Notes macht mobil

von Martin Fryba (martin.fryba@crn.de), Dr. Jakob Jung

05.02.2009

Die IBM Groupware Lotus Notes wird weiter in Richtung Mobility ausgebaut. Einige Systemhäuser fokussieren sich auf ergänzende Lösungen.

»Die Administratoren haben eigentlich keine Lust, iPhones zu unterstützen. Aber das Middle Management schleppt sie in die Unternehmen ein, um auf den Golfplätzen zu protzen«, beschreibt Arnd Layer, IBM Software Group Technical Sales Competency Leader Web 2.0 & Social SW, das Problem. Diesem Trend wird sich auch IBM [1] nicht entziehen und die Unterstützung für das Apple iPhone und andere Handys in der Groupware Lotus Notes ausbauen.

Derzeit gibt es vier Mobility-Lösungen unter dem Lotus Brand aus dem Hause IBM. Dazu zählen erstens Lotus Domino Everyplace für den festnetzunabhängigen Zugriff auf E-Mail, Kalender, Verzeichnisse und bereichsübergreifende Anwendungen in Domino, zweitens Lotus EasySync Pro: Damit können die Benutzer Informationen aus den IBM Lotus Notes-Bereichen E-Mail, Kalender, Aufgaben, Kontakte und Journal zwischen Lotus Notes und unterstützten, verbreiteten mobilen Endgeräten synchronisieren. Lotus EasySync Pro unterstützt mobile Endgeräte, auf denen Palm OS, Microsoft Windows CE/Pocket PC oder die Betriebssysteme ausgewählter Geräte von Sony Ericsson oder Nokia ausgeführt werden. EasySync Pro 4.2.6 bietet auch Unterstützung für Geräte von Sony Ericcson und Nokia.

Lotus auf USB-Stick

Der dritte im Bunde ist der BM Lotus Expeditor, die IBM Software für verwaltete Clients zur Erweiterung modularer Anwendungen auf Laptops, Desktop-PCs, Kioske und mobile Geräte. Es handelt sich um das Nachfolgerelease von IBM WebSphere Everyplace Deployment und verschiedener Produkte mit der IBM Workplace Client Technology. Mit Hilfe des Produkts können IBM Lotus-, IBM WebSphere-, IBM Workplace- oder Eclipse-Infrastrukturen auf eine Umgebung mit verwalteten Clients ausgedehnt werden. Als Alternative zu Client-Software auf der Basis von Microsoft .NET bietet Lotus Expeditor die Flexibilität der serviceorientierten Architektur (SOA) und eines auf Standards basierenden Programmiermodells von der OSGi Alliance und der Eclipse Foundation.

Das vierte Angebot ist IBM Lotus Mobile Connect, eine dezentrale, Kommunikationsplattform. Sie wurde dafür konzipiert, die Bandbreite zu optimieren, die Kosten zu senken und die Sicherheit zu erhöhen. Sie erstellt ein mobiles virtuelles privates Netz (VPN), das Daten bei potenziell angreifbaren drahtlosen LAN- und drahtlosen WAN-Verbindungen verschlüsselt. Sie integriert viele gebräuchliche drahtlose Trägernetze (mit und ohne IP), Server-Hardware, Gerätebetriebssysteme und Sicherheitsprotokolle für Mobilbetrieb.

Unterstützte Clients sind Windows Mobile V5 sowie Windows Vista-Workstations und die Geräte Nokia E50, E60, E61, E62, E70 und E90 (neu in den letzten Releases). Ergänzt werden die Lotus Produkte durch Entwicklungen einiger Systemhäuser. Beispielhaft ist hier das Münchner Systemhaus Mobility-Office [2] zu nennen, das mit der MobilityOffice Email-Edition eine Software entwickelt hat, die es erlaubt, per USB-Stick den persönlichen Notes-Client auf jedem beliebigen PC zu installieren und zu verwenden.

[1] http://www-01.ibm.com/software/de/lotus/mobile/
[2] http://www.mobility-office.com/de/MO_editions.htm