Testsieger 2008 - Teil 1:
Best of Intranet: Vom Smartphone bis zum Groupware-Tool
Hier der erste Teil unserer Zusammenfassung der Testberichte, die im vergangenen Jahr in Network Computing erschienen sind. Den Auftakt machten Produkte für das Intranet, Groupware-Lösungen, Smartphones und Management-Tools.
Mobil routen
Mobiltelefone

Bei Handys achten viele Anwender auf das Design und die enthaltenen Multimedia-Features. Mobile Netzwerkmanager legen mehr Wert auf einen zügigen UMTS-Internet-Zugang. Das T650i von Sony-Ericsson erfüllt alle drei Wünsche.
Das Telefon enthält eine schöne Kamera, besitzt ein klares Display und kann MP3 abspielen. Diese Features blieben im Test der Network Computing allerdings außen vor. Da interessierten eher die Internet-Funktionen des T650i.
Der Web-Spaß auf dem Mini-Display hält sich natürlich in Grenzen. Java-Applikationen wie Google-Maps sind eher Gimmicks, die einen teuren UMTS-Zugang nicht rechtfertigen. Aber das Telefon bietet mehr: Via USB oder Bluetooth nimmt es Kontakt zu einem PC auf, dem es zwei COM-Ports und eine LAN-Schnittstelle präsentiert.
Über die serielle Schnittstelle kann eine passende PPP-Dial-Up-Applikation einen Provider anwählen.
Eine Provider-Verbindung lässt sich aber auch direkt auf den USB-LAN-Anschluss schalten. Per DHCP erhält der PC über diese Schnittstelle vom Telefon eine IP-Adresse, und schon surft er via UMTS im Internet – das Telefon fungiert als NAT-Router.
Bigger is better
Server-Monitoring
Big Brother hat zugelegt. Die Version 4.0 enthält neben einigen Fixes neue, kraftvolle Funktionen, welche die Überwachung der System- und Netzwerkgesundheit nochmals vereinfachen.
Big-Brother ist ein auf Web-Technik basierendes System- und Netzwerk-Monitoring-Produkt, das bereits in der zuletzt getesteten Version 3.30 durch leichte Konfigurierbarkeit, gute Plattformunterstützung und Erweiterbarkeit zu überzeugen verstand.
Große Schwachpunkte waren nicht zu entdecken, trotzdem hat der Hersteller die 4.0-Version nicht nur optisch aufpoliert, sondern ihr auch einige neue Features spendiert. So gibt es neue Custom-Flash-Dashboards und ein geographisches Netzwerkdiagramm.
Diese Features sind nicht nur nett anzuschauen, sondern sie bieten auch einen guten Überblick über die Netzwerkgeräte und deren Zustand und erleichtern dem Administrator die Bedienung des Programms.
Die Version 4.0 unterstützt Oracle-, Microsoft-SQL- und MySQL-Datenbanken und über Plug-ins rund 200 neue Geräte, darunter Systeme von Blackberry, Cisco, F5, Juniper, Nortel Veritas und Vmware. Ebenfalls neu ist nun ein Mac-X-Agent.
Viel versprechender Nachwuchs
BSM-Management
Das junge Unternehmen Monolith Software schlägt Open-Source-Pfade ein, um die großen Namen im BSM-Geschäft durchzurütteln. Die »mSuite« des Startups muss zwar noch etwas wachsen, besitzt aber Potenzial.
Nur wenige neue Hersteller entwickeln Netzwerkmanagement-Software für große Organisationen von Grund auf neu.
So bleibt das Feld HPs Openview, IBM Tivolis Netcool, CAs Spectrum und EMCs Smarts überlassen. Dies sind die dominierenden Spieler für große Unternehmen, wo Skalierbarkeit, Redundanz und Anpassbarkeit Schlüsseleigenschaften sind.
Hin und wieder taucht aber ein junges Unternehmen auf, das den Großen das Fürchten lehren will. Monolith arbeitet an einer skalierbaren Netzwerkmanagement-Plattform, die sich auf Open-Source stützt. Das Produkt könnte die Anpassbarkeitsanforderungen großer Unternehmen erfüllen.
Die Suite nutzt die Open-Source-LAMP-Architektur (Linux, Apache, MySQL, PHP). Bei einem ersten Test erwies sie sich mit dieser Kombination durchaus als wertvoll. Und für einige Organisationen ist sie sicher eine ganz gute Alternative für traditionelle Netzwerkmanagement-Produkte wie Openview.
Für flinke Finger
Smartphone
Das Nokia E71 vereinigt alle modernen Smartphone-Funktionen in einem Gerät. Es verbindet sich über 3G-Dienste (GRPS, EDGE, HSDPA) mit dem Internet, kann dafür aber auch 802.11g-WLAN-Netzwerke nutzen. Ein integrierter GPS-Empfänger ermittelt die aktuelle Position.
Mit Nokia-Maps erhält der Anwender eine gute Navigationssoftware, muss diese aber nach 90 Tagen Testphase kostenpflichtig abonnieren.
Der Offline-Zugriff auf die mitgelieferten Karten in einer 1-GByte/Micro-SD-Karte bleibt aber gratis.
Eine reguläre QWERTZ-Tastatur vereinfacht das SMS- und E-Mail-Schreiben auf dem Telefon, ohne zusätzliche Dienste oder teure Software zu benötigen.
Die Tastatur ist zwar winzig, aber Anwender gewöhnen sich überraschend schnell daran. Das Display ist hell und kontrastreich und auch bei Fremdlicht-Einfall gut zu erkennen.
Der integrierte Mail-Client beherrscht die Standard-Mail-Protokolle mit und ohne SSL-Verschlüsselung. Er ist nicht so übersichtlich wie bei Blackberrys, genügt aber für den einfachen Anwender.
Klein, schnell, einfach
Groupware-Tools
Der Kerio-Mailserver ist klein, schnell und sehr einfach zu bedienen. Er bietet viele Integrationsoptionen über die offenen Protokolle WebDAV, LDAP und auch NNTP. Auch das Admin-Tool kann überzeugen.
Hier könnten sich einige andere Hersteller vielleicht sogar ein paar Inspirationen holen, wie sich ihre Admin-Schnittstellen benutzbar machen ließen.
Bei Kerio gibt es leider keine freie Version für wenige Nutzer, aber die Preise sind angemessen günstig. Den Vergleichstest der alternativen Groupware-Server entschied der Kerio Mailserver 6.6.0 für sich.
Die Software überzeugt durch simple Bedienung und eine hervorragend gelungene Integration der Groupware-Funktionen in Tools wie Thunderbird und Lightning oder iCAL.
Kein anderer Proband nutzt so effizient die offenen Protokolle LDAP, NNTP und WebDAV.
Zudem lässt das Programm dem Administrator freie Wahl bei der Systemplattform. Damit hat sich der Kerio-Mailserver die Referenzwertung verdient.
Gigagut
VoIP-Dual-Telefon –

Es muss nicht immer Skype sein. Auch andere VoIP-Provider bieten guten und kostengünstigen Service. Und das Gigaset-S675-IP von Siemens ist das richtige Telefon dafür. Das S675-IP unterstützt SIP, Skype aber nicht.
Das ist schade, denn ein VoIP-Telefon mit der Funktionalität und Qualität dieses Gigasets findet man nur selten.
Nun ja, dort ist ein komfortables Dual-Phone mit integriertem Anrufbeantworter schon lange überfällig.
Aber an VoIP-Providern mangelt es ja nicht, und für die, die SIP unterstützen, ist das S675-IP eine exzellente Wahl. Das S675-IP ist ein schnurloses Dual- oder Hybrid-Telefon, unterstützt also auch Anrufe über das normale öffentliche Telefonnetz.
Voraussetzung für VoIP-Calls ist eine Registrierung bei einem Provider, beispielsweise 1 & 1, Freenet, Sipgate oder T-Online, und eine entsprechende VoIP-Konfiguration des Telefons.
Das Telefon kommt mit einem Handset, einer Basisstation und einer Ladestation.
Die Basisstation verbindet der Benutzer über ein Standard-Ethernetkabel mit dem Router und über das mitgelieferte Telefonkabel mit dem Festnetzanschluss.
Sieg knapp verfehlt
Groupware-Tools
Auf Grund fehlender DAV-Integration verfehlt Mdaemon im Groupware-Vergleichstest, welcher die Integration verschiedenster Clients in den Vordergrund rückte, die Referenz-Auszeichnung ganz knapp.
Dennoch verlieh ihm Network Computing das Siegel Empfehlung. Abgesehen von der mäßigen Client-Integration mit Thunderbird und Co. präsentiert der Mdaemon einen Funktionsumfang, den kaum ein anderer Mailserver anbietet. Zudem läuft der Server auch auf schwacher Hardware enorm stabil und schnell.
Mdaemon eignet sich auf Grund der guten Routing- und Sicherheitsfunktionen für größere Umgebungen mit Hunderten von Benutzern und mehreren Mail-Domains.
Die Client-Groupware-Integration von Mdaemon ist leider nicht so ausgeprägt wie beim Testsieger Kerio.
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