Netzwerkverzögerung als Fehlerursache:
Drei große Cloud-Plattformen im Test: Keine ist für alles geeignet
Mit Stress-Tests untersuchten Forscher der Universität von New South Wales und andere die Cloud-Computing-Plattformen von Amazon, Google und Microsoft. Dabei zeigten sich Probleme bei Performance und Verfügbarkeit.
Nach einem Bericht [1] der »itnews for Australian Business« haben Forscher der Universität von New South Wales (UNSW) den Cloud-Computing-Plattformen »EC2« von Amazon, »AppEngine« von Google und »Azure« von Microsoft auf den Zahn gefühlt. Für die Stresstests simulierten die Forscher 2000 gleichzeitige Nutzer, die jeweils auf die Services der drei Provider zugriffen. Gemessen wurde unter anderem die Antwortzeit. Diese schwankten um den Faktor 20 je nach Tageszeitpunkt des Zugriffs. Dabei zeigte sich, dass sich die Plattformen direkt nur schwer vergleichen ließen, weil sie für unterschiedliche Einsatzzwecke konstruiert sind. An den Untersuchungen waren auch Forscher des NICTA (National-ICT-Australia) und das Smart-Service-Cooperative-Research-Centre (CRC).
Ein Design-Feature sorgte bei Googles »AppEngine«, dass mit mehr gleichzeitigen Nutzern, auch die Fehlerrate zunahm. Dies lies sich aber beheben. (Quelle: Anna Liu, Universität von New South Wales)
Googles AppEngine eignet sich vor allem für kurze, kleine Aufgaben. Dauert der Daten-Job länger 30 Sekunden erhält der Anwender statt der Ergebnisse eine Exception-Meldung. Im Gegensatz dazu liefert EC2 von Amazon grundlegende Dienste für Cloud-Computing. Drittanbieter setzen mit eigenen Services darauf auf. Microsoft hat dagegen mehr die Unternehmen im Blick. Sie sollen mit Hilfe von Azure Anwendungen auf die Cloud-Computing-Plattform migrieren oder dafür anpassen.
Als Gründe für die Schwankungen bei den Antwortzeiten gab Anna Liu, Associate-Professor für Service-Engineering an der UNSW, Bandbreitenbegrenzung (Throttling), Stromausfälle und bewusste Design-Beschränkungen an. Die Stromausfälle traten bei Amzons EC2 während des Testzeitraums auf. Bei dem Stresstest ergab sich eine Fehlerrate von 12 Prozent. In diesen Fällen kam für eine Anfrage an die Cloud-Computing-Plattform keine Antwort zurück. Eine Ursache dafür war die Verzögerung durch das Netzwerk.
Um die Auswirkungen des Zugriffs über das Netzwerk zu beurteilen, hatten die Forscher auch Messpunkte direkt auf den Cloud-Computing-Plattformen eingerichtet. Ohne die Netzwerk-Verzögerung (Latency) waren die Fehlerraten deutlich geringer, aber immer noch problematisch.
Bei Googles AppEngine häuften sich die Fehler mit einer wachsenden Zahl der gleichzeitigen Nutzer. Bei einem Vergleich der Google-Daten mit Technikern von deren Engineering-Labs habe sich ergeben, so Liu, dass die Ursache eine Design-Funktion der AppEngine gewesen sei. Diese reagiere damit auf mögliche Denial-of-Service-Attacken. Den Technikern sei es durch Änderung einiger Parameter gelungen, dass die Lösung deutlich mehr Anfragen akzeptiert habe.
[1] http://www.itnews.com.au/News/153451,stress-tests-rain-on-amazons-Cloud.aspx
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