Groupware: Alternativen zu Exchange, Groupwise und Notes:
Basiswissen: Team-Assistenten - Groupware-Server der anderen Art

von Andreas Stolzenberger (ast@nwc.de), bre

13.01.2009

IBM und Microsoft haben leistungsfähige aber auch sehr teure Mail- und Groupware-Systeme im Angebot. Kleine und mittelgroße Arbeitsgruppen kommen aber auch mit einfacheren, und vor allem günstigeren Lösungen zurecht

Wer sich Arbeitsplätze in deutschen Unternehmen ansieht, findet dort sehr häufig Microsoft [1]Outlook oder IBM/Lotus [2] Notes als Mail- und Groupware-Client. In den Serverräumen arbeiten die dazu passenden Exchange- und Domino-Server. Natürlich handelt es sich bei diesen Software-Paketen um sehr leistungsfähige Groupware-Lösungen, doch beide haben auch ihre Schattenseiten.

Domino kann weit mehr, als nur gemeinsame Kalender und Adressbücher verwalten. Wer sich in die Tiefen der Programmierung dieser Plattform begibt, kann sehr leistungsfähige Workflow-Anwendungen schaffen.

Die Lösung erfordert jedoch gut geschulte Administratoren. Zudem arbeitet Domino/Notes mit proprietären Protokollen und Datenbankformaten. Backup-Programme benötigen teure Plug-Ins, um Domino-Daten sichern zu können.

Ähnlich verhält sich das Ganze bei Exchange. Auch hier verwendet Microsoft eigene Protokoll-Schnittstellen und Datenbank-Formate. Zu allem Überfluss baut der Hersteller absichtliche Sperren ein, um bestimmte Exchange-Versionen an vorgegebene Windows-Server-Versionen zu binden.

Mitteständler brauchen keine überfrachteten Groupware-Lösungen

Viele vor allem kleinere Unternehmen benötigen keine umfassenden Workflow-Funtionen. Auch auf die starre Bindung zwischen System und Software möchten etliche Anwender verzichten, ganz zu schweigen von teuren Lizenzmodellen und dem Zwang zu regelmäßigen Updates.

Was kleine und große Teams wirklich brauchen, sind gemeinsam verwendbare Kalender und Adressbücher. Stellenweise sind Nachrichtenordner erforderlich, auf welche alle Gruppenmitglieder Zugriff haben. Wer mit diesen simplen Gruppenfunktionen zufrieden ist, kommt ohne Exchange und Outlook aus.

Eine Reihe kleinerer Anbieter offeriert passende Lösungen zu angemessenen Preisen. Die komplette Funktionalität dieser Groupware-System erschließt sich dem Anwender in der Regel in einem mehr oder weniger gut gelungenen Web-GUI.

Zudem offerieren fast alle Hersteller Plug-Ins, um das zugleich beliebte und verhasste Office-Outlook verwenden zu können. Dieser Client ist jedoch auch dafür bekannt, in Konfigurationen mit sehr großen Maildateien regelmäßig abzustürzen und dabei die programmeigenen PST-Dateien mit allen Nachrichten darin zu ruinieren.

Daher tendieren einige Anwender zu anderen Clients wie Mozilla-Thunderbird. Das simple Mailprogramm verzichtet auf proprietäre Datenbanken für Nachrichten, verfügt in der Grundausstattung aber über keine Team-fähige Kalender-Option. Auch nimmt die Zahl der Mac-Anwender zu, welche Apple-eigene Clients wie Ical benutzen möchten.

Linux oder Mac OS statt Windows

Lange Zeit gab es keine echten offenen Protokollstandards für Gruppenkalender. Erst Ical, WebDAV und SyncML führten Geräte- und softwareunabhängige Protokolle für die Groupware-Kommunikation ein. Noch haben aber nicht alle Lösungen diese Protokolle vollständig implementiert.

Wer ohne Outlook klar kommt, könnte letzten Endes Windows als Client ganz aufgeben und mit Macintosh- oder Linux-Desktops arbeiten. Das ist für viele Unternehmen angesichts der schlechten Performance von Vista eine ernst zu nehmende Option.

Network Computing hat sich eine Reihe von alternativen Mail- und Groupware-Systemen in den Real-World Labs Poing angesehen. Die Zahl dieser Lösungen ist in der Zwischenzeit so hoch, dass nicht alle Lösuingen in einem Test Platz finden.

Der Test von Network Computing [3] stellt die ersten vier interessanten Lösungen vor. In einer der kommenden Ausgaben reicht Network Computing dann weitere Groupware-Systeme nach.

[1] http://www.microsoft.de
[2] http://www.ibm.de
[3] test-groupware-server-vier-alternativen-zu-exchange-und-co/