Avaya lässt die Marke Nortel verschwinden

von Ulrike Wendel (ulrike.wendel@crn.de)

26.01.2010

Avaya baut durch die Übernahme der Enterprise-Sparte von Nortel sein Portfolio deutlich aus. Die Marke Nortel führt der Kommunikationsspezialist allerdings nicht weiter. Durch die Akquisition baut der Kommunikationsspezialist auch sein Partnernetzwerk aus.

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Avaya-Channelchef Robert Schmitz

Mit der Übernahme der Enterprise-Sparte von Nortel macht sich Avaya [1] im Netzwerkgeschäft einen Namen. Der Spezialist für Business-Kommunikation will sich nun als Anbieter von Lösungen am Markt positionieren, die sowohl Voice- als auch Data-Komponenten enthalten.

Als Nortel vor einem Jahr Insolvenz angemeldet hat, dauerte es nicht lange bis Unternehmen wie Ericsson, Ciena und Hitachi damit anfingen, den einstigen Telekommunikationsriesen aus Kanada unter sich aufzuteilen. Mit der Übernahme von Nortel Enterprise Solutions (NES) hat sich Avaya im September 2009 eines der Filetstücke des hoch verschuldeten Konzerns gesichert. Rund 900 Millionen Dollar war Avaya der Deal wert - fast doppelt so viel wie zunächst geplant.

Nachdem die Akquisition kurz vor Weihnachten genehmigt wurde, hat Avaya nun seine künftige Roadmap vorgestellt. Das Herzstück von Avayas Unified Communications-Portfolio bleibt »Avaya Aura«. Die SIP-basierte Kommunikationsplattform wird im Zuge des Integrationsprozesses um Nortels »Agile Communications Environment« (ACE) erweitert. Das klassische Netzwerk-Portfolio von Nortel, das aus Lösungen für Switching, Routing, Wireless Networking und Access Control besteht, wird Avaya in sein eigenes Produktangebot aufnehmen. Auch wenn Avaya viele von Nortels Produkten weiterführt, wird die Marke Nortel verschwinden. Alle Produkte sind künftig unter dem Brand Avaya erhältlich.

Neues Partnernetzwerk

Mit der Übernahme von Nortel kauft sich Avaya auch eine neue Partnerlandschaft dazu. »Nortel ist stark im Channel verankert. Das ist für uns weltweit ein großer Sprung«, sagt Robert Schmitz, Director Indirect Sales & Alliances bei Avaya in Deutschland, im Gespräch mit Computer Reseller News. Der hierzulande aus rund 200 Partnern bestehende Avaya-Channel wird um 50 bis 100 Nortel-Partner ergänzt. Überschneidungen zwischen Avaya- und Nortel-Reseller hat es nach Aussage von Schmitz in der Vergangenheit kaum gegeben.

Bis Ende März soll für die Partner nun erst einmal alles beim Alten bleiben. »Jetzt müssen wir die Systeme zusammenführen und sicherstellen, dass alle Partner die nötigen Tools bekommen«, gibt Channelchef Schmitz als Ziel vor. Bereits in der kommenden Woche stellt Avaya dann sein neues weltweites Partnerprogramm »Avaya Connect« vor, in das sowohl die Avaya- als auch die ehemaligen Nortel-Reseller integriert werden. Partner, die sich entsprechend qualifizieren, können dann das gesamte Portfolio vertreiben. »Ich denke, dass die Mehrheit unserer Partner künftig das Gesamtportfolio verkaufen wird«, mutmaßt Schmitz.

Mehr Distributoren

Auch der Kreis der Distributoren, mit denen Avaya zusammenarbeitet, ist durch die Übernahme größer geworden. Zu den drei Avaya-Distributoren Scansource, Tech Data und Westcon hat Nortel Ingram Micro und Magirus in den Channel mitgebracht. Ob Avaya langfristig mit allen fünf Distributoren zusammenarbeiten wird, steht allerdings noch nicht fest. »Wir werden im März entscheiden wie wir weiter vorgehen«, verrät Channelchef Robert Schmitz.

[1] http://www.avaya.de/