Große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten:
»VMware Infrastructure 3« als umfassende Virtualisierungslösung

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de), Martin Niemer

15.01.2009

Die Virtualisierungslösung »VMware Infrastructure 3« eignet sich für die verschiedensten Anwendungen von der Server-Konsolidierung bis hin zum Hosting von Legacy-Applikationen. Dabei bietet das System alles, um auch in großen Rechenzentren zu arbeiten.

Vmware ist mit der Virtualisierung groß geworden. Erst seit kurzem sind Citrix mit dem »XenServer« und Microsoft mit »Hyper-V« dabei, ernsthafte Konkurrenz zu machen. Herzstück der Virtualisierung von Vmware ist ihre »Infrastructure«-Lösung. Dabei handelt es sich um eine Software-Suite zur Verbesserung des Betriebs und des Managements von Standard-IT-Systemen mittels Virtualisierung. Dies geht vom Desktop-Computer bis hin zum Rechenzentrum. Die Suite bietet integriertes Management, Ressourcenanpassung, Business-Continuity und operative Automatisierungsfunktionen. Die Lösung eignet sich für Einsatz auf einem einzelnen Host mit lokalen Festplatten bis hin zur Serverfarm mit zentralem Speicher im SAN.

»VMware Infrastructure« virtualisiert Standard-Server und ihre angeschlossenen Netzwerke und Speicher.

Einsatzgebiete für Vmware-Infrastructure

Durch die Konsolidierung von Servern als virtuelle Maschinen (VMs) verringert sich die Anzahl der physikalischen Maschinen. In der Praxis hat sich bisher gezeigt, dass pro physikalischen Prozessor mindestens 19 virtuelle Maschinen laufen können. Mit der Lösung lässt sich auch eine einheitliche Disaster-Recovery-Plattform implementieren. Beim Ausfall eines physikalischen Servers stellt der Administrator die dort laufenden VMs schnell auf einer anderen physikalischen Maschine wieder zur Verfügung.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Bereitstellung von Systemen für Software-Tests und -Entwicklungen sowie Staging. So lassen sich getrennte Systeme mit unterschiedlichen Betriebssystemen anbieten.

Unternehmens-Desktops von geografisch verteilten Arbeitskräften lassen durch das Bereitstellen eines standardmäßigen Images in einer virtuellen Maschine vereinheitlichen und sichern. Gleichzeitig stellt der Administrator so einen standardisierten Unternehmens-Desktop zur Verfügung. Dieser läuft auf virtuellen Maschinen. Anwender greifen auf diesen virtuellen Desktop über Thin-Clients oder PCs zu.

»VMware ESX Server« virtualisiert Serverspeicher und Netzwerke, da mehrere Anwendungen auf virtuellen Maschinen auf demselben physischen Server ausgeführt werden können.

Auf Grund zahlreicher Automatisierungsfunktionen lässt sich eine Infrastruktur relativ schnell bereitstellen. Virtuelle-Appliances stellen Software zur Verfügung. Ihr Vorteil ist, dass sie bereits konfiguriert sind und nur noch angepasst werden müssen. Die Steuerung und Verantwortung von Hardware-Ressourcen erfolgt zentral durch den Administrator.

Ältere Betriebssysteme und Software-Anwendungen (Legacy-Lösungen) lassen sich auf virtuelle Maschinen migrieren. Die VMs laufen auf neuer Hardware, dadurch wird eine bessere Zuverlässigkeit erzielt.

Der Aufbau von Vmware-Infrstructure

Die Lösung setzt sich aus dem »ESX Server«, dem »Virtual Machine File System« (VMFS), »Virtual SMP«, dem »VirtualCenter« zusammen. Dazu gehören auch der »Distributed Resource Scheduler« (DRS), »VMotion«, »High Availability« (HA) und »Consolidated Backup«.

»VirtualCenter« von Vmware bietet ein zentrales Management, operative Automatisierung sowie Hochverfügbarkeit für IT-Landschaften.

Der ESX-Server ist die Grundlage für die Virtualisierungsinfrastruktur. Er läuft direkt auf der Hardware und benötigt kein Host-Betriebssystem. Das VMFS ist ein Hochverfügbarkeits-Cluster-Dateisystem, mit dem mehrere Installationen von ESX-Server gleichzeitig auf denselben Speicher der virtuellen Maschine zugreifen können. VMFS ermöglicht die Verwendung der verteilten Infrastruktur-Services von Virtualcenter, der Vmotion-Technologie, DRS und HA.

Virtual-Symmetric-Multi-Processing (SMP) verbessert die Performance von virtuellen Maschinen, da eine Maschine gleichzeitig mehrere physikalische Prozessoren benutzen kann. Virtual-SMP ermöglicht die Virtualisierung der meisten Prozessoren und ressourcenintensiven Unternehmensanwendungen wie Datenbanken, ERP und CRM.

Virtualcenter bietet zentrales Management, operative Automatisierung und Hochverfügbarkeit für IT-Systeme. Die Software umfasst eine Vielzahl von programmgesteuerten Schnittstellen für Web-Services. Dies erlaubt die Integration von Systemmanagement-Produkten von Drittanbietern sowie eigene Entwicklungen durch die Nutzer.

Vmware-Server

Vmware-Infrastructure

Einsatzgebiet

  • Test, Demo und Schulung
  • kleine Produktiv-Umgebungen
  • Virtualisierung unkritischer Systeme
  • Ergänzung der IT-Umgebung
  • Test, Demo und Schulung
  • Produktiv-Umgebungen jeder Größenordnung
  • Hochverfügbare Systeme
  • Basis eines flexiblen Rechenzentrums

Host-Betriebssystem notwendig

Ja, Windows oder Linux

Nein, ESX läuft mit Hypervisor direkt auf der Hardware

Virtualisierungsoverhead

++

Multipathing Speicheranbindung

nur mit Herstellertreibern

integriert

Netzwerkadapter-Teaming

nur mit Herstellertreibern

integriert

VLAN Unterstützung der
virtuellen Switches

Nein

integriert

max. RAM pro VM

3,6 GB

8 GB

max. virt. CPUs pro VM

64-Bit Unterstützung

Ja

ja

Virtualcenter-Verwaltung

Virtualcenter 1.4

Virtualcenter 2

Vergleich ESX-Server und Vmware-Server, Teil 1

Der DRS stimmt verfügbare Ressourcen mit den festgelegten Geschäftsprioritäten ab. Gleichzeitig verbessert er arbeits- und ressourcenintensive Vorgänge. Mit Vmotion lassen sich VMs im laufenden Betrieb ohne Unterbrechung auf einen anderen physikalischen Server verschieben. Für Wartungszwecke werden einfach die VMs auf andere Systeme verteilt, die Arbeiten durchgeführt und anschließend die Systeme wieder zurückgeholt.

Consolidated-Backup bietet eine einfach zu verwendende, zentrale Backup-Funktion für virtuelle Maschinen. Daten virtueller Maschinen lassen sich so über einen zentralen Windows-2003-Proxy-Server von Microsoft anstelle direkt über den ESX-Server sichern.

Vmware-Server

Vmware-Infrastructure

gemeinsamer Speicher
im SAN (Shared-Storage)

Nein

clusterfähiges VMFS

Live-Migration

Nein

Vmotion

Hochverfügbarkeit

Nein

Vmware-HA

Lastausgleich

Nein

Vmware-DRS (Distributed-Resource-Scheduler)

Ressourcenverwaltung

Nein

Min./Max., Shares, Ressource-Pools

Zentrale Datensicherung
vom SAN

Nein

Vmware-VCB

Lastauswertung

auf Basis des Hostsystems

detaillierte Aufzeichnung und Darstellung mit Virtualcenter

Alarmmeldungen

Nein

integriert

Automatisierung

Nein

integriert

Vergleich ESX-Server und Vmware-Server, Teil 2

Neben Virtual-Infrastructure gibt es auch noch den »VMware Server« als Einstiegslösung. Letzterer eignet sich eher für kleine Produktiveinsätze. Es fehlen die ganzen wichtigen Funktionen für einen größeren Einsatz wie Live-Migration, Hochverfügbarkeit, Lastenausgleich, Ressourcenverwaltung oder zentrale Datensicherung über ein SAN.

Martin Niemer, Group-Manager Product-Marketing, Vmware

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