Kontinuierliche Überwachung der Sprachqualität:
VoIP ohne Alpträume betreiben
VoIP ist zwar theoretisch nur eine weitere Anwendung im Netzwerk. Trotzdem hat die Technologie ihre ganz eigenen Herausforderungen. Network Instruments hat sechs Tipps zusammengestellt, damit Voice-over-IP weniger Kopfschmerzen bereitet.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Mit Unified-Communications lässt sich die Kommunikation etwa durch eine bessere Erreichbarkeit verbessern. Basis dafür ist die Technologie Voice-over-IP (VoIP). Funktioniert deren Einsatz nicht richtig, haben weder die Nutzer, noch der Administrator viel Freude daran. Zwar ist VoIP nur eine weitere Applikation im Netzwerk, aber sie hat ein paar spezielle Anforderungen, die dem Administrator Kopfzerbrechen bereiten können. Network Instruments [1] hat daher sechs Tipps zusammengestellt, um den Einsatz zu meistern. Dies geht von der Messung der Qualität der Gespräche bis hin zur Ermittlung von entsprechenden Normalwerten (Baselines) im Netzwerk.
Eines der häufigsten Probleme bei der VoIP-Überwachung ist nach Ansicht von Mike Motta, Ausbilder bei der Network Instruments University, die Zuordnung von Sprachdatenströmen zu einzelnen Gesprächen.
Das wichtigste Kriterium für VoIP ist die Sprachqualität. Um diese zu messen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dies beginnt mit MOS (Mean-Opinion-Score) oder dem R-Faktor, die die Verständlichkeit beurteilen. Weitere Parameter auf der Netzwerkebene sind Jitter, Paketverlust, Verzögerung, Priorisierung oder Kompressionsverfahren. Über diese Werte bekommt der Administrator objektive Hinweise, wie es um die Sprachqualität bestellt ist beziehungsweise nicht.
Gerade auf WAN-Strecken ist QoS ein unersetzliches Instrument, um die Sprachqualität zu sichern. Ist diese falsch eingestellt, kann es etwa zu Verzögerungen der Pakete kommen, was wiederum sich auf die Qualität auswirkt.
Für die VoIP-Überwachung muss sich der Administrator auch Gedanken machen, wo er Analysegeräte oder Probes platziert, um VoIP-Parameter zu ermitteln. Wird nur die WAN-Strecke überwacht oder gibt es auch für das LAN-Messwerte? Erfolgen die Messungen Ende-zu-Ende, also von Telefon zu Telefon, oder etwa nur zwischen den Netzwerkkomponenten. Interessant ist hier auch, welche Werte für die Sprachqualität die VoIP-Anlage selbst liefern kann.
Um die Ursache im Netz zu lokalisieren, hilft es den Jitter mit der verfügbaren Bandbreite zu vergleichen. Gibt es eine direkte Beziehung zwischen den beiden Parametern, dann ist normalerweise das Netz ausgelastet. Andernfalls sind lokale Faktoren in den Netzwerksegmenten, nach denen der Administrator suchen muss.
Gibt es keine kontinuierliche Überwachung der Sprachqualität, erfährt der Administrator typischerweise erst von Problemen, wenn diese etwa beim Helpdesk aufschlagen. Weiß der Administrator jedoch, wie normale oder akzeptable VoIP-Werte aussehen, kann er sich alarmieren lassen, wenn diese nicht mehr eingehalten werden.
Manche Probleme tauchen jedoch nur schleichend auf. Deshalb ist es wichtig über kontinuierliche Messungen Baselines zu definieren, und so Trends bei der VoIP-Qualität zu erkennen. Dies hilft, entsprechende Maßnahmen wie eine höhere Kapazität des Netzes rechtzeitig zu planen.
[1] http://www.networkinstruments.com/
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