Sprachübertragung über drahtlose Netze:
Praxistipps: Neun Dinge, die Sie über VoIP-over-Wireless wissen sollten
Voice-over-IP (VoIP) beziehungsweise IP-Telefonie helfen dabei, die Telefonkosten zu reduzieren. Denn statt des öffentlichen Telefonnetzes wird für Anrufe ein IP-Netzwerk genutzt. Auch über Wireless-LANs lassen sich VoIP-Applikationen betreiben. Bei der Planung von VoIP-over-Wireless sind allerdings einige Punkte zu beachten.
VoIP-over-Wireless lässt sich vielfältig nutzen: VoIP über ein Wireless-LAN ist gut gerüstet für interne Anrufe, beispielsweise innerhalb von Organisationen wie Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser und Hotels. Es erlaubt freies Roaming und bietet erweiterte Telefonie-Features wie Voicemail und Rufnummernanzeige (Caller-ID).
Die Benutzer können die Internetverbindung des LANs nutzen, um Anrufe auch nach draußen zu tätigen – häufig ohne zusätzliche Gebühren entrichten zu müssen. Letzteres setzt ein Konto bei einem VoIP-Provider voraus.
Hybrid-Telefone wie hier ein Modell von D-Link, erlauen Gespräche über Mobilfunk-und VoIP-over-WLAN-Verbindungen.
Sprachübertragung ist empfindlicher als Datenübertragung: VoIP ist eine Echtzeit-Applikation. Das macht die Sprachübertragung viel empfindlicher für Paketverluste, die in einem Wireless-Netzwerk durch schwache Signale, Interferenzen und Reichweiten-Einschränkungen verursacht werden können.
VoIP-over-Wireless erfordert daher ein zuverlässiges Wireless-Netzwerk. Denn viele Benutzer sind in viel stärkerem Maße auf das Telefon angewiesen als auf einen Computer. Speziell Nutzer in Deutschland, die durch ISDN verwöhnt sind, haben zudem hohe Ansprüche bezüglich der Verfügbarkeit und der Sprachqualität von VoIP-over-Wireless-Verbindungen.
VoIP und Daten zu mischen, kann zu Qualitätsverlusten führen: Da, wie gerade angesprochen, VoIP-Applikationen sehr empfindlich auf Unterbrechungen oder Verzögerungen reagieren, kann die gleichzeitige Übertragung von Daten über dasselbe Wireless-Netzwerk zu einer Reduzierung der Sprachqualität führen.
Deshalb muss der Anwender Quality-of-Service-Funktionen implementieren. Sie stellen sicher, dass VoIP-Pakete mit Vorrang durch das Netz transportiert werden. Weniger kritische Anwendungen, etwa FTP-Downloads oder E-Mails, können dagegen warten.
In Wireless-Netzwerken ist Sicherheit noch wichtiger: Die Sicherheit ist bereits bei normalen VoIP-Anwendungen eine wichtige Angelegenheit. Denn Telefonanrufe über ein öffentliches IP-Netzwerk zu führen, bedeutet höhere Sicherheitsrisiken, als sie über die »geschlossenen« Telefonnetze der Telefongesellschaften abzuwickeln.
Wireless-Netzwerke erhöhen das Risiko nochmals, denn Übertragungen per Funk sind leichter mitzuhören als solche über Kabel. Hinzu kommt, dass auch VoIP-Protokolle wie SIP (Session Initiation Protocol) durch Angriffe verwundbar sind.
Das heißt, dass jedes Wireless-Netzwerk, das VoIP-Verkehr überträgt, geschützt werden muss, beispielsweise mit Hilfe von Authentifizierung und Verschlüsselung.
Älteres WLAN-Equipment ist den VoIP-Anforderungen nicht gewachsen: Um eine gute Performance zu erzielen, ist es notwendig, Wireless-LAN-Hard- und -Software zu implementieren, die speziell für Sprachverkehr ausgelegt ist. Die Produkte müssen vor allem in der Lage sein, eine Priorisierung von VoIP-Paketen durchzuführen. Natürlich sollten sie ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten.
Die Unterschiede zwischen Consumer- und Enterprise-Level-Produkten und -Techniken beachten: Viele Hersteller von Netzwerkgeräten für Heim- und Small-Office-Benutzer, darunter D-Link [1] und Netgear [2], produzieren auch IP-Telefone, die mit ihren Wireless-Routern oder Access-Points zusammenarbeiten. Die meisten dieser IP-Telefone unterstützen SIP und damit VoIP-Provider, die ebenfalls SIP nutzen.
Hersteller von Netzwerk-Hardware der Enterprise-Klasse, beispielsweise Cisco [3], offerieren dagegen IP-Telefone, die nur mit IP-Telefonanlagen funktionieren.
Smartphones mit WLAN-Chip könnten an die Stelle von her-kömmlichen Festnetztelefonentreten (hier das Nokia E71).
Geld sparen mit VoIP-over-Wireless-Smart-Phones: Viele Geschäftsleute benutzen heute Smart-Phones oder kleine Computer-Phones, die unter Windows-Mobile laufen. Mit diesen Geräten zu telefonieren, kann teuer werden. Denn die Gespräche werden normalerweise über Mobilfunknetze abgewickelt, etwa von T-Mobile, Vodafone et cetera.
Durch die Installation von Skype-for-Mobile auf solchen Geräten lassen sich die Telefonkosten reduzieren oder gar auf Null drücken – je nachdem, welche Internetverbindung benutzt wird.
Wireless-VoIP bietet Vorteile gegenüber Mobilfunkdiensten: IP-Telefone, die in Wi-Fi-Netzwerken funktionieren, können häufig anstelle von Mobiltelefonen benutzt werden. Die Nutzung öffentlicher IEEE-802.11-Hotspots ist oft preiswert und gelegentlich sogar kostenlos.
Wer einen solchen Hotspot für den Internet-Zugang oder E-Mail nutzt, kann über diese Verbindung auch VoIP-Anrufe durchführen. Außer für den VoIP-Service fallen dabei für den Nutzer keine weiteren Kosten an.
Trend: Mobilfunk und Wi-Fi-VoIP in einem Gerät: In der nächsten Generation von Mobiltelefonen wird Wi-Fi integriert sein. Solche Hybrid-Telefone können nahtlos zwischen Mobilfunknetzwerk und VoIP-over-Wireless umschalten.
Ein Beispiel für ein solches Hybrid-Telefon ist das E71 von Nokia [4]. Es enthält einen WLAN-Adapter und einen Voice-over-IP-Client. Damit sind auch Telefonate über VoIP-Netze und Skype möglich.
Es ist absehbar, dass die traditionellen Telefonnetze und die entsprechenden Endgeräte nach und nach verschwinden. An ihre Stelle Dual-Telefone: Sie nutzen das Wi-Fi-Netzwerk zu Hause oder im Büro, und sollte kein WLAN in Reichweiter sein, greifen sie auf das Mobilfunknetz zu. Das wird die Kosten von Telefondiensten deutlich reduzieren.
[1] http://www.dlink.de/
[2] http://www.netgear.de/
[3] http://www.cisco.de/
[4] http://www.nokia.de/
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