T-Systems stellt sich bei Systemintegration neu auf:
SAP-Manager soll T-Systems voran bringen
Er kennt sich mit Softwarevertrieb bestens aus, weiß wie Großkunden ticken und bringt internationale Erfahrung mit. SAP-Manager Ferri Abolhassan soll helfen, aus T-Systems einen Global Player zu machen. Den Kulturschock zu verdauen, ist noch die leichteste Aufgabe.
SAP-Manager Ferri Abolhassan wechselt zu T-Systems
Hochkarätiger Vertriebsprofi mit langjähriger Top-Management-Erfahrung, einen solchen Mann hat T-Systems [1]-Chef Reinhard Clemens gesucht - und gefunden: Ferri Abolhassan wechselt von SAP zu T-Systems, wo er die neu geschaffene Position des Vertriebsleiters Systemintegration besetzt. Bei SAP war der 44jährige Abolhassan zuständig für den Großkundenvertrieb in der Region EMEA. Mit Konzernkunden und Behörden sowie dem US-Partnerunternehmen mit indischen Wurzeln, Cognizant, wird es Abolhassan auch bei T-Systems zu tun haben.
»Mit Dr. Abolhassan stellen wir uns vertrieblich in der Systemintegration neu auf«, stellt T-Systems-Chef Clemens den neuen Manager vor. »Er wird die vertriebliche Klammer zwischen unseren Großkunden- und Liefereinheiten bilden, wenn es um Systemintegration geht«, ergänzt T-Systems-Chef Clemens.
Auf Abolhassan warten keine leichten Aufgaben. Abgesehen vom Kulturschock, der durch den Wechsel vom die Eigeninitiative fördernden Softwarehersteller SAP zum schwerfälligen Konzern T-Systems nicht größer sein könnte, wird Abolhassan eine Sparte bei T-System leiten, die alles andere als prosperierend ist. Der Geschäftsbereich Systemintegration bei T-Systems, der für rund 15 Prozent des Jahresumsatzes von zuletzt knapp 12 Milliarden Euro steht, wächst nur mäßig. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Sparte lediglich einen Zuwachs von 2,9 Prozent auf 854 Millionen Euro.
Noch ein weiter Weg
Partner Cognizant soll T-Systems Kostenvorteile in Indien und China beschweren - Aufträge natürlich auch.
Vor allem bei der Entwicklung von Software-Anwendungen sieht sich T-Systems einem scharfen Wettbewerb ausgesetzt. Während andere IT-Dienstleister, bzw. Softwarehersteller längst in Länder mit günstigerem Lohnniveau, allen voran Indien, präsent sind, hat sich T-Systems erst spät und dann auch noch halbherzig in diesem Frühjahr auf eine strategische Partnerschaft (Clemens: »De-facto-Joint Venture«) mit dem US-Dienstleister Cognizant eingelassen. Cognizant beschäftigt fast 60.000 Mitarbeiter, die meisten arbeiten in Indien und China.
Die Partnerschaft mit Cognizant ist für T-Systems eminent wichtig. Den neuen Partner Cognizant präsentierte T-Systems Chef Clemens im März auf der Messe CeBIT, an seiner Seite Telekom-Chef René Obermann (CRN berichtete [2]). T-Systems, obwohl auf Platz 5 der weltweit größten IT-Dienstleister, wird nach wie vor nicht als Global Player angesehen. Fast 80 Prozent seines Umsatzes von 12 Milliarden Euro erzielt T-Systems in Deutschland (siehe Ranking der Top-100 IT-Dienstleister [3]unserer Schwesterzeitschrift InformationWeek). Das Manko soll mit Hilfe des Partners Cognizant zumindest ein Stück weit beseitigt werden.
Diese Partnerschaft in Vertriebserfolge zu führen, daran wird sich mittelfristig auch Vertriebsprofi Abolhassan messen lassen müssen. Derweil bleibt Clemens und Abolhassan nicht anders übrig, als mit einer gehörigen Portion Neid auf Congnizant zu blicken. Unlängst hatte der IT-Dienstleister aus Teaneck hervorragende Quartalszahlen abgeliefert. Der Umsatz von Cognizant kletterte um ein Drittel auf über 685 Millionen Dollar, Nettogewinn fast 104 Millionen Dollar. Marge 15 Prozent.
[1] http://www.tsystems.de
[2] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=206902024&queryText=Cognizant
[3] http://www.informationweek.de/unternehmen/showArticle.jhtml;jsessionid=PDFKUS3GDUXQCQSNDLRSKH0CJUNN2JVN?articleID=210001415
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