Gegenwind für Toshiba: Investor rät vom Verkauf der Speichersparte ab

Lange hatte Toshiba mit den verschiedenen Bietern gerungen, bis der Verkauf des Speicherchipgeschäfts endlich beschlossen war. Nun taucht mit Argyle Street Management ein Investor auf, der den Deal verhindern will.

Speicherchip-Fabrik von Toshiba im japanischen Yokkaichi
(Foto: Toshiba)

Der geplante Verkauf der Toshiba Memory Corporation für umgerechnet 15,7 Milliarden Euro an ein Konsortium um den Finanzinvestor Bain Capital erhält plötzlich Gegenwind. Argyle Street Management, ein Hedgefonds aus Hong Kong, der mit diversen anderen ausländischen Investoren kürzlich bei Toshiba eingestiegen war, macht gegen den Deal mobil. Der Verkauf sei nicht mehr notwendig, argumentiert man, schließlich habe Toshiba die größten finanziellen Schwierigkeiten abgewendet. Zudem sei das Speichergeschäft mit dem vereinbarten Verkaufspreis »signifikant unterbewertet«, heißt es Reuters zufolge in einem Brief des Hedgefonds an Toshiba, in dem ein Treffen mit dem Board des Herstellers gefordert wird.

Eigentlich hatte Toshiba das lukrative Speichergeschäft ausgegliedert und verkauft, um riesige finanzielle Verluste auszugleichen, die durch die Pleite der amerikanischen Atomkraftwerkstochter Westinghouse die Bilanz gerissen wurden und die das ganze Unternehmen in Schieflage brachten. Um den drohenden Börsenrauswurf abzuwenden oder falls sich der TMC-Verkauf verzögern sollte, wurden jedoch auch neue Aktien im Wert von 600 Millionen Yen ausgegeben. Auf diese Weise sollen laut Reuters mehr als 30 neue Investoren an Bord gekommen sein, darunter auch Argyle. Dessen CIO sagte der Nachrichtenagentur, man spreche bereits mit mindestens drei weiteren Anteilseignern, die derselben Ansicht seien.

Ob die Bemühungen von Argyle von Erfolg gekrönt werden, wird letztlich wohl davon abhängen, wie viele Mitstreiter der Hedgefonds findet. Zumindest auf Analystenseite teilt man durchaus die Einschätzung, wenn Toshiba nicht so unter Druck gestanden hätte, sei ein höherer Verkaufserlös möglich gewesen. Gegenüber Reuters sagte Damian Thong von der Macquarie Group, er halte über drei Billionen Yen – 50 Prozent mehr als der letztlich vereinbarte Kaufpreis – für eine faire Bewertung des Flash-Business von Toshiba.