Data-Center in der Praxis:
Sun eröffnet in Colorado »grünes« Rechenzentrum
Rund 11.000 Tonnen weniger CO2 als Data-Center herkömmlicher Bauart produziert nach Angaben von Sun ein Rechenzentrum, das die Firma in Broomfield im US-Bundesstaat Colorado eröffnet hat.
Das neue Rechenzentrum ist laut Sun [1] das größte Projekt im Bereich Data-Center-Konsolidierung, das der Server- und Storage-Spezialist jemals vorgenommen hat. Das Unternehmen geht davon aus, dass das Data-Center neben den 11.000 Tonnen CO2 auch Stromkosten in Höhe von 1 Million Dollar pro Jahr einspart.
Stößt 11.000 Tonnen weniger CO2 aus als konventionelle Data-Center: Suns Rechenzentrumin Broomfield, Colorado.
Das Zentrum in Broomfield basiert, ähnlich wie das in Santa Clara (Kalifornien), auf einem »Pod«-Designansatz. Er sieht vor, dass im ersten Schritt nur derjenige Teil eines Rechenzentrums voll ausgebaut wird, inklusive Kühlanlagen und Stromversorgung, der auch tatsächlich benötigt wird.
Sollte später mehr Rechenleistung erforderlich sein, lässt sich ein zweiter Bauabschnitt (Pod) vollenden. Erst dann wird der zweite »Pod« mit Systemen bestückt.
»Pod«-Design statt Vollausbau
Nach Ansicht der Beratungsgesellschaft Gartner [2] ersetzt der Pod-Ansatz derzeit die klassische Vorgehensweise: Bei dieser wurde ein Rechenzentrum komplett mit einer Infrastruktur ausgestattet, etwa Kühlung, USVs et cetera, auch wenn diese Monate oder Jahre lang brachlag und erst später, nach Erweiterung der RZ-Kapazitäten, genutzt wurde.
In Broomfield setzt Sun Systeme aus dem eigenen Haus ein, also Sparc- und x86-Server unter Open Solaris sowie Storage-Systeme und Bandlaufwerke aus eigener Produktion. Dazu gehören T5440-Sparc-Enterprise-Server, M5000-Server, Storagetek-SL8500-Libraries und die Speichersysteme der Reihe Fire X4500 und Storage 7000.
Dank des Pod-Ansatzes konnte Sun den Flächenbedarf in Broomfield im Vergleich zum Rechenzentrum in Louisville (Colorado) von rund 46.000 Quadratmetern auf etwa 11.700 Quadratmeter reduzieren. Der Strombedarf sank um 1 Million kWh im Monat.
Die Kühlanlagen des Data-Centers stammen von Liebert.
Für die Kühlung ist ein XD-System von Liebert zuständig. Es unterstützt Racks mit bis zu 30 kW Last.
Die Erfahrungen mit dem Bau von eigenen Data-Centern münzt Sun übrigens in Beratungsleistungen für andere Unternehmen um. Zusammen mit Partnern, darunter Architekten, bietet das Unternehmen Hilfe beim Design sowie Auf- und Umbau von Rechenzentren an. Diese Datacenter-Consulting-Services gehören seit knapp zwei Jahren zum Produktportfolio von Sun.
[1] http://www.sun.de/
[2] http://www.gartner.com/
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