Wireless-LAN-Router für 802.11n:
Aus dem Testlabor: Dualband für 11n teilweise etwas unausgereift
Für den kommenden Standard 11n gibt es bereits zahlreiche Geräte. Nun hat sich Network Computing Wireless-LAN-Router von Apple, D-Link, Linksys und Netgear angeschaut, die im 2,4- und 5-GH-Bereich (Dualband) arbeiten. Teilweise konnten die Hersteller noch nicht ganz überzeugen.
Der kommende Standard 802.11n hat alle Hersteller schon im Griff. Es gibt keinen der nicht schon Produkte dafür hat. Allerdings vermeiden die Hersteller ihre Lösungen mit 11n direkt in Verbindung zu bringen. Typische Bezeichnungen im Namen sind daher etwa »Wireless N« oder Pre-11n. Damit vermeiden die Anbieter auch ein Problem. Denn niemand kann oder besser will garantieren, dass sich die Draft-11n-Produkte auch wirklich auf den finalen Standard bringen lassen. Allerdings gehen die Hersteller davon aus, dass dies durch ein Software-Upgrade möglich sein wird. Gerade für Multimedia-Daten wie Video-Streaming ist die hohe Bandbreite interessant. Zum anderen sagen die Hersteller, dass sich mit weniger 11n-Access-Points die gleiche Fläche wie mit den bisherigen WLAN-Standards abdecken lässt. Normalerweise implementieren die Hersteller in den Geräten den Draft 2.0, obwohl die 11n-Arbeitsgruppe aktuell bereits beim Draft 7.0 angelangt ist. Dies liegt daran, dass es von der Wi-Fi Alliance eine Zertifizierung für 2.0 gibt, der die Interoperabilität zwischen den Herstellern sichern soll.
REPORTCARD: 802.11N-DUAL-BAND-ROUTER
Gewichtung
Apple Airport
Extreme
Netgear
WNDR3300
D-Link DIR-855
Linksys WRT610N
Performance
40%
3,5
3,5
Stabilität
40%
Preis
20%
Gesamtergebnis
100%
4,6
4,4
3,6
3,4
A-
B-
C+
A ≥4,3; B ≥3,5; C ≥2.5; D ≥1,5; E < 1,5. Die Bewertungen A bis C enthalten in ihren Bereichen + oder -. Gesamtergebnisse und gewichtete Ergebnisse basieren auf einer Skala von 0 bis 5.
Der SMC-Barricade ist in der Report-Card nicht enthalten, da er kein Dual-Band-Router ist.
Mittlerweile gibt es auch bei den Draft-11n-Wireless-Routern vermehrt Geräte, die sowohl das 2,4-GHz-Band als auch das 5-GHz-Band nutzen. Damit sind sie dann sowohl zu 11b/g als auch 11a rückwärtskompatibel. Dual-Band hilft aber auch, Applikationen von einander zu trennen. So lässt sich etwa das 2,4-GHz-Band für Internet-Zugriff, E-Mail oder ähnliches nutzen. Das 5-GHz-Band kommt beispielsweise für Streaming-Applikationen wie Wireless-Internet-Kameras zum Einsatz. Dies setzt aber voraus, dass der Pre-11n-Router beide Bänder parallel nutzen kann, was nicht bei allen der Fall ist.
Für den Vergleichstest von ausgewählten Dual-Band-Routern kamen Geräte von vier Herstellern unter die Lupe: Apples [1] »Airport Extreme [2]« war dabei, ebenso Netgears [3] »Rangemax Dual Band Wireless-N [4]«. Diese zwei Geräte sind zwar Dual-Band-Router, aber sie unterstützen die beiden Bänder nicht simultan. Bei D-Links [5] »Xtreme N Duo-Media [6]«-Router und Linksys’ [7] »WRT610N [8]« ist dies jedoch der Fall. Um eine Basis für Performance-Messungen zu erhalten, wählte Network Computing einen »Barricade N Pro Wireless Broadband [9]«-Router von SMC. Das ist ein Single-Band-Router für 2,4 GHz.
Der »Barricade N Pro Wireless« von SMC
Das Setup des Barricade-N-Pro-Wireless-Broadband-Router (SMCWGBR14-N) von SMC war besser als in der Vergangenheit. Das Gerät arbeitete gleich nach dem Auspacken: am Modem anschließen, mit dem PC verbinden und Modem, Router sowie PC einschalten (in dieser Reihenfolge). Der Anwender kann nun noch den Web-Browser starten und den Router für weitere Einstellungen über die im Quick-Start-Faltblatt verzeichnete Adresse erreichen.
Der »Barricade N Pro Wireless Broadband Router« von SMC arbeitet als Single-Band-System nur im 2,4-GHz-Band. Er diente als Orientierung im Vergleichstest für Dual-Band-Router.
Beim SMCs USB-Adapter (SMCWUSB-N) muss der Nutzer vor dem Einsatz noch über eine CD den Treiber installieren. Allerdings gab es dann Überraschungen bei der Zusammenarbeit zwischen Router und Adapter. Diese sollten eine Basis- oder Referenzzeit vorgeben. Die Übertragung der 873-MByte-Datei dauerte allerdings 3,5 Minuten – damit landete SMC auf dem letzten Platz der Gruppe. Der Barricade hatte aber kein Problem mit einem älteren »Netgear N121T-USB«-Adapter. Damit dauerte der Dateitransfer nur noch 2,2 Minuten.
Steckbrief
Barricade N Pro Wireless Broadband Router [9]
Hersteller: SMC
Charakteristik: 802.11n-Router
Preis: rund 100 Euro
Web: www.smc.com [11]
Plusminus
+ Gutes 802.11n-Starter-Kit
+ Simple Installation
– Schwache Performance mit nativem Adapter
Apple »Airport Extreme«
Der Router »Airport-Extreme« von Apple fühlt sich sowohl in einer Mac-, als auch in einer PC-Landschaft heimisch. Die Installation ist mit der beigefügten Disc einfach. Sie liefert die nötige Software für Windows oder OS-X, abhängig davon, auf welchem System sie startet. Die Airport-Utility-Software ist klar strukturiert. Dabei handelt es sich um Core-Applikation, mit der der Anwender den Router für den Betrieb im 2,4-GHz- oder 5-GHz-Band (es geht nicht gleichzeitig) einstellt.
Apples »Airport Extreme« leistet in Windows- und OS-X-Landschaften gleich gute Arbeit.
Es gibt keine 802.11n-Adapterkarten von Apple. Allerdings beherrschen meisten neueren Macs und Macbooks Pre-11n. Damit verabschiedete sich der Teil des Testschemas, der Dateitransfers in 5-GHz- und 2,4-GHz-Bändern unter Verwendung proprietärer Adapter verlangte. Also verwendete das Laborteam notgedrungen stattdessen einen Macbook als proprietäre Hardware für die Transfertests.
Die Testergebnisse sind nicht zu 100 Prozent vergleichbar, denn es gibt zwischen PCs und Macbooks etwa Unterschiede in den Festplatten- und Prozessorgeschwindigkeiten. Aber der Airport-Extreme zeigte die zweitbeste 2,4-GHz-Transferzeit. Die 2,5 Minuten, die das System zur Übertragung der 873-MByte-Videodatei benötigte, unterbot lediglich Netgears Rangemax-Dual-Band-Wireless-N-Router. Bei 5 GHz setzte sich der Airport-Extreme sogar an die Spitze – mit einem verschwindend geringen aber dennoch messbaren Unterschied von 10 Sekunden.
Auch wenn kein direkter Vergleich möglich ist: Der Airport-Extreme lässt sich auch als Bridge nutzen, angeschlossen an einen anderen Router. Ein Nutzer mit einem 802.11n-Single-Band-Router oder einen 802.11g-Router braucht einfach nur den Airport-Extreme daran anschließen. Anschließend stellt er diesen mit der Airport-Utility-Software auf 5 GHz ein. Das Resultat ist ein Dual-Band-Router, der beide Bänder unterstützt und über 5 GHz ziemlich schnell zu Werke geht – 1,5 Minuten im Test.
Steckbrief
Airport Extreme [2]
Hersteller: Apple
Charakteristik: 802.11n-Dual-Band-Router
Preis: 170 Euro
Web: www.apple.de [13]
Plusminus
+ Hohe Performance
+ Elegantes Design
– Keine simultane Nutzung beider Bänder
Netgear »RangeMax Dual Band Wireless-N«
Wie Apples Airport-Extreme arbeitet auch Netgears »WNDR3300« nicht parallel in beiden Bändern. Der Anwender kann aber über die Browser-Schnittstelle des Routers zwischen verschiedene Modi umschalten:
* bis zu 270 MBit/s mit 2,4 GHz,
* bis zu 270 MBit/s mit 5 GHz und 54 MBit/s mit 2,4 GHz,
* bis zu 130 MBit/s mit 2,4 GHz und
* bis zu 130 MBit/s mit 5 GHz und 54 MBit/s mit 2,4 GHz.
Der »RangeMax Dual Band Wireless-N WNDR3300« von Netgear unterstützt Wi-Fi-Protected-Setup (WPS). Bei entsprechendem Adapter vereinfacht dies das Aufsetzen einer sicheren Verbindung.
Die Standardeinstellung ist »bis zu 270 MBit/s mit 2,4 GHz«. Damit können alle 11b-, 11g- und 802.11n-Stationen friedlich im 2,4-GHz-Band mit einer recht passablen Geschwindigkeit arbeiten. 5 GHz ist auch möglich. Allerdings müssen sich dann Clients im 2,4-GHz-Band mit 11g und damit mit 54 MBit/s zufrieden geben.
Die Konfiguration der WLAN-Sicherheit mit dem entsprechenden Schlüssel ist nicht immer einfach. Deshalb hat die Wi-Fi Alliance WPS (Wi-Fi-Protected-Setup) entwickelt, um dies zu erleichtern. Dieses Funktion gibt es bei dem Netgear-System unter dem Namen »Push ‚N’ Connect«. Der Anwender drückt den entsprechenden Knopf am Router und dann den WPS-Knopf am Adapter. Dieser muss natürlich auch WPS beherrschen. Die beiden Geräte unterhalten sich kurz darüber, dann konfiguriert der Router den Adapter, der daraufhin korrekt arbeitet. Leider besitzt der WNDA3100-USB kein WPS. Daher geht der Weg über den Installations-Wizard auf der beiliegenden CD gehen.
Mit den verschieden Verbindungsoptionen war der WNDR3300 etwas aufwändiger zu testen. Die beste Performance zeigte der Router im 2,4-GHz-Band, wo er die 873-MByte-Datei in 1,9 bei 270 MBit/s und in 2 Minuten bei 130 MBit/s transferierte. In allen anderen Einstellungen war die Performance nicht besonders gut.
Steckbrief
RangeMax Dual Band Wireless-N [4] (WNDR3300)
Hersteller: Netgear
Charakteristik: 802.11n-Dual-Band-Router
Preis: rund 90 Euro
Web: www.netgear.de [15]
Plusminus
+ Einfaches Setup
+ Viele Connectivity-Optionen
– Keine simultane Nutzung beider Bänder
D-Link »Xtreme N Duo Media Router«
Das System von D-Link arbeitet parallel in beiden Bändern. D-Links Installationssoftware fragt nach vielen Details. Nutzt der User auch die Trial-Version von Network-Magic erhält er gleich ein System, um die Netzwerk-Performance zu überwachen.
Während die meisten Router-Hersteller inzwischen interne Antennen verwenden, kommt D-Links »Xtreme N Duo Media Router DIR-855« in einem eher traditionellen Design mit drei externen Antennen.
Um das Display mit den Router-Daten gut abzulesen, muss der Nutzer diesen waagrecht aufstellen. Dieses liefert eine leicht verständliche Status-Übersicht, die der Anwender nach der anfänglichen Installation aber kaum mehr braucht. Der Xtreme-N-Duo-Media-Router arbeitet mit externen Antennen. Da sich diese entfernen lassen, kann der Nutzer auch andere Typen etwa mit Richtstrahlcharakter anschließen. Nachteilig ist, dass die Antennen den Zugang zu den rückseitigen Anschlüssen etwas erschweren.
Der DIR-855 lieferte gemischte Performance-Ergebnisse. Am schlechtesten war Transfer der 873-MByte-Datei bei 2,4 GHz mit D-Links eigenen Xtreme-N-Dual-Band-USB-Adapter DWA-160. Bei 5 GHz fiel der Router mit einem Abstand von fast einer halben Minute hinter Apple und Linksys zurück.
Überraschenderweise weigerte sich der Router, mit einem älteren Netgear-N121T-USB-Adapter zu kommunizieren. Windows schätzte die Dateitransferzeit auf mehr als 30 Minuten und beendete den Prozess nach 5 Minuten.
Steckbrief
Xtreme N Duo Media Router [6] (DIR-855)
Hersteller: D-Link
Charakteristik: 802.11n-Dual-Band-Router
Preis: rund 170 Euro
Web: www.d-link.de [17]
Plusminus
+ Simultane Nutzung beider Bänder
– Moderate Performance
– Kompatibilitätsprobleme
Linksys »WRT610N«
Das Setup gibt klare Instruktionen. Während der anfänglichen Tests im 2,4- und 5-GHz-Band verlor der Router die Verbindung. Mit keinem der verwendeten Computer ließ sich das 5-GHz-Band auf dem ersten WRT610N finden. Mit Linksys’ technischem Support zusammen probierte das Laborteam mehrere Fixes aus, darunter auch ein Firmware-Upgrade. Aber nichts funktionierte. Linksys schickte schließlich einen neuen Router.
Während der ersten Tests verlor der »WRT610N« von Linksys bei Dateitransfers die Verbindung. Dieser Fehler ließ sich beheben, dafür verhielt sich der Router dann aber an anderer Stelle problematisch.
Der zweite WRT610N besaß bereits das Firmware-Upgrade, und redete auch mit dem Linksys-WUSB600N-USB-Adapter. Leider tauchte aber der am Switch des Routers angeschlossene PC in der Liste der verbundenen Computer (via Windows-Netzwerkumgebung) nicht auf. Ein weiterer Anruf beim Support löste dieses Problem. Dafür lief dann das Media-Playback über 5 GHz nicht mehr rund.
Die Probleme dieser Art setzten sich fort, so dass der Verdacht aufkam, es könnte sich noch um ein Beta-Produkt handeln. Linksys bestätigte aber, dass es sich definitiv um ein fertiges Handelsprodukt handle. Am Ende der Tests wurde der WRT610N wieder durch den WRT600N ersetzt, der die vergangenen sieben Monate klaglos gearbeitet hatte.
Es bleibt anzumerken, dass Network Computing mit einem Linksys-Router noch nie solche Probleme hatte, wie sie der WRT610N bereitete. Wenn der WRT610N korrekt funktionierte, war er in Sachen Performance neben Apples Airport-Extreme eines der beiden Spitzengeräte.
Steckbrief
WRT610N [8]
Hersteller: Linksys
Charakteristik: 802.11n-Dual-Band-Router
Preis: rund 160 Euro
Web: www.linksys.com [19]
Plusminus
+ Simultane Nutzung beider Bänder
+ Gute Performance
– Stabilitätsprobleme
Fazit
Apples Airport-Extreme entwickelte sich während des Tests zum favorisierten Router. Der Router ist nicht billig, aber seine Performance und Flexibilität sind den Preis wert. Bei Netgear hat der WNDR3300 die Erwartungen eines soliden Routers mit den gewünschten Funktionen nicht erfüllt.
Gegenwärtig kann Network Computing auch den D-Link-DIR-855 nicht wirklich empfehlen. Sein Preis liegt bei etwa 170 Euro, der DWA-160 kostet zusätzlich. Das Gerät bietet aber nicht genug, um diesen Preis zu rechtfertigen. Wäre das Display des Routers wirklich brauchbar für dessen Operationen, sähe die Sache vielleicht anders aus.
Wie D-Links Router ist auch der WRT610N von Linksys derzeit nicht wirklich zu empfehlen. Auch er hat einen vergleichbar hohen Preis. Der WGA600N und die WUSB600N-Adapter eignen sich gut, sie einem existierenden Netzwerk einzusetzen.
Beim SMC-Barricade-N-Pro-Wirless-Broadband-Router handelt es sich um ein gutes 802.11n-Single-Band-Starter-Kit. 5 GHz lässt sich via HD-Gaming-Adapter hinzufügen, so dass sich der Router auch dann weiter nutzen lässt.
dj@networkcomputing.de
[1] http://www.apple.com/de
[2] http://www.apple.com/de/airportextreme/
[3] http://www.netgear.de/
[4] http://www.netgear.com/Products/RoutersandGateways/RangeMaxWirelessNRoutersandGateways/WNDR3300.aspx
[5] http://www.dlink.de/
[6] http://www.dlink.de/?go=gNTyP9CgrdFOIC4AStFCF834mptYKO9ZTdvhLPG3yV3oWIF7gqltbNlwaaRp7jsuED2onGQTo48EAtv33qXnLUgVuOrd
[7] http://www-de.linksys.com/
[8] http://www-de.linksys.com/servlet/Satellite?c=L_Product_C2&childpagename=DE/Layout&cid=1175247523421&pagename=Linksys/Common/VisitorWrapper
[9] http://www.smc.com/index.cfm?event=viewProduct&cid=5&scid=118&localeCode=EN_USA&pid=1627
[10] http://www.smc.com/index.cfm?event=viewProduct&cid=5&scid=118&localeCode=EN_USA&pid=1627
[11] http://www.smc.com
[12] http://www.apple.com/de/airportextreme/
[13] http://www.apple.de
[14] http://www.netgear.com/Products/RoutersandGateways/RangeMaxWirelessNRoutersandGateways/WNDR3300.aspx
[15] http://www.netgear.de
[16] http://www.dlink.de/?go=gNTyP9CgrdFOIC4AStFCF834mptYKO9ZTdvhLPG3yV3oWIF7gqltbNlwaaRp7jsuED2onGQTo48EAtv33qXnLUgVuOrd
[17] http://www.d-link.de
[18] http://www-de.linksys.com/servlet/Satellite?c=L_Product_C2&childpagename=DE/Layout&cid=1175247523421&pagename=Linksys/Common/VisitorWrapper
[19] http://www.linksys.com
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