Unterschiede bei Microsoft und Vmware:
Kein Königsweg für Backups bei virtuellen Maschinen
Mit der Virtualisierung kommen auf Unternehmen auch zusätzliche Herausforderungen: Auch die virtuellen Maschinen mit ihren Applikationen müssen gesichert werden. Dabei gibt es verschiedene Ansätze mit Vor- und Nachteilen.
Die Virtualisierung verändert komplett die Administration im Rechenzentrum. Auch das Backup muss den neuen Situation angepasst werden. Schließlich geht es nicht mehr nur um die Sicherung der physikalischen, sondern auch der virtuellen Maschinen mit deren Images und den Applikationsdaten. Dabei gibt es verschiedene Ansätze mit Backup-Agenten in den virtuellen Maschinen (VMs), dem Sichern kompletter VMs oder der Speicherung der Images von VMs. Ein White-Paper von ESG [1] erklärt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden. Dabei geht es auch auf Besonderheiten bei Vmware-ESX-Server und Microsoft-Hyper-V ein.
Nach einer Umfrage der Enterprise Strategy Group darf bei 40 Prozent der Ausfall von Applikation zwischen einer und vier Stunden liegen, bevor es zu ernsten Problemen kommt.
Für die Absicherung eines physikalischen Servers muss einmal eine ähnliche Hardware vorhanden sein, falls eine Komponente ausfällt. Weiter geht es darum, die Konfiguration des Servers zu sichern. Schließlich geht es darum die Daten auf dem Server regelmäßig zu sichern.
Mit der Virtualisierung nimmt einmal die Anzahl der zu sichernden Daten extrem zu. Denn nun kommen die virtuellen Maschinen (VMs) auf jedem Server hinzu. Außerdem beeinträchtigt der Backupprozess auch die VMs, insbesondere durch die I/O-intensiven Prozesse. Die Basis der VMs sind virtuelle Images, die ebenfalls irgendwo gesichert werden müssen. Hier können sehr schnell große Datenmengen anfallen. Mittlerweile gibt es Ansätze bei Virtualisierungslösungen, die mit einem Master-Image arbeiten und nur die Änderungen zu diesem bei den VMs ablegen.
Beim ESX-Server von Vmware gibt es drei verschiedene Ansätze für die Sicherung: Backup-Agent im Gast-Betriebssystem, Backup der laufenden VM oder das komplette Image der VM. Mit dem Backup-Agent ist die Sicherung ganz ähnlich zu der einer virtuellen Maschine. Da dieser aber auf jeder VM läuft, nimmt die Systembelastung auch mit der Anzahl der VMs zu. Für jede VM müssen der Backupzeitplan und die Policies eingestellt werden. Außerdem ist für jede VM eine Extra-Lizenz notwendig.
Für das Backup einer laufenden Maschine gibt es Vmwares »Consolidated Backup« (VCB). Damit lässt sich ein Snapshot von einer VM erstellen und sichern, ohne diese zu unterbrechen. Hier sind auch verschiedene Strategien wie Full, Incremental oder Differenzial möglich. Leider ist dabei kein Backup von Windows-Maschinen auf Dateiebene möglich. Ein Backup von Applikationen ist nicht möglich, und damit auch kein feingesteuertes Recovery von Daten.
Image-Level-Backup hat den Vorteil, dass sie sich für Konvertierungen zwischen physikalischer und virtueller Maschine eignen. Damit lässt sich etwa in einer gemischten Landschaft ein physikalischer Server als VM starten, bis eine Ersatz-Hardware vorhanden ist.
Bei Windows profitiert das Backup von Microsofts »Volume Shadow Copy Service« (VSS). Dadurch lassen sich im laufenden Betrieb Backups erstellen. VSS ist auch in Hyper-V integriert. Daher müssen Backup-Lösungen mit Hyper-V-VSS-Writer kompatibel sein. Manchmal kann bei Windows ein Backup-Agent die einzige Lösung sein. Dies etwa der Fall, wenn die VM direkt auf Raw-Physikal-Disks schreibt.
Laufende VMs mit allen Daten lassen sich bei Windows von Backup-Agenten auf dem Host-Server durchführen. Das Backup der Applikationsdaten entfällt dadurch aber nicht. Anders als bei Vmwares VSS beherrscht der Hyper-V-VSS-Writer kein Backup von VMs, die offline sind. Ist das Gast-System kein Windows mit VSS, muss es für das Backup kurzzeitig offline gehen.
[1] http://www.enterprisestrategygroup.com/
- 1. Seite: Kein Königsweg für Backups bei virtuellen Maschinen
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