Gastkommentar: »Hier spielt die Musik«:
IT-Administratoren im Zeichen der Virtualisierung
Die Vorteile von Virtualisierung sind allseits bekannt: die Entkoppelung des Betriebssystems und der Applikationen von der Hardware verspricht Kostenersparnisse und die Entlastung des Systemverantwortlichen. Gleichzeitig ruft sie durch die Heterogenität der Systeme jedoch auch eine grundlegende Veränderung im IT-Betrieb hervor. Und dass nicht zuletzt für die IT-Administratoren.
Das »Orchester« IT-Abteilung muss sich mit Virtualisierung auf neue Strukturen einstellen - in Zukunft dirigiert der »Virtualisierungs-Administrator«. (Bild: Pixelio.de)
Mit der Verbreitung von Virtualisierungstechnologien stirbt das Rollenverständnis des klassischen IT-Administrators sukzessive aus. Bislang sind in vielen Unternehmen in der Regel unterschiedliche Administratoren beispielsweise für die Linux Server, die Windows Server oder die Netzwerkverwaltung zuständig. Ein »Virtualisierungs-Administrator« muss zukünftig jedoch ein breit gefächertes Wissen aufweisen, dass nicht auf das Wirtssystem beschränkt sein darf. Vielmehr muss er die ganze Bandbreite einer heterogenen IT-Landschaft beherrschen. Mit dem Einzug von Virtualisierung in Unternehmen verschieben sich die Zuständigkeiten des IT-Administrators weg vom Spezialisten hin zum Universalisten.
Das Konzept der Virtualisierung eröffnet einen gänzlich neuen Blick auf die Unternehmens-IT. Um beispielsweise durch eine Server-Partitionierung Kapazitäten und Ressourcen flexibler einsetzen und effizienter aufteilen zu können, muss der IT-Administrator die heterogene IT-Infrastruktur des Unternehmens ganzheitlich im Blick haben. Das ist umso schwieriger, als dass das Zusammenspiel der IT durch Virtualisierung unlängst komplexer wird. Bildlich gesprochen: Musste der IT-Administrator vorher nur einen kleinen Chor dirigieren, steht er nun einem ganzen Orchester gegenüber.
Evaluierung des Workloads
Michael Jores, Director Linux & Data Center Sales bei Novell.
Die Aufgaben des Systemverantwortlichen umfassen unter anderem die Bestandsaufnahme der vorhandenen physikalischen Systeme und das Überprüfen der jeweiligen Auslastung. Hier reicht ein kurzer Blick nicht aus. Die Maschinen müssen vielmehr über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Der vollständige Überblick über die Server Workloads ist ganz entscheidend, um die Anwendungen zu definieren, die virtualisiert werden sollen. Meistens sind dies Web-, Infrastruktur- oder Applikationsserver. Anwendungen im Hochleistungsbereich oder sehr hohe I/O Anforderungen sind weniger geeignet. Um die Serverkonsolidierung optimal vorzubereiten, ist es wichtig, sämtliche Details zur Hardware und Software zu sammeln und die Be- und Auslastung entsprechend zu analysieren. Diese Daten bilden die Grundlage für einen Report über die Belastung der Hardware.
Um die Komplexität in den Griff zu bekommen, können IT-Administratoren dabei auf Tools zurückgreifen, die sie bei der Analyse und Planung von Workloads oder bei der Erstellung von Workload-Profilen unterstützen. Mit den richtigen Lösungen lassen sich zudem Server-Workloads innerhalb des Netzwerks zwischen physischen Servern, virtuellen Hosts und Image-Archiven automatisch verschieben.
Sicherheit und Compliance als kritische Faktoren
Auch die Themen Sicherheit und Compliance müssen bei einer Virtualisierung der Systeme von den IT-Administratoren neu beleuchtet und geplant werden. Zumal es in einer virtuellen Welt schwerer ist, die Compliance-Anforderungen umzusetzen. Hier sind spezielle Business Service Management-Lösungen ratsam, die die Compliance in Echtzeit messen und bei negativen Erkenntnissen nach bestimmten Automatisierungsregeln die nötigen Aktivitäten einleiten. Zum Beispiel kann so erkannt werden, wenn eine zu hohe Last auf einem Server mit geschäftskritischen Daten läuft. Die entsprechenden Workloads können dann umgehend verschoben werden. Grundvoraussetzung für den Einsatz in virtuellen Umgebungen ist, dass die Lösung plattformübergreifend läuft.
Zudem wirft eine Virtualisierung der Systeme bei vielen bewährten Abläufen und Richtlinien eine ganze Reihe an neuen Fragen auf. Das beginnt schon beim Update von Betriebssystemen. Steht etwa das Einspielen von dringenden Sicherheitsverbesserungen an, sind spezielle Abstimmungen im Konfigurationsmanagement erforderlich, da Betriebssysteme wie Windows oder Linux sowohl auf der Serverhardware als auch in virtuellen Umgebungen betrieben werden. Klassische Backupverfahren greifen hier nicht mehr, da sie das Verschieben der virtualisierten Anwendung auf ein weniger belastetes System nicht erkennen.
IT-Administrator: Making IT work as one
Einer der wichtigsten Faktoren bei der Planung für eine erfolgreiche Virtualisierung ist das optimale Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Sobald die gewünschte Hardware oder Software vorliegt, sollten alle notwendigen Abläufe zwischen der Verwaltungskonsole und den virtuellen Maschinen - von der Partitionierung bis hin zur Aufteilung der einzelnen Komponenten - vollzogen sein. Denn nur durch das optimale Zusammenwirken der physischen und virtuellen Ressourcen können IT-Administratoren die Vorteile ihrer Rechenzentrumstechnologien voll ausschöpfen. Nach dem Motto »Making IT work as one« müssen sie die komplette Infrastruktur des Unternehmens in ihre Entscheidungen einbeziehen und im Tagesgeschäft gekonnt einsetzen. Nur so lässt sich ein so genanntes Service Driven Data Center umsetzen. Unternehmen können damit die Flexibilität erhöhen und gleichzeitig Kosten und Risikien reduzieren. Denn eines ist sicher: Den besten Job wird zukünftig der Administrator machen, der das IT-Orchester seines Unternehmens so zusammenstellt und dirigiert, dass hinterher vollendete Musik herauskommt.
*Michael Jores ist Director Linux & Data Center Sales bei Novell
- 1. Seite: IT-Administratoren im Zeichen der Virtualisierung
- 2. Seite: Evaluierung des Workloads
- 3. Seite: Sicherheit und Compliance als kritische Faktoren
- 4. Seite: IT-Administrator: Making IT work as one
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Die besten System-Tools für Android
Android erlaubt tiefe Eingriffe in das System – und viele Apps nutzen diese Möglichkeit, um die Leistung zu optimieren und dem Nutzer bei der Bedienung seines Smartphones zu helfen. Wir stellen die besten System-Tools für Android vor.
Zwölf Smartphone-Flatrates ab 20 Euro im Vergleich
Mit Yourfone von E-Plus kommt jetzt eine neue Günstig-Flat für Smartphones. Unsere Kollegen von der Connect haben den Neuling mit der etablierten Konkurrenz verglichen.
Ungarn führt Telefonsteuer ein
Weit weniger Spaß als bisher werden die Bürger Ungarns sicherlich künftig beim Telefonieren haben. Als Reaktion auf die Schuldenlast des Landes hat das Parlament die Einführung einer Telefonsteuer beschlossen.
Weitere Artikel
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.