Speziell ländliche Regionen sollen profitieren:
Netzausbau für Telelekom-Mitbewerber wird deutlich einfacher
Die Bundesnetzagentur erweitert für Carrier den Netzzugang zur letzten Meile der Infrastruktur der Telekom. Gerade in ländlichen Gebieten sollen sich so die Kosten für den Ausbau deutlich verringern. Ob das als Motivation ausreicht, die weißen Breitbandflecken zu schließen, ist aber noch nicht klar.
Der Zankapfel zwischen der Telekom und ihren Wettbewerbern dreht sich immer um den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Dabei handelt sich um die Strecke zwischen den Hauptverteilern und den jeweiligen Teilnehmeranschluss. Die Bundesnetzagentur [1] hat nun entschieden, dass die Telekom anderen Carriern auch den Zugang zu Schaltverteilern gewähren muss. Bisher schon dies schon bei Kabelverzweigern und Hauptverteilern der Fall. Ist ein Ort nicht oder nur schlecht für Breitband erschlossen, muss die Telekom nun einen Schaltverteiler aufbauen, in der Regel am Ortseingang. Das reduziert die Erschließungskosten für den Carrier deutlich. Bereits bestehende Schaltverteiler dürfen ebenfalls genutzt werden.
Das Subrack »MileGate 2500« von Keymile arbeitet in Vermittlungsstellen, in Kolokationsräumen sowie Kabelverzweigern, um traditionelle Sprach- und NGN-Dienste (Next-Generation-Network) bereitzustellen.
Das Thema Schaltverteiler ist deshalb so wichtig, weil sie ein zentrales Element sind beim Ausbau von VDSL/2. Damit VDSL eingesetzt werden kann, muss die aktive Komponente wie etwa der DSLAM (DSL-Access-Multiplexer) vom Hauptverteiler in den Kabelverzweiger wandern. Ansonsten ist die Kuperdrahtlänge bis zum Haus zu lang.
In die Kabelverzweiger kommen nun auch die Schaltverteiler hinein. Sie haben den Vorteil, dass die Verteilung der ankommenden Kabel automatisch auf die entsprechenden Engpunkte wie Gebäude erfolgt. Damit muss kein Techniker mehr vor Ort sein, um irgendwelche Änderungen vorzunehmen. Bisher erfolgte dies mechanisch über so genannte Rangierer.
Für VDSL sieht es nun so aus, dass bis Kabelverzweiger zum Glasfaser gelegt wird. Von dort geht per Kupferkabel weiter. Die alten Kabelverzweiger sind vermutlich meist nicht dafür ausgelegt, aktives Equipment aufzunehmen. Dazu gehören etwa DSLAMs, die Schaltverteiler und auch eine Stromversorgung. In diesem Fall muss die Telekom einen neuen Kabelverzweiger bauen.
Mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur dürfen andere Carrier diese Schaltverteiler für entsprechendes Entgelt auch nutzen. Dieses steht aber noch nicht fest. Spannende Fragen sind nun auch, was passiert, wenn in dem Kabelverzweiger kein Platz mehr ist für das Equipment eines anderen Carriers.
In wieweit dies wirklich hilft, dass die weißen Breitbandflecken verschwinden, bleibt abzuwarten. Wichtig ist sicher, dass die Bundesnetzagentur hier eine regulatorische Entscheidung getroffen hat. Die eigentliche Motivation für den Ausbau dürfte aber dann kommen, wenn die Bundesregierung Geld aus dem Konjunkturprogramm für den Infrastrukturausbau vorsieht.
[1] http://www.bundesnetzagentur.de
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