Baustelle Rechenzentrum
Runder Tisch – Die Rechenzentren sollen ihre IT-Leistungen effizienter und effektiver bereitstellen. Kosten- und Leistungsdruck zwingt zur Optimierung der Geschäftsprozesse in den Unternehmen. Dazu kommt die Anforderung, IT-Services künftig für neue Geschäftsprozesse in höherer Qualität vorzuhalten. Zusätzlich spricht der Klimawandel dafür, sorgsamer mit dem Verbrauch von Energie umzugehen.
Wie sollte ein solches Rechenzentren mit Zukunft organisiert und technisch umgesetzt werden? – Network Computing ist dieser Fragestellung im Rahmen eines Roundtables nachgegangen. Ziel der Runde unter der Moderation von André Gerlach, Sprecher der BdNI (Bildungsinitiative der Netzwerk-Industrie), und Hadi Stiel, freier Journalist in Bad Camberg: Das Anforderungsprofil an ein solches RZ von Grund auf zu betrachten und zu beurteilen.
Power von unten
Das beginnt mit der Verkabelung. Sie muss den steigenden Daten- und Verarbeitungslasten Stand halten. Nach Hans-Jürgen Niethammer, Head of Programm Management EMEA bei Tyco Electronics, sind dafür die Standardisierungsweichen gestellt. »Innerhalb der ISO-Klasse 6A sind die Kanal-Performance-Werte fixiert, die den Betrieb von 10-GBit/s-Ethernet sicherstellen. Dies gibt dem Anwender Planungssicherheit« Was noch fehle, seien die allgemein verbindlichen Definitionen und Parameter für die entsprechenden Komponenten und den kompletten Permanent-Link. »Diese Lücke wird aber schon mit der nächsten Sitzung innerhalb des ISO-Standardisierungsgremiums geschlossen werden«, ist Niethammer überzeugt. Er wirkt aktiv in diesem Gremium mit. Dann sei die Bahn endgültig frei für 10 GBit/s via Ethernet bis zum Endgerät.
Thomas Hüsch, Leiter Technik bei Psiber Data, sieht in der verbleibenden Normierungs-Lücke für die Unternehmen kein Investitionshindernis. Nicht nur, weil in Kürze mit einer durchgehenden Standardisierung des Permanent-Link gemäß der ISO-Klasse EA zu rechnen sei. »Die neuen fixierten Parameter können dann per Software-Update auf die Messgeräte aufgespielt werden.« Auch für Messungen im Bereich EA sieht Hüsch grünes Licht. »Die Messgeräte sind schon seit einiger Zeit in der Lage, im Feld in diesem Frequenzbereich zu analysieren und zu prüfen.« Allerdings registriert er, dass erst wenige Unternehmen auf eine Kupferverkabelung gemäß der ISO-Klasse EA aufspringen, obwohl die Verkehrslast auf den Verbindungen dramatisch steige und weiter steigen werde.
Gerlach wundert sich über diese restriktive Haltung der Unternehmen. Zumal alle Komponenten einschließlich der aktiven bereits 10 GBit/s-tauglich seien. Er wundert sich schon deshalb über diese Reserviertheit, weil ein Projekt wie die passive Verkabelung für einen Planungshorizont von mindestens 10 Jahren ausgelegt werden müsse. »Und über diesen langen Zeitraum muss sie den steigenden Daten- und Verarbeitungslasten, die den Netzverkehr immer weiter nach oben katapultieren werden, standhalten«, sensibilisiert er die Entscheider in den Unternehmen.
40 GBit/s noch Zukunftsmusik
Auch die höhere Geschwindigkeitsklasse für Kupferverkabelungssysteme, bis 40 GBit/s und höher, haben die Normierer bei der ISO bereits definiert: die Kategorie 7A. »Hier besteht allerdings ein hoher Normierungsrückstand seitens IEEE (Normierungskomitee für Ethernet) für kupferbasierende Switch-Systeme«, räumt Niethammer ein. Er benennt den Grund dafür: »Für diese extrem hohe Bandbreite über Kupfersysteme werden komplett neue Definitionen und Parameter für Switch- und Routersysteme entwickelt werden müssen. »Wie bei 10-GBit/s-Ethernet konzentriert sich IEEE zuerst auf Glasfaser-Verkabelungssysteme zum Betrieb von 40/100 GBit/s.« Hersteller wie Brain Force sehen sich schon heute gefordert, sich auf die noch höhere Geschwindigkeit einzustellen. »Wir haben unsere Entwicklung schon auf 40-GBit/s ausgerichtet. Denn letztlich wird es von der Qualität der Software auf den aktiven Komponenten abhängen, ob die hohe Performance bei den Rechnern, allen voran bei den Servern, ankommt«, erklärt Helmut Töpfer, Professional Services Manager, bei Brain Force Software. Aber es gehe dabei nicht nur um Performance. »Unsere Entwickler müssen parallel dazu auch die Felder »Security«, »Netzwerk-Management«, »Facility-Management« und »Dokumentation« adressieren.«
Virtualisierungsdruck
Bevor die Zukunft, bis zu 40 GBit/s über Ethernet, wahr wird, haben viele RZ-Betreiber einschließlich der Hosting-Provider andere Sorgen. »Die Konsolidierung und Virtualisierung von Servern und Speichersystemen, also ihre Ballung im Herzen des Rechenzentrums, treibt die Verkehrslasten in die Höhe«, konstatiert Andreas Vogl, verantwortlich für die Serviceentwicklung im Bereich Data-Center bei Siemens IT Solutions and Services. Er sieht damit die RZ-Betreiber ab einer gewissen Größenordnung zwangsläufig ins Verkabelungsprofil der Kategorie 6A hineinlaufen, weil damit auch die Verkehrslasten hin zu den PCs stiegen. Genügend Performance auf Jahre hinaus sei nicht der einzige Grund, rechtzeitig in diese Verkabelungskategorie aufzubrechen. »Die Verkabelung ist ein fundamentaler Baustein im Data-Center. Jede Vereinfachung und jeder verbesserter Datendurchsatz tragen direkt zu einer steigenden Performance in einem Rechenzentrum bei«, gibt Vogl den Entscheidern in den RZ zu bedenken. Und, fügt er hinzu, Anforderungen und Abhängigkeiten von elektronischen Geschäftsprozesse nähmen stetig zu und verlangten hoch verfügbare Lösungen. Sie erlaubten keine SLA-Engpässe im Rechenzentrum.
Jürgen Distler, IIMS Specialist DACH & MarCom Manager Deutschland, Tyco Electronics: »Einige Verkabelungssystemhersteller haben den gesamtheitlichen Ansatz mittlerweile erkannt und bieten neben der Verkabelung Soft- und Hardware zur Dokumentation der Infrastruktur mit Schnittstellen hin zu anderen Softwaretools.«
Die direkten Zusammenhänge zwischen Verkabelung, aktiven Komponenten und leistungsstarken Server- und Speicher-Pools wirft eine Frage auf: Inwieweit werden von den Verkabelungssystemherstellern die Anforderungen mittlerweile ganzheitlich gesehen? Jürgen Distler, IIMS Specialist DACH & MarCom Manager Deutschland bei Tyco Electronics, registriert weiterhin einen Gap zwischen den passiven und aktiven Komponenten sowie den Software-Applikationen. »Die Welten mit ihren speziellen Anforderungen liegen noch weit auseinander«, argumentiert er. Die passive Seite habe eher die Hardware im Auge, die aktive Seite konzentriere sich mehr auf die Software und was sich innerhalb der oberen Schichten des ISO/OSI-Modells abspiele. »Wir wünschen uns, dass alle etwas näher zusammenrücken. Dadurch könnten auch viele Missverständnisse vermieden werden«, meint Distler. Einige Verkabelungssystemhersteller haben den gesamtheitlichen Ansatz mittlerweile erkannt und bieten neben der Verkabelung Soft- und Hardware zur Dokumentation der Infrastruktur, mit Schnittstellen hin zu anderen Softwaretools.
André Gerlach, Sprecher, BdNI: »Ein Projekt, wie die passive Verkabelung hat einen Planungshorizont von mindestens 10 Jahren -- Über diesen langen Zeitraum muss sie den steigenden Daten- und Verarbeitungslasten standhalten.«
Thomas Hüsch, Leiter Technik, Psiber Data: »Mehr Entwicklungs-Koexistenz ist zwischen den Verkabelungssystem- und anderen Herstellern notwendig. Denn Fehler, die innerhalb der Kabelinfrastruktur passieren, schlagen künftig stärker als in der Vergangenheit auf den höheren Ebenen durch.«
Nur das Ganze zählt
Teilnehmer der Runde wie Vogl und Töpfer sind sich darin einig, dass mit der Virtualisierung und Geschäftsprozessoptimierung auch die Verkabelungssystemhersteller mehr ganzheitlich denken und entwickeln sollten. Fehler, die innerhalb ihrer Infrastruktur passieren, schlagen dadurch stärker als in der Vergangenheit auf den höheren Ebenen durch. »Die Protokollanalyse über alle Ebenen zeigt, dass heute mehr denn je oberhalb der Verkabelung gemessen werden muss«, pflichtet Hüsch von Psiber Data bei. Er plädiert deshalb zumindest »für mehr Entwicklungs-Koexistenz« zwischen den Verkabelungssystem- und anderen Herstellern. Es sei allerdings schwierig, diesen ganzheitlichen Anspruch bei der Dokumentation und beim IT-Management durchzuhalten, schränkt Hüsch ein.
Auch für Per Kall, Teamleiter Consulting im Bereich Service-Management bei Materna, steht außer Frage: »Alle Applikationen, Datenquellen und Infrastrukturkomponenten müssen für die Bereitstellung verlässlicher IT-Services nahtlos ineinander greifen.« Die Verkabelung als physisches Leitungssystem für alles, was sich darüber abspiele, sei davon keinesfalls ausgenommen. Diese umfassende ganzheitliche Sicht müsse von Anfang an, von der Planung über die Realisierung und den Betrieb bis zur Weiterentwicklung des Gesamtsystems greifen. Somit sei auch die passive Verkabelung ein wichtiger Bestandteil der mitunter ausgesprochen vielschichtig ausgestalteten IT-Services –ganz im Sinne des ITIL-Modells zum Aufbau des IT-Service-Managements und einer angemessenen IT-Service-Organisation.
Letztlich wird für alle beteiligten Systemlieferanten und Projektierer kein Weg daran vorbeiführen, sich für einen Service-optimierten IT-Auftritt anderen Produktbereichen zu öffnen. Unternehmen und Hosting-Provider als RZ-Betreiber sind in Zeiten der Geschäftsprozess-Optimierung, für die der IT-Motor insgesamt rund laufen muss, gleichermaßen darauf angewiesen. Vogl von Siemens IT Solutions and Services verweist auf die eigene RZ-Praxis des Dienstleisters. »Switch-, Server- und Speicher-Bereinigung respektive -Virtualisierung, Überwachen und Steuern von Power- und Klimatisierungs-Kreisläufen sowie ein umfassendes IT-Management einschließlich Dokumentation, Auditing und Reporting: Das alles lässt sich nur ganzheitlich bewerkstelligen.« Er geht einen Schritt weiter: »Das alles ist nur mit einer ganzheitlichen Sicht- und Herangehensweise möglich. « Nur so könnten jeweils Wechselbeziehungen und -wirkungen richtig bemessen werden, um in Gänze den RZ-Auftritt richtig an sich verändernden Rahmenbedingungen und Anforderungsprofilen auszurichten und permanent zu optimieren. Deshalb bezieht man bei Siemens IT Solutions and Services die Verkabelung und Anschlüsse als vollberechtigte Glieder der IT mit in die Konzeption und Realisierung ein. Das, ergänzt Vogl, schließe ein, den Zustand des RZ über alle Ausführungsebenen immer wieder zu messen und zu beurteilen.
ITIL als Schrittmacher
Die IT-Produkte jeder Art müssen sich nicht nur generell am Best-Practice-Modell ITIL ausrichten, demzufolge Schnittstellen zu anderen Managementmodulen vorsehen. »Die Entwicklung von IT-Services jeder Art sollte sich generell an etablierten Best-Practices ausrichten. Insbesondere die aktuelle Version 3 der ITIL liefert in dieser Hinsicht einen ganzheitlichen Ansatz vom Design bis zur Implementierung, den es stringent umzusetzen gilt«, fordert Kall auf. Denn nur unter dieser Voraussetzung sei eine umfassende Life-Cycle-Betrachtung möglich, mittels derer eine permanente IT-Steuerung und -Optimierung gewährleistet sei. In die Life-Cycle-Betrachtung müsse auch die passive Verkabelungsinfrastruktur einbezogen werden. Er zeigt dabei auf permanente Änderungen, die Weiterentwicklung des IT-Service-Managements sowie ständige Anpassungen hinsichtlich Dokumentation, Compliance und IT-Sicherheit.
Per Kall, Teamleiter Consulting Service-Management, Materna: »Alle Applikationen, Datenquellen und Infrastrukturkomponenten müssen für die Bereitstellung verlässlicher IT-Services nahtlos ineinader greifen.«
Hans-Jürgen Niethammer, Head of Programm Management EMEA, Tyco Electronics:»Der Permanent-Link muss noch von der ISO standardisiert werden, dann ist die Bahn endgültig frei für 10 GBit/s via Ethernet bis zum Endgerät.»
Niethammer von Tyco Electronics sieht deshalb auf lange Sicht für die Verkabelungssystemhersteller keinen Weg an diesem ganzheitlichen Anspruch im Sinne der Anwender vorbeiführen. Es gäbe bereits Produkte wie Amptrac, die darin unterstützten, Abfolgen von der Verkabelung über die Verteilerschränke mit den aktiven Komponenten bis zu den Servern und Speichern, die davon abhängen, nachzuvollziehen. Für ein umfassendes IT-Service-Management ließen sich solche Produkte in ein Umbrella-System wie HP-Openview integrieren. Die steigende Packungsdichte in den Switch- und Router-Systemen erhöhe den Druck, ganzheitlich denken und handeln zu müssen. »Dadurch hängen von einem Switch immer größere System- und Applikationsbereiche ab, die reibungslos funktionieren müssen«, erklärt er. Dafür müsste gegebenenfalls nach unten doppelt verkabelt werden, damit im Falle eines Falles eine Ausweichstrecke zur Verfügung stünde. Das alles hinreichend zu managen und zu dokumentieren, dafür spreche schon der Druck, das heute schneller installiert, konfiguriert und umkonfiguriert werden müsse, ohne dass dadurch für das Gesamtsystem gefährliche Fehlerquellen entstünden.
Helmut Töpfer, Professional Services Manager, Brain Force: »Automatismen für einen ganzheitlichen Service-Management-Ansatz sind nur dann möglich, wenn manuelle Eingriffe weitgehend ausgeschlossen und durch selbstständig ablaufende, ineinander greifende Managementprozesse ersetzt werden.«
Andreas Vogl, Serviceentwicklung Data-Center, Siemens IT Solutions and Services: »Die Abhängigkeit von elektronischen Geschäftsprozessen nimmt stetig zu – Sie erlaubt keine SLA-Engpässe. Deshalb ist die Verkabelung ein fundamentaler Baustein im Data-Center. Jede Vereinfachung und jeder verbesserter Datendurchsatz trägt direkt zu einer steigenden Performance im RZ bei.«
Kosten rücken in den Vordergrund
Für diesen durchgehenden Ansatz sprechen zudem Kostengründe. Denn die Unternehmen wie die Hosting-Provider können es sich heute nicht mehr leisten, durch umständliche manuelle Eingriffe viel Zeit und Geld zu verlieren. Was bei Tyco Electronics Amptrac ist, ist bei Brain Force der Net-Organizer. »IT-Services müssen dynamisch bereitgestellt werden«, plädiert auch Töpfer für einen ganzheitlichen Service-Management-Ansatz. Automatismen, die dafür greifen, seien aber nur dann möglich, wenn manuelle Eingriffe weitgehend ausgeschlossen und durch selbstständig ablaufende, ineinander greifende Managementprozesse ersetzt werden würden. Er spricht von einer zunehmenden Automatisierung der IT. Kall bestätigt: »Viele Unternehmen zielen über Service-Automation darauf ab, manuelle Tätigkeiten rund um die IT zu automatisieren.« Diese Strategie sei für sie gleich dreifach von Bedeutung: IT-Kosten einzusparen, den Betrieb komplexer IT-Umgebungen beherrschbar zu machen sowie IT-Services in angemessen hoher Qualität zu liefern.
Die aktuelle Finanzkrise, die sich zu einer Wirtschaftskrise aufbauen könnte, rückt insbesondere die IT-Kosten in den RZ noch stärker in den Vordergrund. Das Sparen darf dennoch keinesfalls auf Kosten der Qualität und Flexibilität der IT-Services gehen. »Der Wettbewerb beschleunigt das Geschäft. Änderungen an den Geschäftsabläufen treten immer häufiger auf. Diesem Rhythmus muss die IT durch die dynamische Bereitstellung maßgeschneiderter Services nahtlos folgen können«, unterstreicht Vogl. Immerhin berge, je nach Abschreibungsstand der installierten Techniken und ihrer Zusammensetzung, gerade die Konsolidierung und Virtualisierung über alle Kostenfaktoren – Betrieb, Energieverbrauch, Service und Weiterentwicklung – erhebliche Einsparungen in sich, macht Kall den Anwendern Mut, die IT-Landschaft neu zu formieren. »Außerdem ist die Virtualisierung von Servern und Speichern die Grundvoraussetzung dafür, dass IT-Services dynamisch bereitgestellt werden können und sich flexibel veränderten Geschäftsabläufen anpassen.« Nicht nur eine zeitlich vertretbare Amortisierung stehe im Vordergrund der Entscheidung, gibt Töpfer zu bedenken. Projektrisiken müssten soweit wie möglich ausgeschlossen, in wirtschaftlich schwachen Zeiten neue Marktsegmente und Umsätze erschlossen werden.
Top-Management klinkt sich ein
Die IT immer inniger mit dem Geschäft verflochten: Das ruft förmlich die Unternehmensführung auf den Plan. »Sie will den IT-Gesamtaufbau verstehen, um die IT-Auswirkungen auf die geschäftlichen Abläufe bewerten zu können«, verfolgt Töpfer von Brain Force. Er deutet auf entsprechende Cockpits für die Top-Manager. »Und sie wollen angemessen auf Änderungen von Innen oder Außen reagieren und dabei die Gestaltungs- und Leistungsmöglichkeiten der IT voll ausschöpfen«, ergänzt Vogl. Dabei muss die Sicherheit geschäftlicher Daten und Prozesse berücksichtigt werden.« Als ebenso wichtig erachtet Vogl, den wachsenden internationalen Compliance-Anforderungen nachzukommen. Auch dafür ist eine durchgehende Transparenz über die gesamte IT und die einzelnen Zuständigkeiten unverzichtbar. Er macht am Beispiel »Data-Center« deutlich, wie nah der Zugewinn an Transparenz und Kosteneinsparungen beieinander liegen kann. »Werden die Speicher mit den Daten konsolidiert und virtualisiert, können Zusatzwerkzeuge, die redundante Datenbestände erkennen und bereinigen, automatisch greifen.« Das sei ein probates Mittel, das immense Datenwachstum und damit den stark steigenden Bedarf an Speichern nachhaltig zu drosseln.
Green IT: kein Auslaufmodell
Wie steht es um die Rolle einer Green-IT? Vogl bezeichnet sie weiterhin für IT-Projekte und Ausschreibungen als unverzichtbar. Nach seiner Einschätzung werden die Energiekosten als Teil der IT-Gesamtkostenbetrachung ein wichtiger Kosteneinsparungsfaktor bleiben. Auf mittlere Sicht, nach der Finanz- und möglichen Wirtschaftskrise, sieht er die Energiepreise weiter anziehen. Töpfer spricht hingegen von Green-IT als Hype, der abebben werde, auch wenn solche Vorgaben bei einigen Ausschreibungen noch im Pflichtenheft stünden. Über Green-IT den Stromverbrauch zu reduzieren, qualifiziert aber auch er als weiterhin wichtig. Kall von Materna sieht auf die Unternehmen wie den Hosting-Providern neue Umweltgesetze zukommen. »Sie werden dadurch die Klimaauflagen umsetzen müssen und deren Einhaltung über Auditing und Reporting nachweislich belegen müssen – ob es sich für sie rechnet oder nicht«, fügt er hinzu.
Hadi Stiel, freier Journalist in Bad Camberg
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