IP-Telefone auf dem Prüfstand: Teil 1:
Test: IP-Telefon Linksys iPhone CIT 400

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de), Dirk Jarzyna

10.10.2008

Als einfach zu handhabendes IP-Telefon, das zu Hause ebenso gute Dienste leistet wie in einem kleinen Büro, erwies sich das Linksys iPhone CIT400 im Network-Computing-Test. Die Funktionsvielfalt lässt über schwankende Sprachqualität hinweg sehen.

In den kommenden Tagen stellen wir vier IP-Telefone vor, die Network Computing getestet hat: Das iPhone CIT 400 von Linksys, das VOIP841 von Philips, das Gigaset S675 IP von Siemens und das Networks WSKP100 von SMC.


Das iPhone CIT400 wird zusammen mit einer Basisstation (rechts)
ausgeliefert. An diese lassen sich bis zu vier Endgeräte anschließen.

Den Anfang macht das System der Cisco-Tochter Linksys [1]. Um eines vorweg zu nehmen: Mit dem iPhone-CIT400 bietet das Unternehmen ein ausgezeichnetes schnurloses VoIP-Telefon, das gleichermaßen für private Benutzer wie für professionelle User geeignet ist.

Es handelt sich um ein Dual-Mode-Telefon, mit dem Benutzer sowohl über traditionelle Telefonnetze als auch über das Internet telefonieren können, etwa mithilfe von Skype [2]. Die Skype-Applikation ist auf dem CIT400 bereits vorinstalliert.

Damit ist das Telefon auch für Nutzer interessant, die sich langsam von der traditionellen Telefonie verabschieden und in Richtung VoIP bewegen wollen. Anrufe zwischen zwei Skype-Nutzern sind kostenlos. Das macht den Wechsel zu VoIP attraktiv und lässt über die nicht gerade brillante Sprachqualität des CIT400 hinwegsehen.

In allen Szenarien ausreichende Sprachqualität

Bei der Beurteilung der Sprachqualität für VoIP-Anrufe ist natürlich zu berücksichtigen, dass diese von mehreren Faktoren abhängig ist, nicht zuletzt von der Qualität der Internetverbindung. Interessant ist, dass beim CIT400 die Stimme bei Testanrufen über das normale Telefonnetz weniger angenehm klang als beispielsweise bei Skype-out-Calls (Anrufe über Skype ins öffentliche Telefonnetz). Wir hatten eigentlich das Gegenteil erwartet.

Natürlich ist die Beurteilung der Sprachqualität immer eine subjektive Angelegenheit. Objektiv hingegen ist dagegen die Aussage, dass es je nach Art der Verbindung Qualitätsunterschiede gab. Trotzdem bietet das CIT400 eine allemal ausreichende Sprachqualität.

Obwohl das CIT400, wie die Modellnummer suggeriert, ein höherwertiges Modell ist als das ältere CIT200, unterstützt es nicht wie das CIT200 Wireless-LANs. Dafür besitzt es eine Basisstation, die sich zusammen mit dem Endgerät nutzen lässt. Dazu muss sie allerdings in der Nähe des Routers oder Modems und eines Telefonanschlusses aufgestellt werden.

Vier Telefone pro Basisstation

Für den Anschluss ans Breitbandnetz besitzt die Basisstation einen Ethernet-Port für 10/100 MBit/s. Die Verbindung zur Telefonbuchse wird mit einem RJ11-Stecker hergesteelt. Alle Kabel, auch das für Ethernet, legt Linksys bei.

Eine Basisstation unterstützt bis zu vier Endgeräte. Wenn nötig, schalten die Telefone auch zwischen verschiedenen Basisstationen um. Die Reichweite beträgt innerhalb von Gebäuden rund 50 Meter, im Freien bis zu 300 Meter.

Die Standby- und die Sprechzeit gibt der Hersteller mit 120 respektive 10 Stunden an. Geht es um Dual-Mode-Betrieb, ist das Design des CIT400 dem eines WLAN-VoIP-Telefons vorzuziehen.

Automatische Konfiguration

Das Einrichten des Telefons läuft weitgehend automatisch. Das Gerät bezieht die entsprechenden Informationen von der Basisstation. Auch Anrufe über das normale Telefonnetz sind sofort möglich.

Getestet wurde das CIT400 unter Nutzung von Skype. Sobald einige Skype-spezifische Informationen eingegeben sind, funktionieren dank der installierten Skype-Applikation auch Skype-Calls auf Anhieb.

Das CIT400 besitzt ein gut ablesbares 1,8-Zoll-TFT-Farbdisplay mit einer Auflösung von 128 x 128 Pixeln. Die Menüs des Telefons gleichen denen eines Mobiltelefons und sind einfach zu bedienen. Sie dienen gleichermaßen zum Eingeben und Ändern von Informationen für das Handset und die Basisstation.

Telefonbuch und Skype-Kontakte zugänglich

Über das Telefon gibt der Benutzer auch Skype-Kontakte sowie Telefonbuchinformationen für das normale Telefonnetz ein. Selbstverständlich ist auch die Skype-Kontaktliste über das Display zugänglich.

Wählt der Benutzer eine Rufnummer, hat er die Option, für den Anruf das öffentliche Telefonnetz oder Skype-out zu nutzen. Letzteres funktioniert allerdings nur dann, wenn der Benutzer zuvor bei Skype ein Gesprächsguthaben erworben hat, so genannte Skype-Credits. Das ist aber leider nur über einen Computer möglich.

Linksys wirbt zwar unter anderem damit, dass für die Nutzung des CIT400 kein Computer benötigt wird. Für Skype-out-Telefonate ist jedoch einer erforderlich.

Das CIT400 informiert den Benutzer auf Wunsch über die noch verfügbaren Skype-Credits. Außerdem unterstützt das IP-Telefon die Funktion Call-Waiting und Skypes Voice-Mail. Eine Stummschalt-Taste (Mute) und eine Lautsprecher-Funktion runden die Ausstattung ab.

Fazit

Die Sprachqualität des iPhone CIT400 könnte besser sein, war aber im Verlauf des Tests jederzeit ausreichend. Pluspunkte des Geräts sind die reichhaltige Ausstattung und die einfache Bedienung. Auch VoIP-Einsteiger sollten mit dem Telefon daher keine Probleme haben.

Eine weitere Stärke: Das CIT400 unterstützt sowohl das klassische Telefonnetz als auch IP-Verbindungen. Damit eignet sich es für kleine Firmen und Privatanwender, die beide Kommunikationswege nutzen möchten.

[1] http://www.linksys.de/
[2] http://www.skype.de/