automatisierungstechnologien wie Videoanalysen, RFID und Bluetooth hoffen sie, die Wartezeiten an neuralgischen Punkten wie etwa Sicherheitskontrollen besser steuern zu können, sowie gleichzeitig einen höheren Sicherheitslevel zu erreichen.

Waren bis Ende 2009 erst elf Prozent der im Rahmen einer Umfrage von SITA [1] betrachteten Flughäfen mit automatisierten BCBP-Zugangskontrollen an Sicherheits-Checkpunkten ausgestattet, so soll sich diese Zahl im Laufe dieses Jahres verdoppeln und bis Ende 2012 sogar verdreifachen.

Neben Sicherheitsanwendungen sollen die neuen Technologien jedoch auch auf anderen Gebieten wie dem Passagierservice verstärkt eingesetzt werden. Beispielsweise plant knapp die Hälfte der Betreibergesellschaften, in den nächsten zwei Jahren bargeldloses Bezahlen in den Shops und auf Parkplätzen ihres Flughafens einzuführen. Einige wollen außerdem Promotion-Aktionen und Werbung über die Mobiltelefone der Reisenden anschieben.

[1] http://www.sita.aero/

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