Gelungene Server-Virtualisierung ist kein Zufall:
Thema der Woche: Erfolgreiche Server-Virtualisierung, Teil 2
Es zeichnet sich ab, dass Server-Virtualisierung zu einem Standard-Thema im Rechenzentrum wird. Es ist aber kein Selbstläufer und Unternehmen sollten sich vorher ausreichend Gedanken machen und den Einsatz entsprechend planen.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)
Network Computing befragte Bechtle München/Regensburg [1], Citrix Systems [2], Microsoft Deutschland [3], MicroVation [4] und VMware Global [5]. Lesen Sie im folgenden den zweiten Teil der Aussagen. Den ersten Abschnitt finden Sie ebenfalls auf Networkcomputing.de. Die Statements erschienen auch im Special 1/09 »Data-Center« der Network Computing, S. 24f.
Network Computing: Für welche Applikationsszenarien ist eine Server-Virtualisierung sinnvoll? Wo sollte ein Unternehmen es lassen?
Roland König, Geschäftsführer und Leiter Competence-Center Virtualisierung bei Bechtle München/Regensburg
Roland König, Geschäftsführer und Leiter Competence-Center Virtualisierung bei Bechtle München/Regensburg: »Servervirtualisierung eignet sich prinzipiell für jede Applikationsszenerie. Ausnahmen ergeben sich aus den Workloads der einzelnen Applikationen. Dies wird sich jedoch künftig durch die Leistungssteigerung der Virtualisierungsinfrastruktur positiv ändern.«
Martin Niemer, Group-Manager, Product-Marketing bei Vmware Global: »Server-Virtualisierung ist mittlerweile eine etablierte Technologie, die generell in allen Applikationsbereichen zum Einsatz kommen kann. Selbst umfangreiche und unternehmenskritische Anwendungen wie Warenwirtschafts- und Finanzsysteme können virtuell abgebildet werden. Somit gibt es keine Grenzen für Server-Virtualisierung.«
Network Computing: Welche Risiken geht ein Unternehmen ein, wenn es alle Server virtualisiert?
Carsten Böckelmann, Regional-Director Server-Virtualization Central-Europe bei Citrix Systems
Carsten Böckelmann, Regional-Director Server-Virtualization Central-Europe bei Citrix Systems: »Um die Virtualisierung im Unternehmen reibungslos umzusetzen, sind zuvor zwei technische Aspekte zu klären. Zum Einen muss sichergestellt sein, dass bei virtualisierten Systemen Support für das jeweilige Betriebssystem und die Applikationen besteht. Zum Anderen ist zu beachten: Konsolidiert das Unternehmen viele Workloads, auch unternehmenskritische, auf wenige Systeme, müssen entsprechende Vorbereitungen für Hochverfügbarkeit und Disaster-Recovery getroffen werden. Darüber hinaus ändern sich in vielen Fällen die internen Organisationsstrukturen und eventuell auch die Kompetenzanforderungen an die Mitarbeiter. Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden.«
König: »Wenn sich das Unternehmen an die Vorgaben beziehungsweise Best-Practices hält bestehen nur noch die ganz normalen Risiken. Jedoch verringern vor allem die aktuellen Hypervisor die Risiken durch die Standardisierung und den Verfügbarkeitsmechanismen der Infrastruktur.«
Network Computing: Was sind die größten Herausforderungen bei einem Projekt für Server-Virtualisierung?
Markus Hutter, Geschäftsführer – Infrastructure-Services bei Microvation
Markus Hutter, Geschäftsführer – Infrastructure-Services bei Microvation: »Für das Unternehmen ist es sicher zunächst einmal die Wahl des richtigen Partners für die Umsetzung, sofern er nicht intern über das ganze Know-How verfügt. Aber auch die Auswahl der passenden Hardware, Storage-Systeme und Technologien ist nicht zu unterschätzen. Dies sind Entscheidungen, die schon recht früh getroffen werden müssen, aber einen nachhaltigen Einfluss auf den Projekterfolg haben.«
Ralf Uwe Barth, Produkt -Manager Virtualisierung bei Microsoft Deutschland: »Das Sizing der Systemlandschaft und die Anpassung der bestehenden Prozesse für die virtuelle Landschaft sind eine der Herausforderungen. Microsoft hilft in diesem Bereich mit dem »Microsoft Assessment and Planning«-Tool (MAP) und mit den »System Center«-Produkten, die sowohl mit physikalischen, als auch virtuellen Systemen zusammenarbeiten.«
Network Computing: Was muss die Management-Software für die Server-Virtualisierung aus der Sicht eines Administrators können?
Martin Niemer, Group-Manager, Product-Marketing bei Vmware Global
Niemer: »Speziell das Thema Management ist essenziell für die Server-Virtualisierung und sollte alle Bereiche der IT-Infrastruktur abdecken. Dazu gehört einmal die Verwaltung der virtuellen Maschinen und der entsprechenden Storage-Kapazitäten. Zum anderen umfasst dies auch die damit verbundenen Gebiete wie Sicherheit, Verfügbarkeit, Rechte und Policies sowie Compliance und Protokollierung. Des weiteren ergeben sich viele neue Möglichkeiten, komplette Prozesse wie den Lifecycle ganzer Systeme zu automatisieren.«
Hutter: »Hinsichtlich der Verwaltung einer Virtualisierungslandschaft sollte die eingesetzte Management-Software nicht speziell auf diese beschränkt sein. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass eine Management-Lösung die virtuellen und physikalischen Systeme gleichermaßen bedienen kann. Aus Managementsicht besteht kein Unterschied zwischen diesen Bereichen.«
Network Computing: Warum sollte ein Unternehmen mit einer homogen Server-Landschaft die Server virtualisieren und keine Container-Technologie einsetzen?
Ralf Uwe Barth, Produkt -Manager Virtualisierung bei Microsoft Deutschland
Barth: »Die Virtualisierung hat gegenüber der Container-Technologie mehrere Vorteile. Einmal sind die virtuellen Maschinen komplett voneinander isoliert sind. Sie beeinflussen sich nicht gegenseitig und lassen sich unterschiedlich konfigurieren. Ebenso sind die virtuellen Maschinen nicht vom Host abhängig und können unterschiedliche Patchstände besitzen.«
Böckelmann: »Alle Vorteile der Virtualisierung gelten genauso für homogene Server-Landschaften. Aber auch diese sind nicht absolut gleich und erfordern eine individuelle Konfiguration und Anpassung. Virtualisierung ermöglicht hier unabhängige Betriebssysteme für Hardware und Container. Es können auf der gleichen Hardware mehrere, unterschiedliche Betriebssysteme laufen. Zudem ist die Server-Virtualisierung die Grundlage für die Dynamisierung des Rechenzentrums. Hierfür ist es wichtig, dass es keine Bindung an bestimmte Systeme oder Silos gibt. Denn nur dann ist die IT für künftige Anforderungen gut gerüstet.«
[1] http://www.bechtle.com/
[2] http://www.citrix.de/
[3] http://www.microsoft.com/germany/server/virtualisierung
[4] http://www.microvation.de/
[5] http://www.vmware.de/
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