Streit um Voice over IP über Mobilfunknetze:
Europäische Kommission soll Skype-Verbot für iPhone aufheben
Der Messaging-Service-Anbieter Skype will mithilfe der Europäischen Kommission erreichen, dass Besitzer eines iPhone in Deutschland den Voice-over-IP-Dienst des Unternehmens nutzen können. T-Mobile hat das strikt untersagt.
Zwischen Skype [1] und dem Mobilfunk-Service-Provider T-Mobile [2] ist ein lebhaftes Scharmützel ausgebrochen. Wie berichtet [3], hat Skype einen Voice-over-IP-Client entwickelt, mit dem Nutzer eines iPhone über IP-Verbindungen telefonieren können.
Rotes Tuch für Mobilfunk-Service-Provider: T-Mobile und Co. wollen Voice-over-IP-Gespräche über ihre Mobilfunknetze und Wireless LANs unterbinden.
Der Client kann über Apples App-Store kostenlos heruntergeladen werden. Er ermöglicht derzeit allerdings nur VoIP-Gespräche von Wireless LANs aus, nicht über das Mobilfunknetz.
T-Mobile, der Exklusiv-Vermarkter des iPhone in Deutschland, hat seinen Kunden untersagt, die Software einzusetzen. Auch Telefonate über das WLAN-Hotspot-Netz von T-Mobile seien unzulässig. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Kündigung seines Mobilfunkvertrages durch den Service-Provider rechnen.
Beschwerde bei EU-Kommission
Das will sich Skype nicht gefallen lassen. Mit Rückendeckung der Herstellervereinigung Voice on the Net Coalition [4] (VON) hat das Unternehmen jetzt die EU-Kommission in Brüssel gebeten, das aus seiner Sicht wettbewerbswidrige Verhalten von T-Mobile zu untersuchen.
Der VON gehören unter anderem Cisco, Google, Microsoft und Intel an, pikanter Weise in den USA auch T-Mobile. Die Vereinigung will Voice-over-IP über öffentliche Telekommunikationsnetze fördern.
Der Skype-Client ist kostenlosüber Apples App-Store erhältlich.
T-Mobile und andere Mobilfunk-Service-Provider argumentieren, dass durch VoIP- und Peer-to-Peer-Dienste ihre Netze über Gebühr beansprucht würden. Daher sperren die Carrier solche Services.
Auch amerikanische Mobilfunkfirmen machen Druck
Einen weiteren Aspekt bringt AT&T, Apples Partner in den USA, ins Spiel: Skype mit seinem VoIP-Service sei ein Konkurrent, so wie T-Mobile oder Verizon. Daher sehe man keinerlei Veranlassung, dem Unternehmen den Zugang zum eigenen Mobilfunknetz zu gewähren.
Allerdings hat sich nun auch in den USA mit Free Press [5] eine Verbraucherschutzorganisation zu Wort gemeldet, die gegen eine Behinderung von VoIP-Telefonaten über Mobilfunknetze vorgeht. Free Press hat der Federal Communications Commission (FCC), dem Pendant zur Bundesnetzagentur, Beschwerde gegen Restriktionen durch Mobilfunkfirmen eingelegt.
Die Vereinigung will erreichen, dass die FCC eine Entscheidung trifft, ob VoIP, Peer-to-Peer-Filetransfers oder das Übertragen von Video-Dateien über Mobilfunknetze zulässig sind.
Skype wiederum argumentiert, dass ein VoIP-Gespräch bestenfalls 8 bis 20 kBit/s Bandbreite benötigt. Das sei für die Mobilfunkfirmen zu verschmerzen und stelle für deren Infrastruktur kein Problem dar. Da die Mühlen in Brüssel bekanntlich sehr langsam mahlen, wird es mehrere Monate dauern, bis die die EU-Kommission zu einer Entscheidung kommt.
Apple sagt nichts
Und Apple, das mit dem iPhone den Stein des Anstoßes lieferte? Der Hersteller hält sich aus der Debatte heraus – aus nachvollziehbaren Gründen. Auf der einen Seite müsste Apple daran gelegen sein, dass iPhone-Besitzer auch »voipen« können. Das würde die Absatzzahlen des Smartphones weiter erhöhen.
Andererseits kann es sich das Unternehmen nicht leisten, T-Mobile, AT&T und Co. zu verprellen. Schließlich hat Apple mit diesen Firmen lukrative Exklusiverträge geschlossen, was den Vertrieb des iPhone betrifft. Daher hat sich die Firma in dieser Frage erst einmal Funkstille verordnet.
[1] http://www.skype.de/
[2] http://www.t-mobile.de/
[3] t-mobile-blockt-skype-ueber-iphone/
[4] http://www.von.org/default.asp
[5] http://www.freepress.net/
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Acer rockt die Eifel
Rund um den Nürburgring dröhnten einmal nicht die Rennmotoren: Beim Acer Kick-off 2012 brachten stattdessen Bässe und Gitarrensoli die Eifel zum Wackeln. Über 600 Acer-Partner rockten zum Ausklang des Partner-Events im Eifel Stadl zu Live Musik oder ließen sich im Rockstar-Outfit fotografieren.
Die besten Multifunktions-Farblaser ab 300 Euro
Im Gegensatz zu den ultrabilligen Tintenstrahl-Einsteigerdruckern, die oft schon unter 100 Euro zu haben sind, sollte die Investition in einen Multifunktions-Laserdrucker schon etwas besser überlegt sein. Wir sagen Ihnen, welcher Laser sich besonders für welchen Zweck lohnt.
Cisco zurück auf Wachstumskurs
Cisco ist zurück auf der Überholspur. Nach einem radikalen Stellenabbau und einer stärkeren Fokussierung hat der Netzwerkriese im zurückliegenden Quartal sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich ausgebaut.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
Ist Ihrer auch zu breit?
Die linke Fahrspur ist in vielen Autobahn-Baustellen nur für Fahrzeuge mit maximal zwei Meter Breite zugelassen. Jetzt warnt der ADAC: 67 Prozent der Neuwagenmodelle sind breiter als zwei Meter! Wer nicht nachmisst, riskiert ein Bußgeld.
Chefs versagen im zwischenmenschlichen Umgang
Vielen Führungskräften fehlt es an Empathie im Umgang mit ihren Mitarbeitern und sie erfüllen ihre Aufgaben nicht effektiv. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Development Dimensions International (DDI).
