Test: WLAN-Systeme für Mittelständler:
WLAN-Controller auf dem Prüfstand
WLAN-Systeme für den Mittelstand müssen preisgünstig und leicht zu administrieren sein. Trotzdem sollen sie alle notwendigen Funktionen und eine akzeptable Performance mitbringen. Network Computing testete sechs Lösungen nach diesen Kriterien.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)
Auch für kleine und mittelständische Unternehmen stellt sich die Frage nach der Einrichtung eines Funknetzes. Denn die damit gewonnene Flexibilität hilft auch ihnen. Doch die Lösungen für große Betriebe sind meist zu umfangreich und zu kostspielig. Network Computing fragte daher bei 16 WLAN-Herstellern nach Infrastrukturlösungen mit Wireless-Controller zu einem akzeptablen Preis.
Wichtige Kriterien waren weiter eine einfache Verwaltung, entsprechende Sicherheitsfunktionen und eine leichte Installation. Die Systeme sollten zudem ein Basisset der Funktionen in unternehmensweiten WLAN-Lösungen mitbringen.
Die Tests fanden in den Syracuse University Real-World Labs statt. Bluesocket schickte ihren »BSC-600«, D-Link den »DWS-3227P« und Motorola den »WS5100«. Von Netgear kam der »WFS709TP«, von Ruckus Wireless der »Zone Director 1000«, und 3Com lieferte den »Unified Wireless Switch« mit 24 Ports.
Aerohive, Aruba, Trapeze und Xirrus lehnten eine Teilnahme ab: Sie würden den SMB-Markt (Small-And-Medium-Business) nicht adressieren. Cisco Systems, HP und Siemens gaben an, dass sich ihre Produkte gerade zwischen zwei Entwicklungszyklen befänden. Meru wiederum sagte, dass ihr die Ressourcen fehlten, um den Evaluierungsprozess zu begleiten. Die Lösung von Lancom wird Network Computing zu einem späteren Zeitpunkt nachtesten.
Management über zentralen Controller
Network Computing bat die Hersteller, Systeme zu schicken, die sich mit Hilfe von zentralen Controllern mehrere APs konfigurieren und verwalten lassen. Diese sollten zudem Power-over-Ethernet (PoE) unterstützen. Bei der physikalischen Ausstattung unterschieden sich die gelieferten Controller deutlich voneinander. Die Lösungen von 3Com und D-Link besaßen 24 Gigabit-Ports inklusive PoE.
Hinzu kamen Managementfunktionen für den drahtgebundenen Teil, die einem Etagen-Switch (Network-Edge) entsprechen. Bluesocket brachte vier und Netgear acht PoE-Ports mit. Integriertes PoE erspart den Einsatz zusätzlicher Strom-Injektoren. Allerdings lassen sich die meisten APs auch über eine herkömmliche Stromquelle versorgen.
Auf der anderen Seite des Controller-Spektrums stehen Ruckus und Motorola. Sie arbeiten als reine Overlay-Lösung. Beide Geräte kommen mit zwei Gigabit-Ethernet-Interfaces. D-Links Lösung enthält zusätzlich einen XFP-Slot (10-Gigabit-Small-Form-Factor-Pluggable).
Außer Ruckus hatten sämtliche Testteilnehmer auch Dual-Band-APs mit 802.11a/b/g im Programm. Zudem lassen sich bei allen APs auch externe Antennen verwenden. Dies ist für die Ausleuchtung in schwierigen Einsatzszenerien wie Lagern oder Industriebereichen von Bedeutung.
Große Unterschiede beim Durchsatz
Der wichtigste Punkt bei einer WLAN-Lösung ist sicher die Performance. Dazu gehören ein hoher Durchsatz, eine berechenbare Abdeckung und zuverlässige Verbindungen. Um diesen Aspekt zu bewerten, testete Network Computing den Durchsatz einmal in einem von Funkwellen abgeschirmten sowie einem lagerähnlichem Bereich.
Auf kurzer Distanz (1,5 m bis 4,6 m) ergaben sich wenig Unterschiede. Die Abweichungen in der Performance nahmen aber mit zunehmender Entfernung deutlich zu. Auf einer mittleren Strecke (23 m bis 33,5 m) lag die durchschnittliche Bandbreite zwischen 13 und 18 MBit/s. Dabei lag D-Link allerdings mehr als 50 Prozent unter dem Durchschnitt.
Unter extremen Bedingungen mit verschiedenen Wänden mit hoher Dämpfung ergaben Werte zwischen 0,5 und 2 MBit/s. Nicht immer kam hier auch eine Verbindung zu Stande. Die Entfernung betrug dabei zwischen 40 m und 45,7 m.
Ruckus setzte die Messlatte in nahezu jeder Testsituation. Besonders stach die Lösung aber bei den großen Distanzen hervor. Hier lag die Bandbreite deutlich im Megabitbereich, während andere Systeme zum Teil nicht einmal eine Verbindung herstellen konnten.
Dies bedeutet, dass sich mit einer Ruckus-Implementierung mit wenigeren APs eine größere Fläche abdecken lässt als bei anderen. Bei großen Bandbreiten oder hoher Userdichte erlaubt jeder Hersteller im Test ein Mikrozellendesign. Dank der geringeren Sendeleistung der APs lassen sich diese enger platzieren.
Alle Produkte besitzen QoS-Funktionen wie WMM (Wifi-Multimedia) und Priorisierung über 802.1p-Tags. Dies ist wichtig in Hinsicht auf Datenverkehr wie Video oder Sprache. Roaming auf Netzwerkebene 2, also zwischen zwei APs im gleichen Subnetz, unterstützt jeder Hersteller im Test. Außer 3Com und Ruckus ermöglichte jeder auch Roaming auf Ebene 3. Dies ist allerdings nur für größere Campusinstallation notwendig. Innerhalb eines Gebäudes ist dies keine Anforderung.
3Com Unified Wireless Switch
Für die Anfangskonfiguration liefert 3Com einen Web-Wizard, der bei IP-Adressierung, Systeminformationen und der grundlegenden SSID-Konfiguration (Service-Set-ID, WLAN-Name) half. Für die Steuerung durch den Controller musste jeder AP in den »Managed Mode« versetzt werden. Dieses ist notwendig, weil sich 3Coms APs auch einzeln betreiben lassen.
Mit dem »Wireless Infrastruktur Device Manager« erfolgte die Konvertierung automatisch. Für normale Routineaufgaben, wie einen AP oder eine SSID hinzufügen, ist das Interface passend. Alles in allem lag die Lösung bei der Eingängigkeit der Bedienung mit den anderen Testsystemen gleichauf.
Zusätzlich zu den WLAN-Sicherheitsfunktionen bietet der Switch auch für die Ethernet-Ports Authentifizierung per 802.1x an. Außerdem gibt es ein einfaches AP-Load-Balancing. Anwender, die umfangreichere Funktionen und Ausbaufähigkeit benötigen, verweist 3Com auf die teureren WX-Serie-Controller für einen unternehmensweiten Einsatz.
Der Switch besitzt ein ein1U hohen Gehäuse, mit PoE für alle 24 Gigabit-Ports. Zusätzlich gibt es für Glasfaser vier SFP-Ports (Small-Form-Factor-Pluggable). Hinzu kommen ein vollständiges 802.1Q-VLAN-Tagging und ein Comman-Line-Interface (CLI), das dem von Ciscos IOS entspricht. Damit steht ein vollständig administrierbarer Etagen-Switch (Edge) für die Bedürfnisse eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens zur Verfügung.
Die Reichweite des 11b/g-APs lag leicht über dem Durchschnitt der Mitbewerber. Bei kurzer Distanz (4,6 m) war der Durchsatz bei 20 MBit/s, bei weitem Abstand (40 m) noch bei 0,5 MBit/s, so wie bei den anderen auch.
Der Controller kostet 2750 Dollar. Der Preis für den AP mit einem Funkinterface beträgt 249 Dollar. Für zwei Funkschnittstellen fallen 399 Dollar an. Damit ist 3Com bei der Preisszenerie für zehn APs am günstigsten. Falls sich ein Unternehmen für Dual-Radio-APs mit 11a/b/g entscheidet, was Network Computing empfiehlt, steigen die Kosten für den AP um 60 Prozent.
Der Controller unterstützt von Beginn an ohne zusätzliche Kosten 24 APs. Aus preislicher Sicht und ohne Bedarf für Dual-Radio bietet die 3Com-Lösung den größten Wert. Dies liegt an den soliden drahtlosen Funktionen und dem administrierbaren 24-Port-Gigabit-Switch. Das System ermöglicht außerdem einen nahtlosen Zugang für Funk und drahtgebundenes Netz, hilfreich bei einer kleinen Installation.
Bluesocket BSC-600
Der Hersteller liefert eine mittelständische Lösung für WLAN, die verschiedene mächtige Funktionen für unternehmensweite Funknetze mitbringt. Allerdings ist der »BSC-600« auch eine Zweigstellenlösung des großen Controllers.
Für die Administration verwendet Bluesocket ein ein wenig unaufgeräumtes Web-Interface, dessen Darstellung über drei Ebenen und Tabs verteilt ist. Übernimmt ein Systemhaus die Verwaltung, dann ist das umfangreiche, aber auch komplexe Interface kein so großes Problem mehr.
Auf der positiven Seite stehen dagegen die integrierte, auf Rollen basierende Firewall, VPNs mit L2TP/IPsec und ein eingebauter Radius-Server. Letzterer beherrscht Peap/Ms-Cheap-v2 (Protected-EAP) und EAP-TTLS (Tunneled-TLS). Hinzu kommen IDS-/IPS-Funktionen (Intrusion-Detection-System/Intrusion-Prevention-System) wie Erkennen von fremden WLAN-Systemen, Alarm bei DoS-Angriffen oder Blockieren von fremden Einheiten (Rogue-Containment). Damit ist Bluesocket auf der Sicherheitsseite stark.
Gast-Zugang, Verteilen von Zugangsberechtigungen, Bandbreitenbegrenzung und Captive-Portal-Funktionen sind leistungs- und anpassungsfähiger als bei den Mitbewerbern. Neben WMM unterstützt das System SVP (Spectralink-Voice-Priorization) für QoS. Datenverkehr übertragen die APs anhand der SSID lokal als Bridge oder leiten ihn durch einen Tunnel zentral zum Controller.
Der BSC-600 kommt mit fünf Gigabit-Ethernet-Ports. Vier davon unterstützen PoE. Der AP »BSAP-1500« besitzt zwei Funkeinheiten für 11a/b/g. Der »BSAP 1700« mit Dual-Radio für 11a/b/g verwendet Mimo-Technology (Multiple-Input, Multiple Output). Dadurch erhöht er die Performance, indem er mehrere Funkpfade für die Übertragung nutzt.
Der 1700er verwendet einen Chipsatz von Qualcomm (früher Airgo) für Pre-11n Draft 2.0. Wegen fehlender Draft-2.0-Zertifizierung kamen andere 11n-Funktionen wie Frame-Aggregation oder doppelt breite Funkkänale im Test nicht zum Einsatz.
Der BSAP-1500 lag bei 11b/g auf gleicher Höhe mit dem Rest: 19 MBit/s und mehr bei geringer Entfernung (4,6 m) und 1 bis 2 MBit/s bei großer Distanz (39,6 m). Tests zu Beginn offenbarten einen Fehler bei der Anpassung der Übertragungsrate. In Kombination mit dem 2915ABG-Client-Chipsatz von Intel führte das dazu, dass Pakete im Downstream nur mit 18 MBit/s übertragen wurden. Was zu einem schlechteren Durchsatz führte. Ein Firmware-Update behob den Fehler.
Die Performance des Mimo-BSAP-1700 war geringfügig besser als die des günstigeren 1500er APs. Der 1700er konnte sich aber nicht mit dem Multi-Gigabit-Durchsatz des Rivalen Ruckus bei 45,7 m messen. Allerdings bemerkte Bluesocket dazu, dass der 1700er-AP für die Deckenmontage gedacht sei und nicht für den senkrechten Einsatz. Das mag in Abhängigkeit von den Bedingungen zu einer größeren Reichweite führen.
Die Kosten für ein System wie im Test liegen bei 1995 Dollar für den BSC-600-Controller und 395 Doller für den Dual-Radio-AP. Damit befindet sich Bluesocket in der Mitte der Preisszenerie.
Durch Begrenzung per Software unterstützt der Controller bis zu acht APs. Mit einem Software-Key lässt sich dies auf 25 APs erweitern. Für größere Installationen bietet Bluesocket Controller, die bis zu 300 APs unterstützen. Dazu kommen etwa Load-Balancing über mehrere Controller, Replikation der Konfiguration oder Failover-Funktionen.
Das optionale »BlueView«-Management-System verwaltet eine große Anzahl von Controllern. Bluesocket zeichnet sich durch eine sehr umfangreiche Liste von Funktionen aus. Wegen der schwierigen Einarbeitung eignet sich die Lösung aber eher für erfahrene Administratoren oder bei einer Unterstützung durch ein Systemhaus.
D-Link DWS-3227P
Beim DWS-3227P kombiniert D-Link eigene Hardware mit der WLAN-Mobility-Software von Nexthop. So lassen sich drahtgebundene und drahtlose Dienste auf einer Plattform anbieten. Auch wenn 3Com Nexthops Wireless-Lösung verwendet, gibt es Unterschiede in den Funktionen der Hardware.
Für die Administration verwendet D-Link ein Web-Interface für das drahtgebundene und das Funknetz. Das Ganze erscheint mit allen notwendigen Optionen in einem einfachen Layout. Da der Test in den USA erfolgte, handelt es sich ein amerikanisches Produkt.
Den DWS-3227P wird es laut D-Link Deutschland hier nicht geben. Der »DWS-3024« in Deutschland sei eine komplett andere Lösung, die deutlich mehr Funktionen als das amerikanische Gerät biete und den deutschen Markt besser adressiere. Network Computing wird den DWS-3024 noch testen.
Im Test erschien das Einrichten des APs zunächst nicht so einfach. Erst nach dem Studium der Dokumentation ging es mit Hilfe des Default-Security-Key »LTK« weiter. Dieser ist notwendig, damit sich der AP erfolgreich mit dem Controller assoziiert. Für das alltägliche Management lässt sich der DWS-3227P einfach bedienen. Er verfügt über die wichtigen Funktionen ohne komplexe oder verwirrende Extras.
Der Controller ist 1U hoch und besitzt 24 Gigabit-Ethernet-Ports mit PoE. Im Gegensatz zum Wettbewerb ermöglichen ein XFP-Uplink (10-Gigabit-Glasfaser) und ein 10-Gigabit-Stacking-Port sehr schnelle Verbindungen zwischen bis zu acht Einheiten. Auch wenn es in diesem Test nicht so viel Gewicht fand, seine Netzwerkfunktionen auf Ebene 2 und 3 machen den Controller auch zu einem guten Etagen-Switch (Network-Edge).
Zum AP-Portfolio gehören die »2130/2230«-Serien mit Single-Radio für 11b/g und die »7130/7230«-Serien mit Dual-Radio für 11a/b/g. Alle gibt es in Ausführungen mit und ohne PoE. Im Test kam der DWL-7230 mit Dual-Radio für 11b/g zum Einsatz. Der Leistung lag bei kurzer Entfernung (4,6 m) bei 20 MBit/s und mehr, wie auch die anderen. Allerdings schwand bei zunehmender Distanz zwischen AP und Client die Performance deutlich.
Bei 33,5 m betrug sie zwischen 4 und 8 MBit/s. Instabile Verbindungen gab es bei einer Weite von 39,6 m. Ein weiterer Schwachpunkt von D-Link war der Preis. Mit 4299 Dollar war der Controller der teuerste in der Testrunde. Der Single-Radio-AP kostet 219 Dollar, der Dual-Radio-AP 395 Dollar. Standardmäßig betreut der Controller zehn APs. Mittels Software-Lizenz lässt sie sich auf bis zu 50 APs pro Gerät erhöhen.
Auch D-Link lieferte gute LAN-Switch-Funktionen und eine akzeptable WLAN-Performance. Allerdings liegen die Kosten für die Single- und Dual-Radio-Szenerien über dem Durchschnitt.
Motorola WS5100
Die Lösung von Motorola stammt aus der Akquisition von Symbol. Das Portfolio beginnt beim »WS2000«, der maximal sechs APs betreut. Dann kommt der WS5100, der bis zu 48 APs verwaltet. Für große Installationen gibt es den »RFS7000« mit bis zu 256 APs pro Controller.
Der »RF Manager« (Radio-Frequency) verteilt die Firmware, ermöglicht eine zentrale Konfiguration und bietet Monitoring an. Beim Entwurf eines WLANs hilft die umfangreiche Site-Survey-Software »LANPlanner«. Der Preis mag aber ein wenig hoch sein, um damit ein einzelnes WLAN zu entwickeln und danach die Software nur noch gelegentlich zu nutzen.
Das Web-Nutzungs-Interface im WS5100 verwendet Java. Es ließ sich interaktiv bedienen und war umfangreich. Hin und wieder war die Handhabung aber nicht so eingängig. Die vielen Einstellmöglichkeiten sind sicher für große Netze oder spezielle Einsatzszenerien interessant.
Viele typische Aufgaben wie das Konfigurieren eines neuen WLANs sind aber komplexer als bei denen der Mitbewerbern. Bei einem erfahrenen Administrator oder Betreuung durch ein Systemhaus ist dies aber mehr eine akademische Frage.
Der WS5100 besitzt eine Stateful-Packet-Inspection-Firewall (SPI). Ein interner Radius-Server unterstützt EAP-TTLS und Peap/MsChap-v2. Außerdem terminiert die Box auch IPsec-VPNs. Erweitertete Sicherheitsfunktionen wie Lokalisierung und Blockierung von unerwünschten Geräten bringt »W-IPS«.
Dies ist eine OEM-Lösung von Airdefense, die »AP300«-APs als separate Hardware-Sensoren verwenden kann. Airdefense ist ein Wireless-IDS-/IPS-Hersteller. Für den Gastzugang gibt es ein Captive-Portal zur Authentifizierung, das nützliche Funktionen für die Einrichtung und Deaktvierung von Accounts mitbringt.
Der Controller kam als 1-Unit-hohe Appliance mit zwei Gigabit-Ethernet-Ports. Der AP300 hat PoE. Es gibt ihn als Single-Radio- und Dual-Radio-Ausführung für den Einsatz im Büro oder in rauen Industriezonen. Die Versionen für Letzteres besitzen Konnektoren für externe Antennen. Im Test wurde die industrielle 11b/g-Version mit ommnidirektionalen Antennen untersucht. Bei geringen Entfernungen bis 4,6 m lag der Durchsatz zwischen 19 und 21 MBit/s. Bei großen Distanzen 39,6 m waren es 0,5 MBit/s, ähnlich wie bei den anderen.
In der ersten Hälfte 2008 soll ein Software-Update für eine verteilte Data-Plane-Architektur kommen. Dabei übernehmen die APs selbst die Weiterleitung der Pakete, anstatt sie über einen Tunnel zum Controller zu schicken. Dieser Ansatz könnte auch im Rahmen von 11n mehr Verbreitung bekommen. Der Listenpreis für den WS5100 beträgt 3778 Dollar. Ein AP mit einem Funkinterface kostete 259 Dollar, mit zwei 345 Dollar. Das ist ein wenig hoch im Vergleich mit den anderen.
Der WS51000 glänzt mit Funktionen für unternehmensweiten Einsatz. Das Nutzungsinterface orientiert sich ebenfalls daran. Damit eignet sich der Controller gut für den Betrieb in Zweigstellen oder der Unterstützung durch einen Value-Added-Reseller (VAR). Der kleine Bruder WS2000 hat ein einfacheres Interface und integriert Funktionen für WAN und NAT. Das macht ihn interessant für kleine Installationen mit einem All-in-One-Gerät.
Netgear WFS709TP
Ihre eigenen Lightweight-Access-Points kombiniert Netgear mit einer OEM-Version der 800er-Serie von Aruba Networks. Nach der Anfangsinstallation hilft ein Web-Wizard, die Netzwerkparameter für den Controller zu konfigurieren. Nach diesem suchen die APs während des Bootvorgangs automatisch.
Andere Wizards unterstützen bei typischen Operationen, wie einen neuen AP oder eine SSID einzurichten. Was Monitoring und Logging anbelangt, stellt Netgear auführliche statistische und Zustandsberichte bereit. Bei umfangreicheren Konfigurationen erweist sich das Interface als ein wenig unübersichtlich durch die mächtigen, aber komplexen Parameter. Das System ist eher etwas für einen ausgebildeten Administrator oder für die Betreuung durch einen VAR.
Neben den grundlegenden Sicherheitsfunktionen kommen etwa ein Radius-Server mit PEAP/MsChap-v2 und Peap/GTC (Generic-Token-Card) sowie Lokalisierungsfunktionen für unerwünschte APs. Die integrierte SPI-Firewall arbeitet mit Rollen und bringt eine leistungsfähige Netzwerksegmentierung und Anwenderauthentifizierung mit.
QoS wird über 802.1p-Tags unterstützt. Hinzu kommen WMM, SVP, SCCP (Skinny-Call-Control-Protocol) von Cisco und für Vocera. Außerdem gibt es ein integriertes Captive-Portal und eine nützliche Ansicht für den Abdeckungsbereich des WLANs.
Der Controller hat den Formfaktor 1 Unit, besitzt acht Fast-Ethernet-Ports mit PoE und einen Gigabit-Uplink. Der 11b/g-AP »WGL102« und 11a/b/g-AP »WAGL102« sind kompakt. Beim Durchsatz lagen sie gleichauf mit dem Rest des Testfelds bei geringen und großen Entfernungen. Bei 4,6 m lieferte Netgear mehr als 20 MBit/s. Bei 39,6 m waren es etwa 0,5 MBit/s. Derzeit geht aller WLAN-Verkehr über den Controller.
Der Preis für Netgears Single-Radio-AP war der niedrigste mit 2900 Dollar für den Controller und 180 Dollar bei den 11g-APs. Auch bei den 11a/b/g-APs war Netgear mit 240 Dollar pro Stück am günstigsten. Jeder Controller kann bis zu 16 APs betreuen. Mit zusätzlichen Einheiten werden es bis zu 48 APs.
Bei eingeschalteter Fail-over-Funktion sind es nur 32. Im Vergleich mit den anderen Testteilnehmern lag Netgear gleichauf bei Performance, zusätzlichen Funktionen und Preis. Damit gehört die Lösung mit auf jede Auswahlliste für WLANs für kleine und mittelständische Unternehmen.
Ruckus Wireless ZoneDirector 1000
Ruckus Wireless ist der Einzige mit einem SMB-Angebot, das keine OEM-Lösung oder Software eines anderen Herstellers verwendet. Es ist auch kein selbstvermarktetes System eines Controllers für Zweigstellen aus einer unternehmensweiten Lösung.
Das Ergebnis ist ein Produkt, das alle wichtigen Funktionen mitbringt, ohne die vielen Einstellmöglichkeiten, die eine kleine bis mittelgroße Installation nicht benötigt. Zone-Director ließ sich wegen seines interaktiven und modernen Web-Interfaces einfach konfigurieren. So gibt es eine WLAN-Übersichtsseite (Dashboard) mit Drag-and-Drop-Modulen oder durchsuch- und anklickbare Gerätelisten.
Erfahrene Administratoren werden allerdings die zusätzlichen Funk- und Netzwerkeinstellungen vermissen. Ruckus besitzt die wichtigsten und gebräuchlichsten Optionen mit einer einfachen Bedienung.
Das System besteht aus dem Zone-Director-Controller mit zwei Gigabit-Ethernet-Ports und dem 11b/g-AP »ZoneFlex 2942«. Letzterer besaß die die beste 11b/g-Funkabdeckung. Jeder AP erhält den Strom über vorhandene PoE-Switches, aber Steckdosen sind möglich.
Jeder AP enthält ein Array mit Antennen, »Tomahowk« genannt. Dieses erlaubt stark geformte Antennenfelder, die sich im Betrieb anpassen lassen, um das beste Abdeckungsmuster pro Client (und Netzwerkpaket) zu erhalten. Das Array besteht aus 12 Antennen, jede horizontal oder vertikal polarisiert. Damit stehen insgesamt um die 4000 unterschiedliche Antennenmuster zur Verfügung. Die Energie lässt sich so besser auf die einzelnen Clients richten.
Normale Rundstrahlantennen senden mit 2 bis 5 dBi. Bei Ruckus sind es gerichtete Antennen mit einem 90-Grad-Strahl und einem Antennengewinn von 7 dBi. Für die Zukunft soll ein Dual-Band-AP kommen, der auch das 5-GHz-Band nutzt. Nicht unwichtig für 11n, denn der Datenverkehr lässt sich auch lokal und nicht nur zentral über den Controller weiterleiten.
Ruckus besitzt die erforderlichen Sicherheitseinstellungen. Der integrierte Radius-Server unterstützt WPA2 mit Peap/MsChap-v2-Authentifizierung. Weitere Funktionen sind die Suche nach unerwünschten APs und ein Captiv-Portal für einen Gastzugang.
Für QoS bei Echtzeit-Anwendungen gibt es WMM und »SmartCast«, einer Software für Klassifizierung des Datenflusses. Außerdem existieren Basis-Funktionen für ein WLAN-Mesh. Ein »ZoneFlex 2925 Lite Mesh Gateway« stellt dabei für die Zone-Flex-APs den Netzwerkzugang bereit.
In Sachen Performance lag Ruckus gleichauf mit den Mitbewerbern. Sobald die Entfernung aber zunahm, zeigten sich die Vorteile des Antennen-Arrays deutlich. Bei kurzer Distanz lag der Durchsatz bei mehr als 21 MBit/s. Bei großen Abständen (45,7 m) betrug die Bandbreite beeindruckende 3 bis 6 MBit/s. Anderen Testteilnehmern gelang es dagegen gar nicht, eine stabile Verbindung zu halten.
Diese Leistung gibt es nicht billig: Jeder Single-Radio-AP kostet mit 349 Dollar soviel wie bei den meisten Mitbewerbern die APs mit zwei Funk-Interfaces. Kommen Applikationen mit einem hohen Bandbreitenbedarf oder Szenerien mit nicht so vielen Clients zum Einsatz, reichen auch weniger APs pro Ausleuchtungsfläche. Dies liegt an der großen Abdeckung der APs.
Die Controller-Preise beginnen bei 1200 Dollar für sechs APs, 2000 Dollar für 12 APs und 3500 Dollar für 25 APs. Für das Ruckus-System sprechen seine excellente Performance, die intuitive Konfiguration und die Möglichkeit, mit dem System zu wachsen. Damit ist der Zone-Director eine sehr gute Wahl für SMB und Zweigstellen.
Fazit
Alle Hersteller im Test erfüllen die Grundforderungen an Performance, Sicherheit und Einfachheit der Bedienung. Damit lässt sich ein Standort betreiben, auch mit wenigen Zweistellen. Was die Lösungen voneinander trennt, sind die zusätzlichen Funktionen, die sie bieten, und der Preis.
D-Link hatte zwar Probleme mit der Reichweite. Allerdings kann es mit dem 10-Gigabit-Uplink und den Stacking-Möglichkeiten kleinere Unternehmen ansprechen. Diese habe dann beispielsweise mehrere benachbarte Gebäude, verbunden durch Highspeed-Datenleitungen. Bluesocket bringt auf Rollen basierende Zugriffsregeln und Gast-Verwaltungs-Tools mit. Außerdem kann es Clients auch über autonome APs authentifizieren. Dies ist für Betriebe interessant, die bereits WLAN-Equipment besitzen oder Hotspots betreiben wollen.
Motorola bringt Funktionen für große Installationen mit wie robustes Failover, VPN oder Zusammenarbeit mehrer Controller. Dies macht es sehr attraktiv für den Einsatz in Zweigstellen. Aber System kann ein wenig kostspielig sein.
Netgear bringt eine umfangreiche Stateful-Packet-Inspection-Firewall mit, die mit Rollen arbeitet. Außerdem integriert die Lösung die Darstellung der WLAN-Abdeckung innerhalb der Testgruppe am besten. Einige der Zusatzfunktionen waren nicht so einfach zu konfigurieren.
Dagegen bietet 3Com einen hohen Nutzen. Sie verfügt über all die wichtigen Funktionen, bringt 24 PoE-Ports mit und verwaltet bis zu 24 APs, alles zu einem Schnäppchenpreis. Ruckus besitzt die beste Performance und bestecht mit einfach zu bedienende Funktionen.
- 1. Seite: WLAN-Controller auf dem Prüfstand
- 2. Seite: WLAN-Controller auf dem Prüfstand (Fortsetzung)
- 3. Seite: WLAN-Controller auf dem Prüfstand (Fortsetzung)
- 4. Seite: WLAN-Controller auf dem Prüfstand (Fortsetzung)
- 5. Seite: WLAN-Controller auf dem Prüfstand (Fortsetzung)
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