Analyse der aktuellen Auslastung:
Wie sich in Rechenzentren Geld sparen lässt

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de), Dr. Jakob Jung

12.06.2009

Budgetkürzungen schlagen auf Rechenzentren durch. Die Analysten von Gartner haben sieben praktische Tipps gesammelt, die das Geldsparen erleichtern.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Der Rotstift regiert überall. Aber an einigen Punkten ist der Ansatz sinnvoller als anderswo. Die Analysten von Gartner [1] haben ihre Sparempfehlungen in sieben Tipps zusammengefasst:

1. Rationalisieren Sie die Hardware

Verschaffen Sie sich einen Überblick, welche Server tatsächlich ausgelastet sind. So sind Einsparungen von bis zu 400 Dollar pro Server und Jahr möglich. Eine Bestandsaufnahme erleichtert zudem ein effizientes Asset- und Inventory-Management. Ein Hardware-Rationalisierungs-Projekt kann zu Kostensenkungen von fünf bis zehn Prozent bei der Hardware führen.

Bei Unternehmen wie Equinix oder Interxion können Unternehmen Platz in deren Rechenzentren mieten (Colocation). (Quelle: Interexion)

2. Konsolidieren Sie die Rechenzentrumsstandorte

Viele Unternehmen haben ihre Rechenzentren traditionell auf viele Standorte verteilt. Wenn dagegen die Server in wenigen großen Zentren konzentriert werden, sind Einsparungen nicht nur bei den Grundstückskosten möglich. Dies gilt auch für Software- und Wartungsverträge, weil Doppelungen abgebaut werden. Von Personaleinsparungen rät Gartner dagegen ab. Vielmehr sollten die qualifizierten Mitarbeiter auf neue Aufgaben vorbereitet werden.

Tipp von Network Computing

Zahlreiche Spezialisten wie Equinix [2] oder Interxion [3] haben sich auf den Betrieb von Rechenzentren spezialisiert. Sie bieten verschiedene Varianten von Rechenzentrumskapazitäten zur Miete an. Firmen können bei Betreibern von Rechenzentren auch physikalischen Platz mieten und eigene Server betreiben und verwalten. Dies ist interessant, wenn die Unternehmen kein Hosting von Applikationen bei Dienstleister wollen. Firmen ersparen sich dabei hohe Investitionen in Rechenzentren und genießen dennoch alle aufwendigen Sicherheitsstandards eines professionellen Datacenters.

Energetische Bilanz ziehen

3. Bekommen Sie die Energie und Gebäudekosten in den Griff

Vor allem der Einsatz von Blade-Servern kann zu höheren Energiekosten führen. Hier gilt es gegenzusteuern. Konkret empfiehlt Gartner, höhere Temperaturen in den Rechenzentren zu akzeptieren und es mit der Kühlung nicht zu übertreiben: verwenden von Frischluft anstatt von Klimaanlagen. Über eine intelligent Aufstellung der Server lassen sich Kaltluftwege schaffen. Eine Energieverwaltungs-Software hilft einen Überblick über den Verbrauch zu bekommen und den Erfolg von Maßnahmen zu messen.

4. Handeln Sie Ihre Verträge neu aus

Sie sollten nicht einseitig das Risiko in Krisenzeiten tragen. Zögern Sie nicht, die Verträge mit Ihren Lieferanten auf den Prüfstand zu stellen, wenn die Kosten nicht mehr angemessen erscheinen.

5. Personalkosten

Hier revidiert Gartner ihre arbeitnehmerfreundliche Empfehlung aus Punkt Zwei und rät zu Verlagerungen in Billiglohnländer.

6. Nutzen Sie ihre Ressourcen länger

Neuanschaffungen in der Krise sind schwer durchzusetzen. Im Gegenteil sollten Upgrades bei Hardware und Software möglichst lange hinausgezögert werden. Andererseits kann dies zu Nachteilen bei Energieeffizienz und Leistung führen.

7. Virtualisierung

Hardware-Virtualisierung bietet eine Menge Vorteile. Es werden weniger Geräte benötigt und dies führt zu Kostensenkungen an allen Fronten. Auch wenn die Investition in Virtualisierungs-Projekte zunächst etwas kostet, sind reale Einsparungen schon binnen 24 Monaten zu erzielen. Energiekosten und Standfläche lassen sich jeweils um etwa 80 Prozent reduzieren, wenn alle Möglichkeiten möglichst gut ausgeschöpft werden.

[1] http://www.gartner.com/
[2] http://www.equinix.de/
[3] http://www.interxion.de/

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