Schritt für Schritt vorgehen:
Client-Management: Gute Planung ist die halbe Miete

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Sascha Häckel, Werner Veith

27.08.2009

Wenn Unternehmen mit den Jahren wachsen, vergrößert sich dabei meist auch fortwährend das »Chaos« an unterschiedlichen IT-Systemen im Einsatz. Automatisierte Client-Management-Systeme helfen dem Administrator, diesen Wirrwarr an Equipment und Software sicher im Griff zu behalten.

Die Einführung eines Clientmanagement-Systems in einem Unternehmen beginnt selten auf der grünen Wiese. Denn Unternehmen wachsen in der Regel dynamisch, und mit steigender Mitarbeiterzahl wächst das IT-Equipment einfach mit. Mit der Zeit gibt es dann immer mehr Rechner in unterschiedlichsten Konfigurationen sowohl bezüglich ihrer Hardware als auch der installierten Software. Und die dankbare Aufgabe des Administrators ist es dann, alle Systeme am Laufen zu halten und individuell zu betreuen. Irgendwann wächst dabei – meist aus Mangel an Ressourcen – der Wunsch, bestimmte Aufgaben oder Prozesse zu automatisieren, um mehr Zeit für andere wichtige Dinge zu haben. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Unternehmen typischerweise darüber nachdenken, ein Clientmanagement-System einzuführen.

Für ein effektives Clientmanagement müssen die verschiedenen Komponenten wie Inventarsierung, Lizenzmanagement, Softwareverteilung und Helpdesk so nahtlos ineinandergreifen wie die Teile eines Puzzles. (Quelle: Pixelio, Rainer Sturm)

Ist Ihr Unternehmen an diesem Punkt angelangt, sollten Sie jedoch nicht gleich voller Elan die vermeintliche Rundum-Glücklich-Suite auf ihren Arbeitsplätzen und Servern installieren, sondern zunächst damit beginnen, die Administrationsprozesse in Ihren Unternehmen zu hinterfragen: Womit verbringen Sie und Ihre Kollegen hauptsächlich Ihre Arbeitszeit? Welche Tätigkeiten führen Sie dabei aus? Handelt es sich eher um die Installation neuer Rechner, um Konfigurationsänderungen, oder sind Sie tagtäglich mit der Installation von Anwendungssoftware beschäftigt? Finden Sie hier zunächst die Prozesse heraus, die die meiste Zeit in Anspruch nehmen. Diese Aufgaben sollten Sie dann als erstes mit dem neuen Clientmanagement-System umsetzen und automatisieren.

Schritt für Schritt zur Automatisierung

Dieses schrittweise Vorgehen hilft dabei, einen in der Praxis häufig gemachten Fehler zu vermeiden. Denn anfangs erscheint es oft sehr reizvoll, die IT-Landschaft mit einer Clientmanagement-Software zu einem voll automatisierten, fehlerminimierten System auszubauen. Doch daraus kann sich schnell ein so umfangreiches Projekt entwickeln, dass entweder die Unternehmensleitung vor dessen Durchführung zurückschreckt, oder Sie bei der Umsetzung plötzlich vor lauter Baustellen nicht mehr wissen, wo Ihnen der Kopf steht.

Vor der Einführung eines neuen Clientmanagement-Systems sollten Sie sich überlegen, welche Prozesse besonders viel Zeit verschlingen und diese Aufgaben zuerst automatisieren. In vielen Unternehmen ist dies vermutlich die Verteilung von neuer Software und Patches. (Bild: Aagon)

Daher ist es in den allermeisten Fällen sinnvoll, ein Clientmanagement schrittweise umzusetzen. Hierbei sollten Sie nur darauf achten, dass die gewählte Lösung integriert aber modular aufgebaut ist und eine schrittweise Einführung der einzelnen Komponenten erlaubt.

Viele Projekte scheitern auch daran, dass die Verantwortlichen deren Ziele nicht präzise definiert haben. Beim Clientmanagement kommt zudem oft hinzu, dass viele nicht wissen, von welchem Punkt aus sie in das Projekt starten – das heißt in welchem Zustand sich die eigene Unternehmens-IT eigentlich befindet. So haben Projektverantwortliche zwar oft deren Soll-Zustand vor Augen, kennen jedoch ihren Ist-Zustand gar nicht genau.

Dadurch sind sie zu Beginn des Projekts jedoch kaum in der Lage, die für ein reibungsloses Clientmanagement wichtigen Faktoren richtig einzuschätzen. Oft scheitert es in der Praxis bereits schon daran, die exakte Anzahl an Rechnern im Unternehmen spontan korrekt zu benennen. So stehen einige Geräte beispielsweise noch verpackt im Lager, viele befinden sich im produktiven Betrieb, und andere sind schon aus dem Betriebskreislauf ausgeschieden und warten in einem Abstellraum auf ihre Entsorgung. Hier lohnt es sich daher, vor dem eigentlichen Projektstart etwas Zeit zu investieren. Denn je besser man die eigene Ausgangssituation kennt, desto besser wird auch das Projekt laufen.

Komponenten des Clientmanagements

Wenn Sie nun wissen, wo Sie genau stehen, welche Tätigkeiten Sie in welcher Reihenfolge nacheinander automatisieren wollen und geklärt haben, wer zukünftig welche Tätigkeiten wie durchführen soll, geht es an die Einführung der ersten Komponenten.

Die Basis eines erfolgreichen Clientmanagements ist immer die Inventarisierung von Hard- und Software der Arbeitsplatzrechner. Vor der Verteilung neuer Software können Sie so prüfen, ob die Zielrechner über die richtige Betriebssystemversion sowie den notwendigen Patch-Stand verfügen. (Bild: Aagon)

Die Basis eines erfolgreichen Clientmanagements ist immer die Inventarisierung. Denn nur wenn die komplette Hard- und Software im Unternehmen erfasst und regelmäßig inventarisiert sind, ist der Administrator in der Lage, seine Managementprozesse effektiv zu steuern und diese abhängig von der jeweiligen Konfiguration der Rechner anzustoßen.

Wer beispielsweise Software erfolgreich verteilen will, sollte vorher wissen, ob die jeweiligen Zielrechner auch alle Voraussetzungen wie ausreichend Arbeitsspeicher und Festplattenplatz, die richtige Betriebssystemversion sowie den notwendigen Patch-Stand erfüllen. Weitere wichtige Komponenten des Clientmanagements sind das Lizenzmanagement, eine Möglichkeit zur Fernwartung (Remote Control) sowie ein Helpdesk.

Denn wer seine Software inventarisiert und verteilt, kann die dabei gewonnenen Daten idealerweise direkt zur Verwaltung seiner Lizenzen nutzen – und beispielsweise bei Überlizenzierung sogar oft bares Geld sparen. Wer hingegen seinen Helpdesk effizient betreiben will, sollte den dafür verantwortlichen Mitarbeitern wiederum den direkten Zugriff auf die Hard- und Softwareinformationen der anfragenden Benutzer ermöglichen.

Keine Angst vor Paketierung

In vielen Unternehmen ist die Verteilung von Software und Patches ein großer »Zeitfresser« und soll daher als erstes – nach der Inventarisierung natürlich – mit einem Clientmanagement-System umgesetzt werden. Doch bevor sich eine Software automatisiert verteilen lässt, muss sie zunächst in dafür geeignete Pakete verpackt werden. Dies war in der Vergangenheit ein zeitaufwändiges Unterfangen, vor dem viele Unternehmen so lange zurückschreckten, bis der Leidensdruck hoch genug wurde. Doch hier hat sich die Situation mittlerweile deutlich entspannt. Denn heute liefern viele Softwarehersteller ihre Anwendungen auch als MSI-Paket oder Silent-Setup aus, selbst wenn dies auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist.

Viele Hersteller liefern ihre Software bereits als MSI-Paket aus, was deren Verteilung im Netzwerk sehr einfach macht. Bei Individualsoftware oder exotischeren Programmen, die nicht als MSI-Paket angeboten werden, sollte die Clientmanagement-Software den Administrator beispielsweise mit einem Wizard bei der Paketierung helfen. (Bild: Aagon)

Ein klassisches Beispiel hierfür ist der Adobe-Reader. Auch wenn man von der Website lediglich eine Setup.exe herunterladen kann, enthält diese zur weiteren Installation ein verstecktes MSI-Paket, das sich wiederum problemlos mit einem passenden Clientmanagement-System verteilen lässt. Bei Individualsoftware oder exotischeren Programmen, die nicht als MSI-Paket angeboten werden, können entsprechend ausgebildete Dienstleister und natürlich der Hersteller der Clientmanagement-Software dabei helfen, die Systematik der Paketierung zu erläutern und bei der Umsetzung hilfreich zur Seite stehen.

Kosten betrachten

Wie bei jedem Projekt spielen auch beim Clientmanagement die Kosten für das neue System eine wichtige Rolle. Diesen die Einsparungen gegenüberzustellen, die durch den Einsatz des Clientmanagements erzielt werden können, ist dabei in der Praxis oft schwierig.

Grundsätzlich gilt aber auch hier, dass eine Clientmanagement-Lösung durchaus kostengünstig sein darf – solange sie modular aufgebaut ist, alle Module wie Inventarisierung, Softwareverteilung, Lizenzmanagement und Helpdesk nahtlos integriert, Schnittstellen nach außen bietet und vor allem einfach zu bedienen ist. Denn insbesondere mangelhafte Integration der Komponenten oder zu komplexe Oberflächen können sich im Nachhinein schnell als neuer Zeitkiller erweisen, die die Administrationsmannschaft letztendlich nur mit neuen Aufgaben auf Trab halten.

Wenn Sie die wichtigsten Punkte aus diesem Beitrag beherzigen, benötigen Sie für die erfolgreiche Umsetzung Ihres Clientmanagement-Projekts eigentlich nur noch die richtige Software. Nach der gründlichen Vorbereitung in Form einer vollständigen Ist-Analyse, der Überprüfung von Prozessabläufen in der eigenen IT-Umgebung und der Definition Ihrer konkreten Ziele unter Beachtung der verfügbaren Ressourcen und Kosten können Sie nun evaluieren, welcher Hersteller von Clientmanagement-Systemen Ihnen die kostengünstige Umsetzung Ihres Projekts am einfachsten macht.

Sascha Häckel ist Geschäftsführer bei Aagon Consulting in Soest.

Mit freundlicher Genehmigung von InformationWeek [1]

[1] http://www.informationweek.de/

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