Mobile Geräte: iPad:
Apple soll Namen »iPad« geklaut haben

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

01.02.2010

Kaum hat Apple sein »iPad« vorgestellt, steht dem Unternehmen Ärger ins Haus. Der japanische IT-Hersteller Fujitsu behauptet, die Rechte an dem Namen gehörten ihm. Die Firma brachte 2002 ein mobiles Gerät mit der gleichen Bezeichnung heraus.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Etliche spöttische Bemerkungen muss sich Apple [1] wegen der Namengebung für seinen neuesten Geniestreich anhören, den Tablet-Rechner »iPad«. Zwar bedeutet »Pad« im Englischen unter anderem Schreibblock. Und darauf bezogen sich die Namensgeber des Minirechners.

So sieht Apples iPad aus ...

Allerdings monieren Kritiker, dass »Pad« auch völlig andere Bedeutungen habe, von »Damenbinde« über »Fettpolster« bis hin zu »Schmiergeld« (im Amerikanischen). Geschäftsschädigend dürfen sich solche Anmerkungen allerdings nicht auswirken.

Anders sieht das möglicherweise im Fall eines mobilen Datenerfassungsgeräts von Fujitsu [2] aus. Der japanische Hersteller brachte 2002 ebenfalls ein »iPad« auf den Markt. Es handelt sich im einen Handheld-Rechner, der unter Windows CE 5.0 läuft.

Ähnliche Funktionen wie das Apple-iPad

Mit ihm können Mitarbeiter von Industriefirmen oder Warenhäusern abfragen, wie viele Exemplare bestimmter Güter noch auf Lager sind oder neu eintreffende Waren erfassen. »Nach unserer Auffassung halten wir die Rechte an dem Namen«, so Masahiro Yamane, PR-Manager von Fujitsu gegenüber der New York Times [3].

... und das ist Fujitsus Handheld-Rechner iPad im Einsatz - im Supermarkt.

Fujitsu argumentiert, »ihr« iPad verfüge über ähnliche Funktionen wie das Apple-Modell: Wireless LAN, Bluetooth und ein 3,5 Zoll großes Farbdisplay. Zudem ermöglicht das Fujitsu-iPad Telefongespräche mittels Voice over IP über ein firmeninternes Netzwerk oder das Internet.

Ähnlicher Fall wie beim iPhone

Anfang 2009 gab Fujitsu in den USA die Rechte an dem Namen »iPad« auf, um sie jedoch im Juni desselben Jahres beim U.S.-Patentamt und der für Trademarks zuständigen Behörde wieder zu beantragen.

Apple dagegen wurde bei denselben Behörden erst im Juli 2009 mit »seinem« iPad vorstellig. Nun hat Apple hat nun bis zum 28. Februar Zeit, um gegen Fujitsus Anspruch vorzugehen.

Einen ähnlichen Disput führte Apple mit Cisco Systems [4], als das Unternehmen das iPhone auf den Markt brachte. Ciscos Tochter Linksys bot unter demselben Namen bereits zuvor ein VoIP-Telefongerät an und griff Apple wegen der Nutzung der Bezeichnung an. Letztlich einigten sich beide Firmen auf einen Vergleich – vermutlich in Form eines Obolus, den Apple an Cisco zahlte.

[1] http://www.apple.de/
[2] http://www.fujitsu.de/
[3] http://www.nytimes.com/
[4] http://www.cisco.de/

Verwandte Artikel