Data-Center-Ausrüstung:
Cisco stellt nächste Woche Blade-Server und »Unified-Computing«-Konzept vor
Nach Berichten in mehreren U.S.-Medien wird Cisco Systems Anfang kommender Woche seinen »Unified-Computing«-Ansatz für Rechenzentren vorstellen. Auch der Blade-Server, den der Netzausrüster unter dem Codenamen »California« entwickelt, soll bei dieser Gelegenheit der Öffentlichkeit präsentiert werden.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Am kommenden Montag ist es so weit: Cisco Systems [1] wird nach Berichten diverser amerikanischer Medien, darunter Network World [2], sein »Unified-Computing«-Konzept offiziell vorstellen. Dieser Ansatz sieht eine umfassende Virtualisierung von IT-Ressourcen vor: Servern, Storage-Systemen und Netzwerkverbindungen (I/O-Ports).
Padmasree Warrior, Cheftechnologin von Cisco:
Wie Ciscos Chief-Technology-Officer Padmasree Warrior in einem Blog-Beitrag [3] erläutert, dient das Unternehmensnetzwerk als Grundlage von Unified-Computing. »Ein Rechenzentrum lässt sich heute am besten als Ansammlung von Virtualisierungsinseln beschreiben«, so Warrior. »Neben unterschiedlichen Techniken finden sich dort unklare Zuständigkeiten und eine Vielzahl von Prozessen.«
Ein Kernproblem, mit dem Unified-Computing aufräumen möchte, ist das Management von virtualisierten Ressourcen. Es soll möglich werden, Virtual Machines jeglicher Couleur, sprich Server, Storage, Anwendungen, I/O-Ressourcen, zwischen Servern und Virtuellen LANs hin und her zu schieben, ohne dass der IT-Manager von Hand das Netzwerk umkonfigurieren muss.
Managementsoftware kommt von BMC
Cisco will eine zentrale Managementkonsole bereitstellen, über die der Systemverwalter solche Aktionen anstößt. Die Umsetzung erfolgt dann automatisch. Unklar ist noch, wie die Schnittstelle zwischen dem Managementsystem und den Servern aussieht. Um ein Interface zu schaffen, müsste Cisco mit Server-Herstellern zusammenarbeiten.
Die Managementsoftware wurde größtenteils von BMC [4] entwickelt. Einige Bestandteile steuern Cisco und EMC [5] (»Smart«-Technologie) bei. Auch mit Vmware [6]arbeitet der Hersteller eng zusammen.
»California« here I come
Eine weitere Ankündigung von Cisco am Montag könnte die Partnerschaft mit Firmen wie IBM [7], Hewlett-Packard [8] und Dell [9] auf dem Sektor Server belasten: Cisco will ein Blade-Server-System präsentieren, das der Hersteller unter dem Namen »California« entwickelt hat.
»California« mit einem Prozessor von Intel soll an einen neuen Typ von Data-Center-Switch angeschlossen werden, den Cisco ebenfalls kommende Woche zeigt.
Die Switches der Reihe
Neben EMC und Intel wird auch Microsoft »Unified-Computing« unterstützen. Zudem wollen Oracle und SAP demonstrieren, wie sich ihre Anwendungen in Form von Virtual Machines in Ciscos Framework integrieren lassen.
Warten auf die Reaktion von (ehemaligen) Partnern
Interessant werden dürfte, wie die beiden Marktführer IBM und Hewlett-Packard den Einstieg von Cisco in den Blade-Server-Markt aufnehmen. Selbst wenn sich der Hersteller darauf beschränkt, Einstiegsgeräte anzubieten, dürften beide Firmen »verschnupft« sein.
Offenkundig haben IBM und HP bereits einen »Plan B« entwickelt: IBM arbeitet mit Ciscos Rivalen Juniper Networks [10] zusammen. Dieser entwickelt im Rahmen des Projekts »Stratus« ein ähnliches Data-Center-Konzept wie Cisco.
Hewlett-Packard dagegen will seine Blade-Server und die Netzwerkkomponenten der »Procurve«-Reihe enger miteinander verzahnen. Auch der Speicherspezialist Brocade [11] könnte nach der Übernahme von Switch-Hersteller Foundry Networks ein Wörtchen beim »Data-Center der Zukunft« mitsprechen.
[1] http://www.cisco.de/
[2] http://www.networkworld.com/
[3] http://blogs.cisco.com/news/comments/video_cto_response_to_questions_on_unified_computing/
[4] http://www.bmc.com/
[5] http://www.emc.com/
[6] http://www.vmware.com
[7] http://www.ibm.de/
[8] http://www.hp.com/de
[9] http://www.dell.de/
[10] http://www.juniper.net
[11] http://www.brocade.com/
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