802.11n-Access-Point von Cisco:
Test: Access-Point Cisco Aironet 1250
Ein Produktentscheidung vor der Verabschiedung eines Standards zu treffen, ist riskant. Ciscos neuer 802.11n-Access-Point der Enterprise-Klasse ist es aber wert, einen ein bisschen unsicheren Pfad einzuschlagen, wie unser Test des Aironet 1250 zeigt.
Verantwortungsbewusste IT-Profis sehen die Einführung neuer, noch nicht standardisierter Technik sehr skeptisch. Zu oft mussten sie feststellen, dass »noch nicht standardisiert« proprietär, unausgereift und herstellerbindend bedeuten kann.
Trotzdem ist es manchmal ratsam, den sichern Pfad zu verlassen. So nahm Network Computing Ciscos [1]Angebot mit Freude an, ihren 1250-802.11n-Draft-Access-Point [2] unter die Lupe zu nehmen, versprach dieser Test doch einen Einblick in die Zukunft der Enterprise-WLANs.
Zunächst zur Performance: Die Tests zeigten eine vier- bis sechsfache Erhöhung der Geschwindigkeit gegenüber einer 802.11a/g-Infrastruktur. Selbst beim Einsatz des 802.11n-APs für Legacy-a/b/g-Clients war eine messbare Performanceverbesserung zu verzeichnen.
Zu verdanken ist dies vor allem der Fähigkeit von Mimo (Multiple-Input, Multiple-Output), hohe Datenraten für einen größeren Teil der Abdeckungszone des APs zu pflegen. Für Voice-over-WLAN-a/b/g-Telefone bedeutet dies höhere Qualität und weniger tote Punkte.
Performance-Werte
Die gemessene maximale TCP-Layer-Performance über einen 40-MHz-Kanal im 5-GHz-Band betrug 154,9 MBit/s. Über einen 20-MHz-Kanal lag die Performance bei 84,8 MBit/s für 5 GHz und 96,7 MBit/s für 2,4 GHz. Auch nach genauer Analyse des Spektrums der Testinstallation blieb leider unerklärbar, warum 2,4 GHz schneller war.
Nicht alles funktionierte einwandfrei. Gleich zu Anfang der Testperiode zeigten sich zwei Probleme, welche die Show beendeten: Das eine betraf den Umgang des 1250 mit einem älteren Intel-a/b/g-WLAN-Client, das andere Situationen abrupter Verbindungsabbrüche.
Aber Schwierigkeiten sind bei jedem Test von Prerelease-Software zu erwarten, und Cisco reagierte schnell. Nach der Installation eines aktualisierten Controller-Codes gab es keine Probleme mehr.
Bei allen Kontroversen auf dem 802.11n-Markt gleicht keine der Herstellerdebatte rund um die Unterstützung von Power-over-Ethernet (PoE) in 802.11n-APs.
Da Mimo mehrfache Funkketten benötigt, übersteigen die Stromanforderungen von Dual-Band-802.11n-APs generell das, was 802.3af-PoE liefern kann. Damit ist die Kreativität der Hersteller gefragt.
Cisco löst dieses Problem durch die Injektion zusätzlicher Watts über die verdrahtete Verbindung des Access-Points. Dies geschieht entweder über Aironet-1250-spezifische Power-Injectors oder die erweiterten PoE-Fähigkeiten der Catalyst-3750-E- und -3560-E-Switches. Optional arbeitet die 1250-Plattform mit lokalem Wechselstrom oder mit einem einzelnen Funkmodul über PoE.
Platz für zwei Funkmodule
Zur Hardware: Der Aironet 1250 hat ein verstärktes, weißes Gehäuse, das zwei LWAPP-Funkmodule aufnimmt. Die Auswahl beschränkt sich auf 2,4-GHz- oder 5-GHz-802.11n-Dra2.0-Module mit Unterstützung von Mimo 2x3:2 (zwei Sende- und drei Empfangsströme mit zwei spatialen Strömen).
Künftig werden wohl auch zusätzliche Optionen mit erweiterten Mimo-Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Im Test genutzt wurden drei omnidirektionale Antennen pro Funkmodul, aber Cisco offeriert auch mehrere kompatible direktionale High-Gain-Antennen.
Cisco empfiehlt, 802.11a/g-APs eins zu eins durch 802.11n-APs zu ersetzen und somit die mit früheren APs aufgebauten Mikrozellen beizubehalten. Theoretisch stellen weniger 802.11n-APs die gleiche Gesamtbandbreite zur Verfügung wie ein dichteres 802.11a/g-Setup, aber Network Computing, an den Bandbreitenbedarf von morgen denkend, schließt sich Ciscos Empfehlung an.
Fazit
Mit 1299 Dollar für die Dual-Radio-Version kostet der Aironet 1250 einiges mehr als aktuelle Angebote. Beim Preis-Leistungsverhältnis liegt 802.11n aber vorn. Dies gilt besonders für Organisationen, die bereits in 11n-Clients investiert haben oder Voice-over-WLAN nutzen beziehungsweise nutzen wollen.
Der Straßenpreis wird vermutlich unter der 1000-Dollar-Marke bleiben, allerdings treiben ihn die sehr zu empfehlenden, kräftigeren 1250-PoE-Injectors wieder in die Höhe. Network Computing machte nur positive Erfahrungen mit dem Produkt und war von der Performance begeistert.
[1] http://www.cisco.de
[2] http://www.cisco.com/en/US/products/ps8382/index.html
- 1. Seite: Test: Access-Point Cisco Aironet 1250
- 2. Seite: Test: Access-Point Cisco Aironet 1250 (Fortsetzung)
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