Abwicklung von Nortel geht weiter:
Nortel verkauft Enterprise-Solutions-Sparte an Avaya

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

21.07.2009

Rund 475 Millionen Dollar ist Avaya der Bereich Enterprise Solutions von Nortel wert. Die Sparte des bankrotten kanadischen IT- und Telekommunikationsunternehmens stellt Telefonanlagen für Firmen und Unified-Communications-Produkte her.

Das Rennen um den Enterprise-Solutions-Bereich von Nortel Networks [1] entschied Avaya [2] für sich. Neben dem Spezialisten für Unified-Communications- und Telekommunikationslösungen hatte auch Siemens Enterprise Communications [3] (SEC) Interesse an der Nortel-Sparte angemeldet. Letztlich erhielt Avaya für 475 Millionen US-Dollar den Zuschlag.

Vermutlich war dieser Preis für SEC zu hoch. Dies umso mehr, als der Nortel-Bereich Verluste einfuhr. Welche Produktlinien Enterprise Solutions Avaya letztlich übernimmt und wie viele Nortel-Mitarbeiter zum neuen Besitzer wechseln, ließen beide Unternehmen offen. Dies lässt vermuten, dass wohl etliche Beschäftigte ihren Job verlieren werden.

Bereits am 19. Juni verkaufte Nortel Networks die Sparte, welche Produkte für die Mobilfunktechniken CDMA und LTE herstellt, für 650 Millionen Dollar an Nokia Siemens Networks [4] (NSN). Der Käufer teilte in diesem Fall mit, dass er 2500 Mitarbeiter von Nortel übernehmen wird.

Angebot von Blackberry-Hersteller RIM zurückgewiesen

Inzwischen wurde bekannt, dass auch der Mobiltelefonhersteller Research In Motion (»Blackberry«) Interesse an der Wireless-Division von Nortel hatte. Sein Angebot in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar wurde jedoch von Nortel und den Insolvenzverwaltern zurückgewiesen.

Diese wollten den Bereich nur dann an RIM verkaufen, wenn der kanadische Konzern darauf verzichtet hätte, zusätzlich Angebote für weitere Sparten von Nortel abzugeben. Darauf wollte sich RIM nicht einlassen.

Nun will Nortel die noch verbliebenen Unternehmensteile zu Geld machen. »Wir führen Gespräche mit Interessenten, was die anderen Geschäftsbereiche betrifft«, so Nortel Präsident und Chief Executive Officer Mike Zafirovski.

Noch zu haben sind unter anderem die Sparten Metro-Ethernet-Networks und Teile des Geschäftsbereichs Carrier-Networks. Offen ist zudem, wer Nortel Router- und Switch-Business übernimmt. Angeblich zeigte Cisco [5] Interesse an dieser Sparte, machte aber bislang kein Angebot.

[1] http://www.nortel.de/
[2] http://www.avaya.com/
[3] http://www.enterprise-communications.siemens.com/main/default.aspx
[4] http://www.nsn.com/
[5] http://www.cisco.de/