Telekommunikationsmarkt Deutschland:
Marktdaten: Festnetz lässt weiter Federn
Einen Rückgang der Gesprächsminuten im Festnetz um 3 bis 4 Prozent erwartet der High-Tech-Verband Bitkom für 2009. Allerdings ist der Trend hin zu Voice-over-IP und Handy in anderen Länder noch dramatischer.
Rund 33 Stunden telefonierte jeder Deutsche 2008 über das herkömmliche Festnetz. Das ist ein Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber 2007, so der IT- und Telekommunikationsverband Bitkom [1]. Die Summe der Gesprächsminuten im Festnetz sank demnach von 168 Milliarden auf rund 164 Milliarden im vergangenen Jahr.
Für 2099 erwartet der Verband einen noch stärkeren Rückgang um 3 bis 4 Prozent. Er bezieht sich dabei auf Daten, welche die Bundesnetzagentur [2] ermittelt hat.
Das Festnetztelefon wird zunehmend
durch VoIP und Handy bedrängt.
(Bild: Pixelio/Rainer Sturm)
Bereits seit 2004 nimmt der Anteil der Festnetz-Telefonie ab. Doch dank günstiger Flatrates auch für herkömmliche Telefon-Anschlüsse vollzieht sich dieser Trend hierzulande allerdings langsamer als in anderen Ländern, so der Bitkom.
Analog- und ISDN-Anschlüsse nehmen ab
Im Festnetz ist eine Verschiebung zu beobachten: Die Zahl der schmalbandigen Anschlüsse (analog und ISDN) nimmt in Deutschland bereits seit einigen Jahren ab. Lag die Summe dieser Anschlüsse 2002 noch bei fast 40 Millionen, waren es 2008 nur noch 35,4 Millionen. Besonders stark war der Rückgang mit fast 5 Prozent im vergangenen Jahr.
Im Gegenzug wächst die Bedeutung von Breitband-Anschlüssen und der Telefonie über IP. Im Jahr 2008 telefonierten bereits 3,7 Millionen Haushalte über das Internet-Protokoll. Dazu nutzten 1,5 Millionen die Kabel-TV-Anschlüsse und 2,2 Millionen das »entbündelte DSL«. Diese speziellen DSL-Anschlüsse sind vertraglich nicht an einen herkömmlichen Festnetz-Anschluss gebunden.
Zum Jahresende 2008 gab es insgesamt 39,1 Millionen Festnetz-Telefonanschlüsse in Deutschland. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse war mit über 107 Millionen mehr als doppelt so hoch. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes telefonierten Anfang 2008 gut 9 Prozent aller deutschen Haushalte ausschließlich per Handy.
Zum Verständnis: Telefonieren über IP-Technologie (Voice-over-IP) hat nicht Internet-Telefonie à la Skype zu tun. VoIP-Gespräche werden zwar ebenfalls über das Internet-Protokoll abgewickelt, der Telefondienst-Anbieter leitet die Gespräche aber abgeschottet vom normalen Internet-Verkehr in seinem Netz weiter und kann so die Sprachqualität und Sicherheit garantieren.
Bei der Internet-Telefonie ist dies anders: Hier werden die Gespräche über das öffentliche Internet verschickt.
Hier der Link zu einem Grundlagenbeitrag [3] von Network Computing zum Unterschied zwischen von VoIP und Internet-Telefonie.
[1] http://www.bitkom.org/
[2] http://www.bundesnetzagentur.de/
[3] praxis-warum-voice-over-ip-nicht-gleich-ip-telefonie-ist/
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