Netzwerk-Infrastruktur: KVM-Switches:
Test: KVM-Switch »Adder View CATx«

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de), Dirk Jarzyna

17.06.2009

An den KVM-Switch »Adder View CATx« von Adder lassen sich bis zu 24 Rechner anschließen. Im Test zeigte sich, dass das System höchste Anforderungen in Bezug auf Flexibilität, Port-Dichte, Sicherheit und Skalierbarkeit erfüllt.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Adder [1] ging in die Vollen und lieferte mit dem Modell »Adder View CATx AVX24IP-2071« einen KVM-over-IP-Switch, der bis zu 24 angeschlossene Computer unterstützt. Die Anbindung der Systeme erfolgt über Standard-CAT-5- oder -CAT-6-Kabel und Computer-Access-Module (CAMs).

Mit dem Adder View CATx lassen sich bis zu 24 Geräte fernsteuern.

Solche CAMs sind für unterschiedliche Anschlussvarianten erhältlich, darunter PS/2, Sun und USB, jeweils mit oder ohne Audio-Unterstützung. Die 24 Computer-Ports befinden sich auf der Rückseite des für den 19-Zoll-Einbau geeigneten Geräts. Dort sind auch Schnittstellen für eine lokale Konsole untergebracht. Diese lässt sich über PS/2- oder USB-Interfaces anschließen.

Zusätzlich sind Anschlüsse für zwei Remote-User, zwei redundante Netzteile (eines wird mitgeliefert) und für ein Modem beziehungsweise eine ISDN-Karte vorhanden. Hinzu kommen ein Upgrade- sowie ein Power-Control-Port für die Steuerung eines Power-Switches.

Zugriff via Kabel, Extender, Modem oder IP-Netz

Entfernte (Remote) Benutzer verbinden sich mit dem KVM-Switch über optionale Adder-X100/X200-Extender und Standard-CAT-5/6-Kabel. Damit lassen sich Entfernungen von bis zu 300 Metern überbrücken.

Eine Alternative dazu ist der Einsatz der bereits erwähnten Modem-Ports. Sie stellen einen Direct-Dial-/Remote-Link zum Adder View CATx bereit. Zudem unterstützt der KVM-Switch den Zugriff über IP-Verbindungen. Eine entsprechende 10/100-MBit/s-Ethernet-Schnittstelle befindet sich auf der Gerätevorderseite.

Links und rechts neben einem zentral auf der Vorderseite angeordneten Status-Display sind Bedienknöpfe zur lokalen Auswahl einer Benutzer-/Computerkombination angebracht. Das Display zeigt die jeweils aktuelle Einstellung.

Natürlich lassen sich nicht nur diese Knöpfe zur Auswahl des zu steuernden Computers nutzen. Der KVM-Switch bietet für diesen Zweck auch Tastatur-, Maus- und Menü-Umschalttechniken.

Problemlose Installation

Die Installation des Systems stellt den Nutzer vor keine Probleme. Sie beschränkt sich auf das Anschließen der notwendigen Kabel. Adder empfiehlt lediglich, das Netzteil erst am Ende des Installationsvorgangs anzuschließen.

Ein wenig Aufmerksamkeit ist der Integration ins Netzwerk zu schenken, falls der Zugriff über IP genutzt wird. Hier ist zu entscheiden, ob der KVM-Switch hinter oder neben der Firewall betrieben werden soll. Denn diese Entscheidung hat Auswirkungen auf die Port-Einstellungen.

Die IP-Konfiguration bezieht der KVM-Switch standardmäßig von einem DHCP-Server. Ist ein solcher nicht vorhanden, konfiguriert der Administrator sie über einen lokalen User-Port. Das ist eine gute und sichere Lösung und anderen Vorgehensweisen vorzuziehen, die oft den Anschluss einer seriellen Konsole erfordern.

Einwandfreie Fernsteuerung von Rechnern

Im Test funktionierte die Steuerung der angeschlossenen Computer über den lokalen oder einen der Remote-User-Ports einwandfrei. Das On-Screen-Display ist einfach zu bedienen und lässt sich an die Anforderungen des Users anpassen. Umschalten kann der IT-Administrator direkt über dieses Menü oder mittels Tastatur-Hotkey oder Maustaste.

Die Rückseite des KVM-Switches: Neben den Ports für Rechner sind dort USB-, PS/2- und Modem-Schnittstellen vorhanden.

Der Fernzugriff erfolgt über einen Viewer und einen Link. Als Link eignet sich eine Netzwerkverbindung via IP oder eine Wählverbindung. Als Viewer dienen der VNC-Viewer oder ein Web-Browser.

Links und Viewer lassen sich in beliebiger Kombination nutzen. Beide Viewer-Varianten erlauben es, dieselben KVM-Switch-Funktionen zu verwenden, die auch über lokale oder Remote-User-Ports verfügbar sind.

Welcher Viewer letztlich genutzt wird, ist Geschmackssache. Bei langsamen Verbindungen ist der VNC-Viewer allerdings einen Tick schneller.

Automatisches Umschalten zwischen Systemen

Das Gerät offeriert einen Autoscan-Modus. Er schaltet in einer Sequenz automatisch zwischen den angeschlossenen Rechnern um. Das erfolgt zwischen allen Computern, nur den aktiven Rechnern oder den Systemen, die in einer Scan-Liste aufgenommenen wurden. Als Autoscan-Periode kann der Administrator Werte zwischen zwei Sekunden und fünf Minuten wählen.

An Sicherheitsfunktionen bietet der Adderview-CATx Login-Sicherheit mit Zugriffsrechten auf bestimmte Computer, Benutzerkonten mit Beschränkungen auf lokalen, Modem-, Remote- oder Power-Zugriff sowie Verschlüsselung.

Hinzu kommen eine IP-Zugriffssteuerung und Logging. Die Logging-Informationen übermittelt der KVM-Switch auf Wunsch zu einem Syslog-Server.

Auch in puncto Erweiterbarkeit zeigte der KVM-Switch von Adder keine Schwächen. Mehrere Systeme lassen sich kaskadieren. Dies funktioniert auf einfache Weise: Der User muss dazu lediglich einen Computer-Port des einen Switches mit einem User-Port des anderen Switches verbinden.

Fazit

Der Adder View CATx ist ein ausgereifter KVM-Switch, der seinen Preis von rund 2000 Euro wert ist. Das System überzeugt vor allem durch die einfache Konfiguration und Bedienung. Auch was die Sicherheit betrifft, lässt das Gerät nichts zu wünschen übrig.

[1] http://www.adder.com/

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