Kein Ende des Akquisitionsstrategie:
Bechtle drängt in neue Wachstumsmärkte
Bis zum Jahr 2020 möchte Bechtle seinen Umsatz von derzeit 1,4 auf fünf Milliarden Euro ausbauen. Das traditionell aus dem Client-Geschäft kommende Systemhaus drängt deshalb in den Rechenzentrums- und Netzwerkmarkt. Die Partnerschaften mit Cisco und HP rücken damit in den Fokus.
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Bechtle-Chef Thomas Olemotz: kein Abschied vom Akquisitionskurs
Bechtle hält an seinen ehrgeizigen Wachstumszielen fest, auch wenn eines der schwierigsten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter dem schwäbischen IT-Dienstleister liegt. Der erfolgsverwöhnte Systemhausriese hat im vergangenen Jahr die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen: Während der Bereich Systemhäuser und Managed Services mit einem Umsatzrückgang von 0,5 Prozent noch relativ glimpflich davon gekommen ist, ist der Umsatz im E-Commerce-Geschäft um 9,1 Prozent eingebrochen. Nachdem das Geschäft im vierten Quartal wieder deutlich an Fahrt gewonnen hat, bastelt Bechtle nun weiter an seiner »Vision 2020«: In elf Jahren möchte der Dienstleister mit 10.000 Mitarbeitern einen Umsatz von fünf Milliarden Euro erwirtschaften. »Das ist eine langfristige Zielsetzung, an der wir festhalten«, sagt der Vorstandsvorsitzende von Bechtle, Thomas Olemotz.
Für Bechtle ist es bis zu diesem Ziel noch ein weiter Weg - derzeit bringt es der Dienstleister auf 4.500 Mitarbeiter und einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden - auf dem Olemotz sowohl auch organisches Wachstum als auch auf Übernahmen setzen möchte. »Wir verabschieden uns nicht von den Ziel, dass wir organisch und akquisitorisch wachsen wollen«, erteilt Olemotz Spekulationen eine Absage, Bechtle könne seine Akquisitionsstrategie aufgegeben haben. Denn während der Dienstleister in der Vergangenheit durch eine hohe Übernahmefrequenz aufgefallen war, ist im vergangenen Jahr keine einzige Akquisition in die Firmenhistorie eingegangen.
In Österreich ist Bechtle noch nicht richtig angekommen
Agenda 2020: Bechtle will 10.000 Mitarbeiter und 5 Milliarden Euro Umsatz erreichen
Dennoch dürfte in Deutschland und der Schweiz die Zeit der vielen Übernahmen für Bechtle vorbei sein, denn mit mehr als 50 Systemhäusern hat der Dienstleister in beiden Ländern eine hohe Standortdichte erreicht. »In Deutschland wird der Schwerpunkt eher auf organischem Wachstum liegen müssen«, bestätigt Olemotz. Dennoch sieht der Bechtle-Chef auch hierzulande noch einige weiße Flecken auf der Landkarte.
Anders ist die Situation dagegen in Österreich. Nach langem Zögern ist Bechtle erst 2008 in den österreichischen Markt gegangen und hat die beiden Wiener Systemhäuser Madras Computer und Support EDV gekauft. »In Österreich haben wir noch nicht die Bedeutung, die wir für uns in Anspruch nehmen«, sagt Olemotz.
Um seine ehrgeizigen Wachstumspläne zu erreichen, drängt Bechtle auch in neue Wachstumsmärkte. Der Dienstleister, der traditionell vor allem im Client-Umfeld stark aufgestellt ist, sieht im Rechenzentrums-, Netzwerk- und Software-Geschäft neues Wachstumspotential. »Die Bedeutung von Rechenzentrum und Netzwerk nimmt einfach zu«, erklärt Michael Guschlbauer, im Bechtle-Vorstand für den Bereich IT-Systemhaus und Managed Services verantwortlich. »Da werden wir einen stärkern Fokus legen als bisher.« Die Partnerschaften mit den letzten beiden verbliebenen Netzwerkgrößen Cisco und HP möchte Bechtle deswegen ausbauen. Auch Systemhäuser, die auf das Rechenzentrums- und Netzwerkgeschäft spezialisiert sind, werden für Bechtle als Übernahmekandidaten interessant. »Mehr Know-how im Netzwerk-Markt könnte uns mit Sicherheit nicht schaden«, so Guschlbauer.
Bildergalerie: Bechtle-Vorstand im CRN-Interview
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