Technik allein ist es nicht:
Desktop-Virtualisierung noch vor dem Abheben

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

11.03.2010

Im Gegensatz zur Server- hat Desktop-Virtualisierung bei den Unternehmen noch nicht Fuß gefasst. Der Druck durch weniger Kosten und mehr Flexibilität wächst aber. Bei Mobile-Computing hat das Thema schon mehr Aufmerksamkeit.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Server-Virtualisierung hat es vorgemacht. Auf weniger Systemen lässt sich mehr Leistung in Form von virtuellen Maschinen bereitstellen. Dies spart Platz im Rechenzentrum und erfordert weniger Energie. Die Virtualisierung der Clients verspricht ebenfalls einige Vorteile. Nach Ansicht des Beratungshauses Centracon steht »die große Welle bei der Client-Virtualisierung« noch bevor. Denn die Unternehmen sind noch mit der Server-Virtualisierung beschäftigt. »Es ist aber eindeutig eine wachsende Sensibilität« für Client-Virtualisierung festzustellen, so Robert Gerhards, Geschäftsführer bei Centracon [1]. Er macht dafür einmal den Druck verantwortlich, Kosten zu senken. Daneben wächst die Notwendigkeit, bei den Clients flexibler und mobiler zu agieren.

Die Anzeichen mehren sich, dass Desktop-Virtualisierung kurz vor dem Abheben steht. (Quelle: Fotolia, Miredi)

Aber bereits jetzt kommt das Thema »Smart Client« in die Unternehmen. Centracon hat beobachtet, dass das einmal im Bereich Mobile-Computing geschieht. Außerdem kommt das Thema hoch, wenn Firmen neue Desktops in Abteilungen, Unternehmensbereich oder Standorten einrichten müssen.

Kern eines Smart-Client-Konzepts sieht Centracon in der Desktop-Virtualisierung. »Über entsprechende Workflows gesteuert, erhalten Mitarbeiter ihren IT-Arbeitsplatz quasi aus der Steckdose«, so Gerhards. Über Self-Services lässt sich hier viel automatisieren.

Entsprechendes Virtualisierungskonzept notwendig

So wenig Server-Virtualisierung ein einfaches Unterfangen ist, gilt das auch für Desktop-Virtualisierung. Gerhards mahnt hier ein »bedarfsgerechtes und mittelfristig angelegtes Virtualisierungskonzept« an. Außerdem muss eine Desktop-Virtualisierung auch in die Unternehmensorganisation integriert werden.

Dabei gilt es alle relevanten IT-Abteilungen einzubinden. Weiter hat das Vorhaben Auswirkungen auf Prozesse und die IT-Organisation. Dies erfordert Veränderungen. Holt ein Unternehmen dabei die Anwender nicht mit ins Boot, kann dies langfristig den Erfolg gefährden. Auch externe Dienstleister müssen berücksichtigt werden.

Um eine gute Entscheidung für eine Desktop-Virtualisierung zu treffen, gehört eine differenzierte Nutzwert-Analyse dazu. Diese zeigt auf, ob sich die gewünschten Effekte so realisieren lassen. Neben dem technischen Aspekt gilt es dabei auch, die organisatorischen Bedingungen und die strategischen Business-Planungen zu berücksichtigen.

[1] http://www.centracon.com/

Verwandte Artikel