Ausrüstung für Datacenter:
»Power Meter« kontrolliert Energieverbrauch im Rechenzentrum

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

04.12.2008

Mit dem »Power Meter« von Lindy können IT-Fachleute den Stromverbrauch von Geräten im Rechenzentrum ermitteln. Das System im Format 19 Zoll wird in ein Rack gepackt und misst zusätzlich Stromstärke, Spannung und Wirk- sowie Schein-Leistung.

Das Power Meter von Lindy [1] ermittelt den Stromverbrauch direkt im Technikraum oder im Rechenzentrum, und zwar für die Lastkreise aller Geräte mit bis zu zwei Stromkreisen. Das System führt zum einen eine Energiemessung der zwei Lastkreise durch, wie ein handelsüblicher Stromzähler. Der Wert wird in Kilowattstunden angezeigt.

Das

Zum anderen wertet das Gerät den Energiefluss aus, um die aktuellen Werte von Stromstärke, Spannung und Wirk- sowie Schein-Leistung zu erfassen.

Der Energieverbrauch wird mit vier Zählereinheiten gemessen. Je Strang gibt ein Zähler den insgesamt gemessenen Energieverbrauch seit Inbetriebnahme des Geräts an. Zudem lässt sich das Gerät zurücksetzen, um den Stromverbrauch punktuell oder periodisch zu ermitteln.

So lässt sich beispielsweise der Energieverbrauch von Kühlung, Belüftung oder bestimmten Rechnergruppen im Verlauf von Tagen oder Monaten in zwei unterschiedlichen 19-Zoll-Server-Schränken protokollieren.

Abfrage über LAN und Web-Interface oder LCD-Anzeige

Alle Informationen zum Energieverbrauch kann der IT-Fachmann über ein lokales Netz und ein Web-Interface abfragen. Alternativ dazu lassen sich die Werte auch auf der LCD-Anzeige des Power Meter ablesen.

Konfiguriert wird Power Meter entweder über den Web-Browser oder mithilfe der Software »GBL_Conf« von Lindy. Der Hersteller stellt das Programm in einer Windows- und einer Linux-Version kostenlos zum Download bereit. Mithilfe der Software lassen sich zudem Firmware-Updates einspielen.

Überwachen und steuern lässt sich der Energiezähler über http und SNMP (Simple Network Management Protocol). Der Zugang ist durch eine Passwort-Abfrage und eine IP-Zugriffskontrolle geschützt, die nur autorisierten Hosts und Subnetzen Kontakt zum Messgerät gestattet. Dank Unterstützung von SNMP-Requests können Statusinformationen abgerufen werden.

Einsatzszenarien

Laut Lindy lässt sich der Strommesser dazu verwenden, um die Energiekosten eines Serverraums oder einzelner Abteilungen zu ermitteln. Statusereignisse wie Ein- oder Ausschalten und Überschreitung der 10-A-Belastungsgrenze können an einen Syslog-Server im Netzwerk übertragen werden.

Die Messergebnisse lassen sich über das Netzwerk auf den Rechner des IT-Admins übermitteln oder direkt am Gerät auf einem LCD-Bild ablesen.

Anwender, die eine SNMP-Netzwerkmanagement-Software wie Open NMS oder einfache Kommandozeilen-Tools wie NET-SNMP einsetzen, können das Gerät und den Stromverbrauch automatisch überwachen.

Power Meter arbeitet unabhängig von Betriebssystemen. Die Anbindung ans Ethernet-Netz erfolgt wahlweise über eine feste IP-Adresse oder dynamisch über einen DHCP-Server. Ausgerüstet mit Anschlüssen für einen Kaltgeräteeingang und zwei Kaltgeräteausgängen verarbeitet das Power Meter eine maximale Lastkapazität von 2,3 kW (10 A).

Eine Überlastwarnung erfolgt akustisch, optisch und per Syslog-Textnachricht auf einen beliebigen Syslog-Server im Netzwerk.

Lieferumfang und Preis

Das Power Meter kostet rund 250 Euro (plus Mehrwertsteuer). Im Preis drin sind zwei Kaltgerätekabel, ein Ethernet-Kabel sowie eine CD mit Handbuch und Treiber-Software.

[1] http://www.lindy.de/

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