Derzeit nur für erfahrene Administratoren:
Im Test: Hoffnungsträger Kernel-Virtual-Machine
Mit zusätzlichen Management-Tools wie libvirt und dem Virt-Manager entwickelt sich die KVM (Kernel-Virtual-Machine) zu einer ernstzunehmenden Virtualisierungsplattform. Sie hat das Zeug so einst wie Xen in die Profiliga der Hypervisoren aufzusteigen.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Spätestens nach der Übernahme von Xen durch Citrix konzentrieren sich viele Open-Source-Entwickler auf die KVM [1] (Kernel-Virtual-Machine) als primäre Open-Source-Hypervisor-Lösung unter Linux. Noch muss der Administrator viele Konfigurationen bei der KVM händisch auf der Kommandozeile erledigen – doch das wird sich ändern.
Mit der »libvirt« existiert eine Open-Source-Management-Plattform, die über verschiedene Plug-ins alle Hypervisoren verwalten kann. Wie Xen oder Vmware beherrscht auch KVM die Live-Migration, um laufende virtuelle Maschinen von einem Host zu einem anderen zu verschieben. Der Linux-Distributor Canonical hat im Ubuntu-Server 9.04 bereits die Option »Virtualisierungshost« eingebaut. Ein solcher Server lässt sich über Libvirt und den Virt-Manager fernsteuern. Letzteres Tool entsteht in einem von Redhat unterstützten Projekt, so dass das Gespann Virt-Manager und KVM auch in Redhat-Distributionen Einzug halten wird.
Im Test musste Network Computing die Maschinen noch von Hand auf dem KVM-Server erstellen. Das grafische Virtual-Machine-Erstellungstool (VM) des Virt-Managers, welches auf dem Admin-Desktop arbeitet, kann dies nur auf einer lokalen Installation. Mitgelieferte Skripte helfen jedoch beim Setup, so dass sich neue Maschinen mit wenigen Parametern erstellen und starten lassen.
Sobald eine VM auf dem Ubuntu-9.04-Server des Labors erst einmal arbeitete, konnte das Laborpersonal sich von einem entfernten Linux-Arbeitsplatz über den Virt-Manager mit der VM verbinden. Von dort erledigte es das weitere Setup in der zugehörigen grafischen Nutzungsoberfläche. Der Virt-Manager kann die Maschinen dann auch auf andere Hosts verschieben.
Mit Hilfe der »libvirt« und des »Virt Managers« kann der Administrator die KVM (Kernel-Virtual-Machine) verwalten.
Fazit
KVM in Kombination mit libvirt und dem Virt-Manager steckt noch in den Kinderschuhen: Das betrifft nicht die eigentliche Virtualisierung, sondern das grafische Management. Zu diesem Zeitpunkt können nur erfahrene Linux-Administratoren mit diesem Hypervisor effizient arbeiten.
Diese Lösung sollten Anwender keinesfalls unterschätzen. Vor zwei Jahren äußerte sich Network Computing ähnlich über Xen. Heute gehört Xen zu einem der wesentlichen Virtualisierungstools. Network Computing geht davon aus, dass KVM weniger als zwei Jahre brauchen wird, um als Hypervisor in der Profiliga mitspielen zu können.
Steckbrief
Produkt: KVM [2] (0.9.1)
Hersteller: Open-Source
Charakteristik: Hypervisor
Preis: kostenlos
Web: www.linux-kvm.org [2]
Plusminus
+ Künftiger Standard-Hypervisor für Linux
+ Grafisches Management via Libvirt und Virt-Manager
– erfordert Linux-Kentnisse vom Verwalter
– Konfiguration erfordert (noch) Texteditor und Kommandozeile
[1] http://www.linux-kvm.org/page/Main_Page
[2] http://www.linux-kvm.org/
[3] http://www.linux-kvm.org/
- 1. Seite: Im Test: Hoffnungsträger Kernel-Virtual-Machine
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