Studie: Weniger Outsourcing in Deutschland

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

12.10.2009

Trotz der bekannten Vorteile lagern immer weniger deutsche Unternehmen ihre IT-Aktivitäten aus. Wie eine aktuelle Studie zeigt, werden die Outsourcing-Bestrebungen hierzulande sogar deutlich stärker reduziert, als beispielsweise in den europäischen Nachbarländern.

Die Verantwortlichen sind sich zwar über die Vorteile von Outsourcing weitgehend einig - allerdings werden entsprechende Pläne derzeit in vielen Unternehmen zurückgestellt.

Wurde Outsourcing zu Anfang der Krise noch als eines der besten Gegenmittel gesehen (siehe: Outsourcing bleibt in Europa stark [1]) , so hat sich dieser Trend inzwischen gewendet. Wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Dienstleisters Cognizant [2] unter 263 europäischen CIOs und CFOs zeigt, reduzieren 48 Prozent der befragten deutschen Unternehmen dieses Jahr ihre Outsourcing-Aktivitäten. Bei den europäischen Nachbarn liegt diese Quote im Durchschnitt hingegen nur bei rund 40 Prozent.

»Zu Recht überdenken Unternehmen momentan ihre Strukturen, um zukünftig leistungsfähiger zu agieren und kurzfristig Kosten zu sparen. Den Rotstift überstürzt am Outsourcing anzulegen ist jedoch zu kurz gesprungen«, warnt angesichts dieser zahlen Dieter Berz, Country Manager von Cognizant Deutschland. Für ihn ist die Wahl eines passenden Anbieters inzwischen zum kritischen Faktor im Outsourcing-Bereich avanciert: »Gute Outsourcing-Dienstleister bieten moderne Lösungen, die durch Erzielen von Skaleneffekten, Zugriff auf globale Expertennetzwerke, flexible Reaktion auf Volumenschwankungen sowie integrierte Innovationsprozesse entscheidende Kosten- und Wettbewerbsvorteile schaffen. Mit Hilfe externer Dienstleister können sich Unternehmen für die Zukunft rüsten.«

Outsourcing bleibt dennoch wichtig

Trotz der aktuellen Zurückhaltung zeigt die Studie aber gleichzeitig auch, dass die IT-Verantwortlichen im Outsourcing durchaus weiterhin ein wichtiges Mittel sehen, um die Kosten zu senken und die Komplexität zu reduzieren. So schätzen etwa 72 Prozent der Befragten Verantwortlichen aus Deutschland die Möglichkeit, damit auf Qualifikationen zurückgreifen zu können, die intern nicht zur Verfügung stehen.

60 Prozent der Befragten CIOs und CFOs sind außerdem davon überzeugt, dass die Auslagerung von IT-Prozessen interne Ressourcen befreit, und so einen besseren Fokus auf das Kerngeschäft ermöglicht. Etwas über die Hälfte der IT-Verantwortlichen ist sich dabei sicher, dass ihnen erst das Outsourcing die Tür zu innovativen Prozessen und Praktiken öffnet, die sonst am Unternehmen vorbei gehen könnten.

Mehr rund um das Thema Outsourcing erfahren Sie auch auf dem »Entscheiderforum Outsourcing [3] - Wege zu mehr Handlungsspielraum, Strategien zur Unternehmenssicherung und Krisenbewältigung« des BITKOM und der InformationWeek am 11. und 12. November in Bad Homburg.

[1] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=217300585
[2] http://www.cognizant.com/html/home.asp
[3] http://www.iw-live.de/efo/2009/de/home/profil/

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