Messaging-Lösungen:
Generalüberholung für Kerios Groupware-Server

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

09.02.2010

Mit deutlich erweitertem Funktionsumfang und einem neuen Namen präsentiert sich Kerios Groupware-Server. Die Software, die aus »Kerio Mail Server« bekannt wurde, heißt nun »Kerio Connect 7«.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

»Mit dem neuen Namen Connect 7 wollen wir unterstreichen, dass es sich bei der Software schon lange nicht mehr nur um einen Mailserver handelt«, sagt Arndt Stubbe, Sales Director Deutschland, Österreich und Schweiz von Kerio [1]. »Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf Collaboration-Funktionen und Features für mobile Benutzer.«

Kerio Connect 7 ist unter anderem mit einem Spam-Filter ausgerüstet.

Nichts geändert hat sich an der Zielgruppe, die Connect 7 anspricht: kleinere und mittelständische Firmen und Behörden. Allerdings deuten einige Neuerungen bei der 7er Version darauf hin, dass Kerio auch den gehobenen Mittelstand stärker in Visier nimmt.

Ein neues Feature ist der Support verteilter E-Mail-Domänen. Diese Funktion ist vor allem für Anwender interessant, die Niederlassungen an unterschiedlichen Orten unterhalten. Bislang installierten solche Firmen aus Performance-Gründen oft separate Messaging-Server in jeder Außenstelle.

Mehrere Server verhalten sich wie ein System

Der Nachteil dieses Ansatzes: Vorteile, die ein einzelner Server bietet, gingen verloren. So war es nicht möglich, automatisch Informationen über die Verfügbarkeit von Kollegen abzufragen, also beispielsweise ob der Betreffende zu einem bestimmten Zeitpunkt über das Bürotelefon, via Handy oder nur per E-Mail erreichbar war.

Dank des Distributed-Domain-Konzepts lassen sich, wie gehabt, die Filialen mit separaten Servern ausrüsten. Die Systeme verhalten sich jedoch logisch wie ein Server-System (Cluster). Das heißt, alle Rechner haben Zugang zu allen Daten, etwa Informationen über Benutzergruppen oder die Verfügbarkeit einzelner User.

Zudem lassen sich die Kontaktdaten in globalen Verzeichnissen vorhalten. Auch das »Fernbuchen« eines Konferenzraums oder anderer Ressourcen an einem entfernten Standort ist möglich.

Wechselt ein Mitarbeiter von einem Firmenstandort zu einem anderen, können seine Profildaten auf das neue System übertragen werden. Das erfolgt mithilfe eines Migration-Wizards.

Web-gestützte Verwaltung

»Verteilte Mail-Domänen sind durchaus auch für Mittelständler interessant«, so Stubbe. »Wir haben diese Funktion denn auch auf Wunsch von Anwendern in Kerio Connect integriert.«

Eine weitere Neuerung betrifft die Administration: Die Konsole erfolgt nun komplett über eine Web-Oberfläche. Über sie kann der IT-Manager die Groupware-Server von jedem Standort aus verwalten, vorausgesetzt, dort ist ein Rechner mit Internet-Zugang und Browser verfügbar.

Weitere Neuerungen in Kerio Connect 7

• Support für das CardDAV-Format zur Synchronisierung von Adressbüchern;

• Unterstützung von neuen mobilen Geräten wie dem Palm Pre und Android-Smartphones wie dem Google Nexus One und dem Hero von HTC.

Auch die letztgenannte Funktion gewinnt laut Arndt Stubbe beim Mittelständlern an Bedeutung: »Immer mehr Mitarbeiter wollen E-Mails auch auf ihrem Smartphone empfangen und beantworten.«

Kerio Connect 7 läuft unter Windows, Linux und MacOS X. Die Software steht zudem als virtuelle Appliance für Vmware und den Hypervisor von Parallels zur Verfügung. Der Preis: 315 Euro für eine 5-User-Lizenz. Jeder weitere Nutzer kostet ab 16,80 Euro.

[1] http://www.kerio.eu/