Mobilfunk der nächsten Generation:
Im Auto Daten mit 100 MBit/s herunterladen
Daten mit mehr als 100 MBit/s auf das Handy herunterladen? Es funktioniert, sogar im Auto, wie ein Test von Nortel Networks und T-Mobile in Bonn zeigte.
Den ersten Live-Test des UMTS-Nachfolgers LTE (Long Term Evolution) unter Alltagsbedingungen führten T-Mobile [1] und Nortel Networks [2] in Bonn durch. Die neue Technik, auch als 4G bezeichnet, stellt Datenraten von bis zu 170 MBit/s beim Herunterladen und 50 MBit/s beim Upload bereit – mehr als genug für die Übertragung von Videos und Fernsehen via Mobilfunk.
Bei dem Test in Bonn pendelte ein Auto mit Handys von LG [3] an Bord zwischen der Zentrale der Deutschen Telekom auf dem linken Rheinufer und dem Firmensitz von T-Mobile auf der anderen Seite des Rheins hin und her. Die Entfernung betrug vier Kilometer.
Beim LTE-Test von T-Mobile fuhr ein Fahrzeug vom T-Mobile-Hauptquartier über die Rheinbrücke zum Hauptquartier der Mutter-gesellschaft Deutsche Telekom auf dem anderen Flussufer.
Die Netzausrüstung stellt Nortel Networks. Nach Angaben der beteiligten Firmen verlief der Versuch reibungslos, auch das Roaming über mehrere Funkzellen hinweg. Nun wollen Nortel und T-Mobile besonders anspruchsvolle Anwendungen wie die Übermittlung hoch auflösender TV-Bilder (HDTV) und Online-Gaming unter »echten« Bedingungen testen.
Verhandlungen über Funkfrequenzen für LTE
Inzwischen haben in Europa die Verhandlungen darüber begonnen, welche Frequenzbänder für LTE freigeräumt werden sollen. Vorgesehen ist der Bereich 790 MHz bis 862 MHz.
Der japanische Mobilfunkkonzern NTT Docomo will bereits ab Ende2009 LTE einführen. Ein Europa wird es voraussichtlich eineinhalbJahre länger dauern.
Der Haken dabei: Derzeit sieht es ganz danach aus, als sollten die Netzbetreiber erst ab 2011 die Möglichkeit haben, dieses Band zu nutzen. Solange dauert es, bis ein überarbeiteter Frequenznutzungsplan verabschiedet ist.
In den USA wurden die LTE-Frequenzen im 700-MHz-Band bereits in diesem Jahr an interessierte Serviceprovider versteigert. Sie bezahlten insgesamt 19,5 Milliarden Dollar dafür. Auch in den europäischen Ländern sollen die Funkbereiche auf diese Weise an den Mann gebracht werden.
[1] http://www.t-mobile.de/
[2] http://www.nortelnetworks.de/
[3] http://www.lge.de/
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