Web-Interface statt Kommandozeile:
Fluke macht Ciscos Performance-Routing-Technologie bedienbar

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

25.11.2008

Mit dem grafischen Web-Interface »PfR Manager« für Ciscos WAN-Optimierungs-Technologie PfR (Performance-Routing) lässt sich diese leichter einstellen als über die Kommandozeile. Außerdem liefert die Software Reports.

Für Unternehmen mit mehreren WAN-Links hat Cisco die Performance-Routing-Technologie [1] (PfR) entwickelt und in ihr Betriebssystem IOS integriert. Dort steht dem Anwender eine Kommandozeile zur Verfügung, um PfR zu konfigurieren. Um diesen nicht so komfortablen Weg zu vermeiden, hat Fluke Networks [2] ein grafische Nutzungsoberfläche namens PfR-Manager [3] entwickelt. Die Software läuft unter Windows-Server-2003 oder Linux und hat ein Web-Interface.


Ciscos Command-Line-Interface (links) im Vergleich mit dem »PfR Manager« (Performance-Routing) von Fluke Networks (rechts)

Zunächst lassen sich mit dem PfR-Manager Verkehrsklassen wie VoIP, Web oder zentrale Business-Applikationen definieren. Passives Monitoring wertet nun die Daten aus, die es per Ciscos »NetFlow« erhält. Über »IPSLA« (IP-Service-Level-Agreements) erfolgt aktives Monitoring, das künstlichen IP-Verkehr erzeugt und dessen Performance misst.

Über den PfR-Manager definiert der Administrator nun Threshold- oder Sicherheits-Policies. Ein Beispiel für ersteres ist, dass für VoIP der Sprachqualitätswert MOS (Mean-Opinion-Score) nicht unter 3,7 fallen soll. Über Sicherheitsregeln lässt sich festlegen, dass bekannter, schädlicher Verkehr einfach verworfen wird. Im Beobachtungsmodus ändert der PfR-Manager keine Routing-Einstellungen. Über Reports sieht der IT-Verwalter entweder aktuell oder über einen zeitlichen Verlauf hinweg, welche Regeln erfüllt sind. Filter erlauben eine spezielle Auswertung. Die Software benötigt wenigstens einen Cisco-Border-Router mit PfR und einen Master-Controller im Netzwerk.

PfR dient dazu bei mehreren WAN-Verbindungen, die jeweils beste Route auszuwählen. Die Technologie hilft, den Netzwerkverkehr von Kriterien wie möglichst wenig Kosten oder möglichst guter Performance zu steuern. Fällt ein WAN-Link aus, merkt dies PfR und leitet entsprechend um. PfR misst verschiedene Performance-Werte wie Verzögerung, Paket-Verlust, Jitter oder MOS.

[1] http://www.cisco.com/en/US/prod/collateral/iosswrel/ps6537/ps6554/ps6599/ps8787/product_data_sheet0900aecd806c4ee4.html
[2] http://www.flukenetworks.com/fnet/de-de
[3] http://www.flukenetworks.com/fnet/en-us/products/PFR+Manager/Overview.htm

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