IDC-Studie zu Big Data in Deutschland: Unternehmen droht der Daten-Kollaps

Die wachsenden Datenmengen werden für Unternehmen immer stärker zu einem ernsthaften Problem. Eine IDC-Befragung zeigt: Das Datendilemma ist den meisten Firmen zwar bekannt, aber meist wird nur mit punktuellen Lösungsansätzen reagiert.

Big Data-Strategien: IDC befragte dazu 254 deutsche Unternehmen. (Grafik: IDC)

Deutsche Unternehmen stellen ein stetiges Wachstum ihrer Datenbestände fest. Wie die Befragungsergebnisse einer von IDC im September 2012 durchgeführten Befragung unter 254 deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern zeigen, erwarten mehr als drei Viertel der Verantwortlichen in den nächsten zwei Jahren einen jährlichen Datenzuwachs von bis zu 25 Prozent. Immerhin 13 Prozent rechnen damit, dass ihr Datenberg im selben Zeitraum um 25 bis 50 Prozent wächst. Der Datenstrom speist sich aus einer Vielzahl von Quellen. Das stärkste Wachstum messen die IT- und Businessverantwortlichen den mobilen Anwendungen (40 Prozent der Nennungen), Daten aus IT- und TK-Systemen (39 Prozent), Daten aus Anwendungen in der Cloud (36 Prozent) und unstrukturierten Daten (34 Prozent) zu. Die Befragten haben also deutlich erkannt, dass akuter Handlungsbedarf besteht.

Obwohl die künftigen Probleme bekannt sind, wird nicht unter Hochdruck an Lösungsszenarien gearbeitet: Die IT-Organisationen sind vielfach durch operative Aufgaben so stark ausgelastet, so dass kaum Zeit für Innovation bleibt. Die größten Herausforderungen sind Schutz der Informationen (46 Prozent), die effiziente Speicherung der (43 Prozent) und die Kostenfrage zur Beherrschung der Daten (39 Prozent). Grundlegende Aufgaben bestehen also fort und können keineswegs als gelöst betrachtet werden.

Gleichwohl erproben und nutzen die befragten IT-Entscheider zahlreiche der mit Big Data in Verbindung gebrachten Technologien. Am häufigsten kommen heute In-Memory-Datenbanken, High Perfomance Computing und Enterprise Content Management zum Einsatz. Zu den weiteren von den Befragten genannten technologischen Ansätzen zählen Spalten-orientierte Datenbanken, Software Caching, verteilte Architekturen, Dokumenten-orientierte Datenbanken, paralleles Processing und weitere Lösungen. Dies zeigt deutlich die Dimensionen von Big Data, die sich über die Infrastruktur, das Datenmanagement und Analysetools bis hin zur Präsentationsebene erstreckt.

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