Cloud-Computing: Storage: SNIA definiert Standard für Cloud-Computing-Storage

Den weltweit ersten Standard für in der Cloud-Storage-Umgebungen hat die Storage Networking Industry Association (SNIA) erarbeitet. Er soll das Management von Daten vereinfachen, die Firmen in privaten oder öffentlichen Clouds speichern.

Einer der großen Pferdefüße von Storage-Kapazitäten, die in einer Cloud-Computing-Umgebung bereitgestellt werden, ist das Management der Daten – vereinfacht gesagt das Hin- und Herschieben von Informationen zwischen den Speichersystemen im Unternehmen und einer Public-Cloud-Storage-Umgebung, wie sie beispielsweise Amazon, Google oder Microsoft anbieten (wollen).

Die Storage Networking Industry Association (SNIA) hat nun nach eigenen Angaben dieses Problem gelöst. Sie legte mit dem Cloud-Data-Management-Interface (CDMI) eine Spezifikation vor, die Schnittstellen zwischen »privaten« Storage-Geräten und den Speicherkapazitäten in der »Wolke« bereitstellt. Details zu CDMI sind auf dieser Web-Seite der SNIA zu finden.

Im Vorwort dankt die SNIA im Speziellen folgenden Unternehmen für ihre Mitarbeit: Bycast (jüngst von Netapp übernommen), Cisco Systems, Hitachi Data Systems, Iron Mountain Digital, Netapp, Oracle und Qlogic.

Für alle Arten von Cloud-Storage

Laut SNIA ist das CDMI in privaten, öffentlichen und hybriden Cloud-Storage-Umgebungen einsetzbar. Es soll ein durchgängiges Management aller Datenbestände erlauben, inklusive von Service-Levels.

Neben blockbasierten Storage-Clients (iSCSI-LUNs) werden auch dateigestützte Verfahren wie NFS, CIFS und WebDAV unterstützt. Nicht berücksichtigt wurden dagegen die Schnittstellen virtualisierter relationaler Datenbankmanagement-Systeme (RDBMS).

Die SNIA begründet dies mit der Vielzahl proprietärer Technologien, die auf diesem Gebiet zum Einsatz kommen. Man wolle die weitere Entwicklung abwarten und dann entscheiden, ob es Sinn mache, ein Standard-Interface zu entwickeln, so die Organisation.

Basis: RESTful-http

Die Grundlage von CDMI bildet das RESTful-http-Protokoll (Representational State Transfer and Hypertext Transfer Protocol). Um Sicherheitsbedenken von potenziellen Nutzern zu zerstreuen, wurden eine »starke« Authentifizierung und die Verschlüsselung aller Daten auf den Speichersystemen integriert.

Den gespeicherten Informationen lassen sich Metadaten mitgeben. In ihnen ist beispielsweise definiert, wie viele Kopien bestimmter Datensätze vorhanden sind oder angelegt werden dürfen, wie lange die Daten in der Storage-Cloud lagern sollen und an welche Firmenstandorte Kopien der Informationen übermittelt werden dürfen. Auch Informationen bezüglich der Abrechnung von Storage-Services lassen in den Metadaten ablegen.

Das CDMI-Referenzmodell der SNIA: Das Ziel ist, möglichst viele Schnittstellen und Protokolle von Speicher-Systemen und Cloud-Storage-Diensten zu unterstützen.

Für Nutzer von Cloud-gestützten Speicherdiensten soll CDMI zum einen mehr Transparenz bringen. Sie können die Offerten unterschiedlicher Anbieter besser vergleich, so die SNIA. Ein weiterer Vorteil: Dank der standardisierten Schnittstellen lassen sich Daten einfacher von einem Cloud-Storage-System zu einem anderen transferieren.

Das heißt, der Nutzer kann schneller zu einem anderen Anbieter eines Data-Storage-as-a-Service-Dienstes (DaaS) wechseln. Die SNIA geht davon aus, dass Service-Provider in der zweiten Jahreshälfte damit beginnen, CDMI zu implementieren.