Rechenzentrum ausgelagert: IBM schließt mit Media-Saturn IT zweistelligen Millionenvertrag ab:
IBM wird strategischer Outsourcer von Media-Saturn

von Martin Fryba (martin.fryba@crn.de)

10.12.2008

Die rasante Expansion von Europas größter Elektronikkette Media Markt/Saturn setzt deren IT-Tochter mächtig unter Druck. Sie muss die IT-Infrastruktur mit dem immer größer werdenden Filialnetz mitwachsen lassen, was aus eigener Kraft immer schwerer wird. Teile des IT-Betriebs legt die Media-Saturn IT nun in die Hände von IBM.

Nicht nur seine Rechenzentren lagert Media/Saturn an IBM aus. Auch wichtige Systeme werden künftig auf IBM-Hardware laufen.

766 Märkte in 16 europäischen Ländern, fast 50.000 Mitarbeiter, Jahresumsatz über 17 Milliarden Euro: Die Metro AG sieht noch lange kein Ende des Expansionskurses ihrer Tochter Media-Saturn-Holding. Europas größte Elektronikkette breitet sich immer schneller aus, vor allem außerhalb Deutschlands. Während der Holding-Chef Roland Weise einen nahezu grenzenlosen Markt vor Augen hat, muss sich sein Vorstandskollege Wolfgang Lux mit den potenziellen Risiken des Wachstums beschäftigen. Lux ist bei der Media-Saturn-Holding für die Informationstechnologie zuständig. Die IT-Tochter Media-Saturn IT Services GmbH sorgt für die Vernetzung der Filialen und hält Zentralfunktionen wie die Finanz- und Logistiksysteme am Laufen. Mit der Expansion in die Fläche muss die Media-Saturn IT Schritt halten. Lux setzt dabei auf Outsourcing. Zumindest Teilaufgaben der Informationstechnologie, die der Manager nicht zu den Kernkompetenzen zählt, lagert er an externe Dienstleister aus.

»Der Betrieb eines Rechenzentrums gehört nicht zu unseren strategischen IT-Kernkompetenzen«, sagt Lux. Mit dem rasanten Wachstum der Media-Saturn-Märkte steigt der Bedarf an Rechenzentrumskapazitäten, ebenso muss die IT-Infrastruktur ausgebaut werden. Darum wird sich künftig IBM kümmern. IBM hat mit der Media Saturn IT einen entsprechenden Outsourcing-Vertrag über einen zweistelligen Millionenbetrag geschlossen. In den nächsten fünf Jahren übernimmt IBM den Betrieb des Rechenzentrums.

Virtualisierungskonzept als zentraler Baustein

Schrittweise werden in den nächsten Monaten die Anwendungen in das IBM-Rechenzentrum in Frankfurt/Main überführt, die derzeit noch in den Rechenzentren am Media-Saturn-Hauptsitz in Ingolstadt sowie in München gehostet werden. Wie in derzeit fast allen IT-Auslagerungen basiert auch das Media-Saturn-Projekt auf einem Virtualisierungskonzept als zentralem Baustein des Outsourcing-Vertrags.»Mit IBM haben wir einen Partner gefunden, der uns hierbei unterstützen wird«, sagt Lux. Lediglich ein Partner zu sein, ist für Michael Diemer zuwenig. Der General Manager GTS bei IBM sieht seine Firma in diesem Projekt in der Rolle eines strategischen Dienstleisters. Entscheidend für die Wahl von IBM sei die Branchenkompetenz gewesen, ergänzt Diemer.

Aber nicht nur für IBM GTS, der IT-Dienstleistungssparte, ist dieser Deal mit dem Vorzeigekunden Media-Saturn ein vertrieblicher Erfolg. Auch die Hardwaresparte von IBM kommt im Rahmen des Vertrags mit Europas größter Elektronikkette zum Zug. Alle wichtigen Systeme von Media-Saturn werden komplett durch IBM-Hardware ersetzt.

Mehr zu IBMs neuer Strategie »New Enterprise Data Center« erfahren Sie in der IBM-Partnerzone bei Network Computing. [1]

[1] http://www2.networkcomputing.de/partnerzone/new-enterprise-data-center/

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