Auf dem Prüfstand: Software für Netzwerkanalyse- und -monitoring:
Network-Computing-Test: Mit Whatsup Gold 12.0 im Netzwerk den Überblick bewahren
Mit der Version 12.0 ihrer »Whatsup Gold«-Software legt der Netzwerk-Monitoring-Veteran Ipswitch die Latte erneut höher. Das Produkt enthält viele neue Funktionen, die für große Organisationen ebenso interessant sind wie für kleine und mittelständische Firmen, wie der Test von Network Computing belegt.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Die zwölfte Ausgabe von »Whatsup Gold [1]« von Ipswitch [2] setzt auf einem soliden Fundament auf. Die Software stellt eine umfassende Werkzeugsammlung zur Verfügung, mit der sich Systeme in einem Netzwerk automatisch aufspüren lassen. Zudem stellt Whatsup Tools für das Netzwerk-Mapping, das Überwachen von Geräten, die Alarmierung und die Berichterstattung (Reporting) bereit.
Whatsup Gold erzeugt eine Karte, in der alle Netzwerkgeräte aufgeführt sind.
Die Premium-Edition fügt dem noch ein Applikations-Monitoring hinzu und unterstützt Windows-Management-Instrumentation (WMI). Das erlaubt es dem Administrator, Applikationen wie SQL-Server und Exchange zu beobachten. Außerdem kann er Dienste, die nicht oder fehlerhaft arbeiten, gegebenenfalls neu starten.
Neu ist bei Whatsup Gold 12.0 ein E-Mail-Monitor. Er nutzt POP3 und SMTP, um die Verfügbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit von Servern zu testen.
Scanner durchforstet Netz nach Geräten
Die Software scannt ein vorgegebenes IP-Subnetz und »bevölkert« danach einen Plan des Netzes mit den entdeckten Geräten. Whatsup bietet eine Auswahl unterschiedlicher Scan-Methoden, unter denen Smartscan die einfachste ist.
Smartscan fragt die SNMP-MIBs (Management-Information-Bases) der Geräte ab und erzeugt auf deren Basis Pläne, welche die Hierarchie des Netzwerks widerspiegeln. Ein Assistent unterstützt den Administrator dabei, indem er Aktionen erzeugt und Alarme einrichtet.
Monitore und Aktionen kombinieren sich zu Abfragen von Geräten und Diensten. Mit den Resultaten lassen sich darauf basierende vordefinierte Aufgaben durchführen.
All dies setzt der Administrator im Fenster »Geräteeigenschaften« auf. Dabei wählt er aus, wie und was er beobachten möchte, indem er seinen Vorstellungen entsprechende aktive und/oder passive Monitore selektiert.
Im Test funktionierte beispielsweise der E-Mail-Monitor mit dem Kerio Mailserver [3] einwandfrei: Ein neuer aktiver Monitor wurde so konfiguriert, dass er Test-E-Mails an ein Konto schickte und anschließend versuchte, sie vom Server zu löschen. Dieser Test bestätigte die Dienstverfügbarkeit.
Dynamische Gruppen generieren
Die Hauptschnittstelle von Whatsup Gold zeigt eine vollständige Liste der identifizierten Geräte und deren Status. Reagiert eines der Systeme nicht, ändert sich sofort die Farbe des Icons des Netzwerkgeräts.
Der Administrator kann auf Grundlage einer Fülle von Kriterien dynamische Gruppen erzeugen, zudem anpassbare Ansichten von Plänen mit Geräte-Links. Außerdem hat Ipswitch bei Whatsup Gold 12 die Wünsche der Benutzer berücksichtigt und unterstützt nun auch Cisco-MIBs.
Die Geräte im Netz, inklusive Details wie der IP-Adresse und derVerfügbarkeit, werden in einer Liste dargestellt.
Whatsup Gold stellt eine große Palette von Berichten zur Verfügung. Sie decken unter anderem die Verfügbarkeit von Prozessor und Speicher ab, zudem die Schnittstellenauslastung. Außerdem kann sich der IT-Fachmann eine Verfügbarkeitshistorie und SNMP-Trap-Logs ausgeben lassen.
Um einen Bericht zu erzeugen und auszugeben, wählt der Administrator einfach im Plan das gewünschte Gerät, selektiert dann die Report-Option und klickt anschließend auf »Display«.
Übersichtliche Web-Browser-Schnittstelle
Die Remote-Web-Browser-Schnittstelle des Produkts ist beeindruckend. Sie schließt Workspaces mit ein, in denen der Administrator Ansichten modifizieren kann, um beispielsweise mehrfache Diagramme und Gerätestatus-Informationen abzubilden.
Sehr gut gefiel beim Test das neue Split-Graph-Feature. Es bereichert die Workspace-Berichte um Echtzeit-Diagramme und -Grafiken. Noch besser ist die Fähigkeit, historische und Echtzeitdaten nebeneinander darzustellen. Das bietet ein klareres Bild des Netzwerks oder eines spezifischen Geräts.
Ereignisse mit Aktionen verknüpfen
Ein weiteres neues Feature ist »Instantinfo«: Hält der Administrator den Mauszeiger über ein Workspace-, Diagramm- oder Grafikelement, öffnet sich ein Pop-up-Fenster, das einen präzisen Wert zeigt.
»Aktionen« geben Whatsup-Gold eine gewisse Autonomie, da sie sich mit Ereignissen verknüpfen lassen. Das können beispielsweise Applikationen sein, die nicht antworten. Mögliche Aktionen sind unter anderem der Neustart eines Dienstes, das Starten einer anderen Applikation oder die Ausführung eines Scripts.
Auch Alarme finden sich unter den Aktionen. Diese Funktion hat Ipswitch verbessert: Warnungen und Benachrichtigungen lassen sich jetzt via SMS, E-Mail, SNMP-Trap oder Pager versenden.
Fazit
Whatsup Gold zählte bereits bislang zu den besten Netzwerk-Monitoring-Produkten auf dem Markt. Die erweiterten Funktionen machen die Software noch wertvoller.
Das Produkt liefert gewissermaßen Tonnen von Informationen und präsentiert sie in einem klaren und leicht verständlichen Format. Kurzum: Whatsup Gold 12.0 ist ein höchst hilfreiches Werkzeug-Set für jeden Netzwerkverwalter.
[1] http://www.whatsupgold.com/products/default.aspx
[2] http://www.ipswitch.com/
[3] http://www.kerio.com/
- 1. Seite: Network-Computing-Test: Mit Whatsup Gold 12.0 im Netzwerk den Überblick bewahren
- 2. Seite: Fazit
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