Telekommunikationsfirmen: Nortel:
Nortel rüstet sich angeblich für Bankrott
Nach einem Bericht des Wall Street Journal hat der Telekommunikationsausrüster Nortel Networks Fachanwälte engagiert, die das Unternehmen für den Fall rüsten sollen, dass es pleite geht.
Wie das Wall Street Journal [1] berichtet, lässt Nortel Networks [2] derzeit ausloten, mithilfe welcher Maßnahmen im Falle der Zahlungsunfähigkeit das Überleben des Netzwerk- und Telekommunikationsunternehmens sichergestellt werden kann.
Ein Sprecher von Nortel teilte mittlerweile mit, dass es tatsächlich einen solchen »Plan B« gibt. Allerdings könne nicht die Rede davon sein, dass ein Bankrott von Nortel bevorstehe.
Die Finanzreserven von Nortel betragen nach Angaben der Firma 2,6 Milliarden Dollar in bar. Dies, zusammen mit Bankkrediten, stelle die Liquidität für mindestens 12 bis 18 Monate sicher.
Kanadas Regierung hilft nicht
Nortel suchte zudem bei der kanadischen Regierung um finanzielle Unterstützung nach. Dieser Vorstoß lief allerdings ins Leere. Premierminister Stephen Harper kämpft derzeit selbst ums politische Überleben. Um seinen Sturz zu verhindern, hat der das Parlament kurzerhand bis Ende Januar in Zwangsurlaub geschickt – ein in Kanada höchst umstrittener Schachzug.
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wies Nortel einen Nettoverlust von rund 3,4 Milliarden US-Dollar aus. Der Schuldenstand der Firma beträgt 4,5 Milliarden Dollar. In den ersten drei Quartalen fuhr der Konzern einen Verlust von 3,66 Milliarden Dollar ein.
Metro-Ethernet-Bereich soll verkauft werden
Um aus der Krise herauszukommen, setzt Firmenchef Mike Zafirovski weiterhin auf einen radikalen Sparkurs. Nach Bekanntgabe der schlechten Daten für das dritte Quartal kündigte er den Abbau von 1300 weiteren Jobs an.
Zudem will der Konzern seine defizitäre Metro-Ethernet-Sparte verkaufen. Allerdings fand sich bislang kein Interessent, der einen für Nortel akzeptablen Preis bezahlen wollte.
Für das Unternehmen, das zum Urgestein der Telekommunikations- und Netzwerkbranche zählt, wird 2009 das »Jahr der Jahre«. Sollte die Wirtschaftskrise tatsächlich das Ausmaß annehmen, das viele Fachleute derzeit prognostizieren, dürfte es für Nortel kaum noch eine Überlebenschance geben.
[1] http://www.wsj.com/
[2] http://www.nortel.com/
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